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Roggenburg: Ein Prosit auf das Roggenburger Bier

Roggenburg

Ein Prosit auf das Roggenburger Bier

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    Prior Pater Stefan Kling (von links) mit Christian Fischer, Geschäftsführer des Klostergasthofs, und Braumeister Richard Schmid bei der ersten Bierverkostung.
    Prior Pater Stefan Kling (von links) mit Christian Fischer, Geschäftsführer des Klostergasthofs, und Braumeister Richard Schmid bei der ersten Bierverkostung. Foto: mde

    Roggenburg Mit einem Fässchen Bier feiern die Heiligen Drei Könige mit befreundeten Engeln, Hirten, Ziegen und Schafen in einem Deckenfresko der Roggenburger Klosterkirche ein fröhliches Fest. Der Barockmaler Waldemar Kolmsperger (1852-1943) schuf diesen eindeutigen Beweis dafür, dass den Roggenburger Chorherren auch Paradiesvisionen wie die des Brandner Kasper nicht fremd waren.

    Bis ins Jahr 1544 reicht die Roggenburger Braukunst zurück. Damals war der Reichsstift ein eigenständiger Staat. Das Klosterbrauhaus Roggenburg war wie damals üblich eine Hausbrauerei mit Bier für Fratres und Patres, Angestellte, Knechte und Mägde, die auf dem Klostergelände lebten und arbeiteten. Versorgt wurden auch das Roggenburger Militär sowie die „Taverne“, die heutige Roggenschenke. Mit einem süffigen, untergärigen „Chorherren Hell“ wird dieses Jahr wieder an die Geschichte des Roggenburger Klosterbieres angeknüpft.

    Da das alte Brauhaus Roggenburg nicht erhalten werden konnte, wurde nun mit der seit 1844 bestehenden Brauerei Biberach eine Kooperation geschlossen. Diese hat eine besondere Verbindung zum Kloster. Der Chronik der Brauerei ist zu entnehmen, dass der Oberamtmann des ehemaligen Reichsstiftes Roggenburg im ehemaligen Amtshaus des Klosters eine Brauerei einrichten ließ. An diesem Ort, der heutigen Brauerei Biberach, wird nun das Klosterbier gebraut. Seine Herstellung erfolgt nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516. Alle Zutaten kommen aus der Region: Biberacher Wasser, Hopfen aus der Hallertau und Tettnang sowie helles Gerstenbraumalz mit Röstmalz aus Oberschwaben. Der erste Sud wurde Anfang Januar angesetzt.

    Von Samstag, 25. März, an kann es im Klostergasthof vom Fass genossen werden, ab Ostern gibt es auch Halbliterflaschen im Klosterladen und in der Brauerei Biberach zu kaufen. „Wir wollen in der Tradition eines regionalen Angebotes bleiben, unser Bier soll wie früher vor allem vor Ort genossen werden“, sagte Prior Pater Stefan Kling bei der ersten Bierverkostung.

    Bis 1920 gab es nur offenes Bier zu kaufen und manch älterer Mitbürger wird sich daran erinnern, dass man im nahe gelegenen Gasthaus am offenen Ausschank des Bierfensters klingelte, um für sich oder den Nachbarn im Maßkrug „eine Halbe“ zu holen. Der offene Ausschank erklärt auch, warum es zur damaligen Zeit in jedem Dorf zwei oder mehrere Brauereien gab. Bier war ein Nahrungsmittel, niemand lief mit dem Krug von einem Dorf zum nächsten, um an den edlen Gerstensaft zu kommen. Das änderte sich mit dem Aufkommen des Flaschenbieres.

    Am Samstag um 18 Uhr wird Pater Stefan im Klostergasthof das erste Fass anzapfen. Dazu serviert der Küchenchef ein spezielles Bier-Menü oder Brauergulasch. Von 26. März bis Palmsonntag erhalten Gäste eine Halbe Roggenburger Klosterbier zum Einführungspreis von 2,50 Euro. Ab Ostern ist das Bier auch in Flaschen im Klosterladen erhältlich. Na dann Prost! (mde)

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