Es gibt zu wenig Platz für die Angestellten im Rathaus in Senden. Das Problem besteht bereits seit Langem - die Corona-Pandemie und dadurch entstandene Veränderungen wie Homeoffice haben der Verwaltung etwas Luft verschafft. Doch eine dauerhafte Lösung ist dieser Weg selbstredend nicht. Nun hat sich die Verwaltung überlegt, wie das Rathaus umgebaut werden kann, um mehr Büros zu schaffen.
Zum einen muss eine kurzfristige Verbesserung her, das wird aus den Unterlagen der Verwaltung deutlich. Denn selbst mit Mitarbeitern im Homeoffice geht es im Gebäude eng zu. Dazu kommt: Es soll wie berichtet einen neuen Geschäftsbereich in der Sendener Verwaltung geben, wofür zusätzliche Räume nötig sind. Angedacht ist deswegen, aus dem Trauzimmer im Erdgeschoss des Rathauses zwei Büros zu machen.
Rathaus: Das Sendener Trauzimmer zieht ins Bürgerhaus
Das Trauzimmer wiederum wird zum anderen den Plänen zufolge zunächst im Clubraum des Bürgerhauses untergebracht. Auf lange Sicht soll der Raum für standesamtliche Trauungen im derzeitigen Jugendcafé Platz finden. Über dem Jugendcafé befinden sich bereits Büros der Verwaltung, nun soll auch das Erdgeschoss umgebaut werden. Speziell für das Trauzimmer bieten sich nach Ansicht der Verwaltung dadurch immense Vorteile. In Zukunft könnten beispielsweise Trauungen auch an Samstagen stattfinden, sagte Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf. "Es gibt viele Anfragen zu Samstagen." Bislang sei dies nicht möglich, weil dafür das gesamte Rathaus geöffnet werden müsste. Am neuen Standort gäbe es einen eigenen Eingang. In den Räumen des bisherigen Jugendcafés sollen zudem weitere Büros sowie ein Besprechungsraum entstehen.
Die Mitarbeiter der Jugendhilfe Seitz, die im Rahmen der Stadtjugendpflege derzeit das Jugendcafé betreiben, werden den Plänen nach mitsamt der Angebote wiederum ins Schulzentrum an der Langen Straße umgesiedelt. Kurzfristig soll der Container der Villa Aufheim nahe der Mittelschule aufgebaut werden. Ein Büro für die Leitung der Stadtjugendpflege sowie Räume für weitere Angebote wie den Mädchentreff können in der Mittelschule selbst eingerichtet werden. Das funktioniere, weil sich die Schulzeiten und die der Jugendarbeit nicht überschneiden, so die Verwaltung.
Jugendangebote in Senden sollen nahe der Schulen gemacht werden
Dauerhaft könnten die Jugendangebote im geplanten Zentralgebäude Raum finden, das nach der neuen Grundschule und der neuen Turnhalle gebaut werden soll. Die Verbindung von Schulen und Jugendpflege habe den Vorteil, dass sich beide Seiten abstimmen können, beispielsweise in der Ganztagesbetreuung oder der Schulsozialarbeit. Stadtjugendpfleger Benjamin Miller wiederum bleibt aber in seinem Büro im Kiosk am Marktplatz. Da er für die mobile Jugendarbeit zuständig sei, sei der Standort inmitten der Stadt dafür besser geeignet, so Gentner.
Die städtische Jugendbeauftragte Sandra Axmann (Grüne) ergänzte, dass zunächst ausprobiert werden solle, wie die Angebote der Stadtjugendpflege in unmittelbarer Nähe zu den Schulen funktionieren. Auch Birgit Plechinger, Schulleiterin der Mittelschule, sei prinzipiell einverstanden, jedoch gleichzeitig skeptisch. Es werde zu Spannungsverhältnissen kommen, und fraglich sei, ob die Jugendlichen den ganzen Tag an einem Ort sein wollen - nämlich morgens in der Schule und abends ebenso auf dem Gelände. Walter Gentner von der Verwaltung bestätigte, dass bei den Verantwortlichen im Jugendbereich nicht unbedingt "Glückseligkeit" herrsche, aber man wolle es so ausprobieren. Der Stadtrat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, dies zu tun und Ende 2022 zu evaluieren, wie die neuen Angebote ankommen.
Bis Mitte des Jahres sollen das Trauzimmer ins Bürgerhaus und die Jugendpflege in den Container umziehen. Der Umbau des derzeitigen Jugendcafés sei aufwendiger. Da es sich um eine ehemalige Gaststätte handle, solle ein Planungsbüro eingeschaltet werden, um mit einem "Gesamtblick" über die Räume zu schauen, so die Verwaltung.
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