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Senden: Wird die Dreifach-Turnhalle in Senden abgerissen?

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Wird die Dreifach-Turnhalle in Senden abgerissen?

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    Der Zustand der Dreifach-Turnhalle in Senden ist schlechter als angenommen. Bald wollen die Räte darüber sprechen, ob sie neu gebaut oder generalsaniert werden muss.
    Der Zustand der Dreifach-Turnhalle in Senden ist schlechter als angenommen. Bald wollen die Räte darüber sprechen, ob sie neu gebaut oder generalsaniert werden muss.

    Es sind schlechte Nachrichten: Die Dreifach-Turnhalle bei Mittelschule, Wirtschaftsschule und Lebenshilfe ist in schlechtem Zustand. So schlecht, dass sie vermutlich höchstens noch die nächsten fünf Jahre genutzt werden kann. Dann muss sie entweder generalsaniert oder neu gebaut werden. Diese Hiobsbotschaft überbrachte Architekt Martin Maslowski den Stadträten in der jüngsten Sitzung. Und er ging bei seiner Beschreibung der Zustände in der Halle (und wie diese in fünf Jahren aussehen könnte) nicht zimperlich vor.

    Maslowski startete mit den Worten, er habe heute hier im Rat „keinen netten Job“ zu verrichten. In die Halle, die 1977 gebaut wurde, sei immer wieder Geld gesteckt worden. Trotzdem leide sie unter bestimmten Problemen, das sei zum einen der Brandschutz und zum anderen nötige Instandhaltung. Seit 2012 sei er als Architekt mit dem Projekt Dreifach-Turnhalle vertraut. Damals wurden der Brandschutz untersucht und einige Verbesserungen gemacht. 2016 wurde unter anderem eine Nebellöschanlage eingebaut, danach jedoch an der Halle nichts mehr gemacht. Erst Ende 2019 habe sich die Verwaltung erneut nach dem Zustand erkundigt. Die Antwort fällt nicht besonders aufmunternd aus.

    Massiver Verschleiß in der Haustechnik der Halle

    Im Bereich der Haustechnik gebe es massive Schäden durch Verschleiß, sagte Maslowski. Die Wasser- und Abwasserleitungen seien teilweise marode, es habe auch schon Wasserrohrbrüche gegeben – mit einigen Auswirkungen. „Teilweise kann man gar nicht eruieren, wo die Brüche passiert sind“, sagte der Architekt. Die Wände seien von unten feucht, vermutlich weil Leitungen geplatzt seien. Zudem sei der Boden unter Wasser gesetzt gewesen und teilweise sehr weich, mehrere Bereiche seien geflickt worden. Kurz: „Der Boden ist am Ende.“ Da auch Abwasserleitungen betroffen seien, rieche es morgens manchmal etwas streng nach Fäkalien. In der Lüftungsanlage gebe es Kondensschäden, der Sanitärbereich sei veraltet und die Fliesen kaputt, da sich der Estrich teilweise wölbe.

    Der Zustand der Dreifach-Turnhalle in Senden ist schlechter als angenommen. Bald wollen die Räte darüber sprechen, ob sie neu gebaut oder generalsaniert werden muss.
    Der Zustand der Dreifach-Turnhalle in Senden ist schlechter als angenommen. Bald wollen die Räte darüber sprechen, ob sie neu gebaut oder generalsaniert werden muss.

    Abgesehen vom Zustand müsse dringend in Sachen Brandschutz gehandelt werden. Derzeit ist die Halle eine Versammlungsstätte mit mehr als 200 Besuchern, für diese gelten eine Vielzahl an Anforderungen. An eine reine Sporthalle werden aufgrund der geringeren Benutzerzahl weniger Anforderungen gestellt. Deswegen empfahl die Verwaltung, die Nutzung der Halle von einer Versammlungsstätte in eine Schulsporthalle zu ändern. Diesem Beschlussvorschlag kamen die Räte nach.

    Je mehr Leute in der Halle sind, desto größer ist auch die Brandgefahr. „Und brennen sollte die Halle besser nicht“, sagte Maslowski klar. Fast alle Flächen sind nach Auskunft des Architekten mit Nadelholz verkleidet, das sei „eine ganz enorme Brandlast“. Der Architekt stellte klar: Wenn Schulklassen in der Halle Sport treiben, reichen die Rettungswege im Brandfall. Bei großen Veranstaltungen bedarf es in Zukunft zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen, etwa der Feuerwehr vor Ort. Der Architekt stellte dem Gremium Möglichkeiten vor: ein Neubau für gut 6,2 Millionen Euro oder eine Generalsanierung für circa fünf Millionen. Nur Teile auszubessern, sei nicht zu empfehlen, die Halle sei ein Fass ohne Boden.

    Muss die Halle neu gebaut werden?

    Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf stellte klar, dass die Sicherheit an erster Stelle stehe. Sie schlug vor, in einer anstehenden Stadtratsklausur über das Problem Halle zu sprechen. Dort könnten alle Möglichkeiten besprochen werden, etwa auch der beste Platz, um einen Neubau hinzustellen. „Die Halle hatte bislang keiner auf dem Schirm“, fasste Schäfer-Rudolf zusammen.

    Die Räte zeigten sich fassungslos. Helmut Meisel (Grüne) dankte für die „erschütternde Wahrheit“. Insgesamt schienen die Räte zu einem Neubau zu tendieren, dies sei wirtschaftlich gesehen die einzige Möglichkeit. Dennoch stellt die Halle die Stadt vor ein weiteres finanzielles Problem – das Großprojekt Hallenneubau ist nicht im Investitionsplan der Stadt enthalten. „Von der Tiefe der Probleme hat keiner etwas gewusst“, sagte Maren Bachmann (SPD). Deswegen sprachen sich auch andere wie Xaver Merk (Linke) dafür aus, im Detail auf der Klausurtagung darüber zu sprechen. Laut Maslowski dauere es bei einem Projekt wie einem Neubau vor allem lange, bis die Bauherren wissen, was sie wollen. Die reine Planungs- und Bauzeit benötige dann je ein Jahr. Es sei also etwas Zeit zum Überlegen und Sparen.

    Der Zustand der Dreifach-Turnhalle in Senden ist schlechter als angenommen. Bald wollen die Räte darüber sprechen, ob sie neu gebaut oder generalsaniert werden muss.
    Der Zustand der Dreifach-Turnhalle in Senden ist schlechter als angenommen. Bald wollen die Räte darüber sprechen, ob sie neu gebaut oder generalsaniert werden muss.

    Mehrere Räte erkundigten sich zudem, ob und wie lange die Halle von Schülern und beispielsweise durch den Vereinssport noch genutzt werden könne. In dieser Hinsicht beruhigte der Architekt. „Wenn eine Gefahr drohte und niemand mehr in die Halle dürfte, hätte ich Ihnen das genauso offen gesagt, wie ich den Zustand beschrieben habe“, sagte er. Das Problem seien 200 Leute und mehr. In diesen Fällen brauche es weitere Auflagen, zum Beispiel die Anwesenheit der Feuerwehr. Die Halle werde regelmäßig an mehreren Stellen geflickt, sie könne noch drei bis fünf Jahre genutzt werden. Doch das sei nur die Behebung der Probleme, damit bekomme man nicht die Ursache in den Griff, so der Architekt.

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