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Stadtgeschichte: Symbol des Fortschritts

Stadtgeschichte

Symbol des Fortschritts

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    Symbol des Fortschritts
    Symbol des Fortschritts

    Neu-Ulm Es war der Geburtstag des württembergischen Königs Wilhelm I., am 26. September 1853, als die Eisenbahn Neu-Ulm erreichte. Von Augsburg und dem badischen Bruchsal aus waren Festzüge in Richtung der Grenzstadt aufgebrochen, um diesen besonderen Tag zu begehen, mit dem eine neue Ära für die junge Stadt beginnen sollte. Die Dampflokomotiven, aber Gleise waren damals ein Zeichen des Fortschritts. Dass Letztere später als Hindernis für die weitere Entfaltung Neu-Ulms empfunden werden sollten, ahnte 1853 noch niemand.

    „Die Eisenbahn war für jede Stadt ein Katalysator für die wirtschaftliche Entwicklung“, erklärt der Historiker Dr. Uwe Schmidt, der derzeit an der Ausstellung zum 200. Stadtjubiläum arbeitet. Über den neuen Verkehrsweg wurde der An- und Abtransport von Waren schneller und komfortabler, den Unternehmen erschlossen sich neue Absatzmöglichkeiten. Manche Betriebe, wie die Türleistenfabrik Aicham, die sich in den 1860ern in Neu-Ulm ansiedelte, entschieden sich laut Schmidt überhaupt erst der Eisenbahn wegen für den Standort.

    Für die Besucher aus dem Westen endete an jenem großen Tag im September 1853 die Zugfahrt aber bereits am Ulmer Bahnhof – den Rest der Strecke zum Festbankett auf der bayerischen Donauseite mussten die Honoratioren mit der Kutsche zurücklegen. Fast ein Jahr sollte es noch dauern, bis auch die beiden Schwesterstädte verbunden waren. „Die damaligen Staatseisenbahnen befanden sich in knallharter Konkurrenz“, sagt Schmidt. Der Überlieferung nach hatte der bayerische König Ludwig I., in dessen Regierungszeit die Planung der Strecke fiel, den Brückenschlag sogar ganz verhindern wollen. Die Nachbarschaft zu Ulm sollte sich aber in der Folge als positiv erweisen: Nach Einschätzung des Historikers profitierte Neu-Ulms Entwicklung stark vom Verkehrsknotenpunkt Ulm.

    Zur Ost-West-Verbindung kam 1862 noch die Illerbahn, durch die Neu-Ulm auch ans Allgäu angeschlossen wurde. 1892 nimmt die Bahn den zweigleisigen Betrieb in Richtung Augsburg auf, 1932 wird die gesamte Strecke elektrifiziert. Der erste Bahnhof war durch diese Entwicklungen schnell überlastet. 1876 wird ein neues Gebäude eröffnet, das 1934 noch einmal umgebaut wird. Gut ein Jahrzehnt später liegt es in Trümmern: Die Bombenangriffe am 1. und 4. März 1945 zerstören den Bahnhof völlig. Doch bereits zweieinhalb Monate später, nach der Kapitulation, kann der Eisenbahnbetrieb durch das Engagement der US-Besatzungstruppen wieder aufgenommen werden.

    Gleise als unüberwindliches Hindernis

    Das Bahnhofsgebäude bleibt aber ein Provisorium, das erst 1957 durch einen Neubau ersetzt wird. Der von Architekten der Bundesbahn entworfene Zweckbau erwärmte die Herzen aber nicht, die ohnehin schon bald nicht mehr so recht für die Eisenbahn schlagen wollten: Das wachsende Neu-Ulm fühlte sich im Würgegriff der Gleise, die wie ein unüberwindlicher Fluss das Stadtgebiet durchtrennten. Die Lösung hieß „Neu-Ulm 21“: 2003 beginnen die Arbeiten, im November 2007 wird die neue, tiefergelegte Anlage eingeweiht: Wieder wurde ein Bahnhof für Neu-Ulm ein Symbol des Fortschritts.

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