Weißenhorn Statt bunter Masken und Musik nur lange Gesichter: So trist könnte der Fasching 2012 in der Fuggerstadt aussehen. Denn die Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht (IWF) sucht derzeit händeringend einen neuen Vorsitzenden. Ihr bisheriger Chef, Bruno Simmnacher, will wie berichtet nicht erneut kandidieren. Findet sich bis zur Jahreshauptversammlung am Freitag, 13. Mai, kein Kandidat, so steht der Verein laut Satzung vor seiner Auflösung. Das bedeutet: In der Fuggerstadt würde eine bunte Tradition aussterben. Kinderball, Faschingsumzug und Erfindermesse fielen flach, ebenso der 50-Plus-Ball.
Die Lage ist aus Sicht des IWF-Vorstandes ernst. Eilig beriefen die Mitglieder eine Pressekonferenz ein. Und der scheidende Vorsitzende Simmnacher erläutert: „Wir haben dafür bewusst die heiße Phase des Faschings gewählt, damit die Feiernden sehen, was ihnen in Zukunft fehlen wird.“ Wäre man erst nach der Faschingssaison an die Öffentlichkeit gegangen, hätten wohl viele gedacht: „Es ist ja noch ein Jahr Zeit.“ Doch Zeit hat die IWF nicht mehr. Findet sich bis zur Jahreshauptversammlung kein neuer Vorsitzender, dann ist Schluss – und dann dürfte die Weißenhorner Fasnacht vor ihrem Ende stehen. Damit es nicht so weit kommt, sollen sich Freiwillige beim Verein melden.
An Helfern fehle es nicht – aber ein Präsident muss her
Vorstandsmitglied Günther Findler erläutert: „An Helfern fehlt es uns nicht, aber wir brauchen schlicht und einfach einen Präsidenten.“ Bei der Suche nach einem Vorsitzenden soll eine neue Organisationsstruktur helfen. So werden die Aufgaben in Zukunft auf fünf Vorstandsbereiche aufgeteilt und die teilweise als anspruchsvoll geltenden Vorbereitungen so auf mehrere Schultern verteilt. Bezüglich der Hallenfasnacht, der Öffentlichkeitsarbeit und der Finanzen sei man gut aufgestellt, so Findler. Die Hauptaufgabe des Präsidenten liege im geschäftsführenden Bereich.
Simmnacher wird sein Amt nach 22 Jahren an der Spitze aufgeben. Dennoch wolle er seine lieb gewonnene IWF nicht im Regen stehen lassen. Dem neuen Präsidenten werde er mit Rat und Tat zur Seite stehen – selbst will er die Tätigkeit aber nicht ausüben: „Ich bin ein Fasnachter durch und durch und möchte den Fasching jetzt mitfeiern wie früher, als ich noch nicht im Vorstand war.“ Der Neue müsste nach Ansicht von Simmnacher kein „Extremfasnachter“ sein. „Er sollte Spaß am Vereinsleben haben.“
Kontakt: Freiwillige können sich bei Bruno Simmnacher unter Telefon (07309)5564 oder bei Günther Findler unter (07309)921448 melden.