Mit dem Ziel einer "bestmöglichen Gesundheitsversorgung in der Region bei gleichzeitiger Wahrung der Interessen der Mitarbeiter der RKU", so heißt es in einer Pressemitteilung, haben sich die beiden Gesellschafter hinsichtlich der Übertragung der Gesellschaftsanteile der Sana Kliniken AG an den Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) auf das Universitätsklinikum Ulm verständigt.
Die bisher geteilte Trägerschaft soll – sofern alle formalen Voraussetzungen für eine Übernahme der Anteile erfüllt sind - unter anderem Fusionskontrolle durch das Bundeskartellamt – spätestens Mitte des Jahres vollständig an das Universitätsklinikum Ulm übergehen.
Das Universitätsklinikum und Sana betreiben die Universitäts- und Rehabilitationskliniken RKU gemeinsam. Am 22. Juli 2019 hatte das Uniklinikum den Vertrag wegen unterschiedlicher Vorstellungen über die strategische Ausrichtung gekündigt.Auslöser war die Frage, ob die Neurologie der RKU in die Unikliniken integriert werden soll oder nicht. Die räumliche Trennung sei nicht mehr zeitgemäß, hatte Professor Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Uniklinikums, bemängelt.
Sana Kliniken bleiben in Ulm an Bord
Die Sana Kliniken AG wird die RKU im Interesse von Kontinuität und Stabilität nach Übergang der Anteile weiterhin im Rahmen eines Managementvertrags begleiten und die über die Jahre hinweg erfolgreiche Geschäftsführung am RKU fortsetzen. „Es war uns ein besonderes Anliegen, gemeinsam mit unserem Partner Sana Kliniken AG eine tragfähige Lösung im Interesse der universitären Krankenversorgung und der Beschäftigten am RKU zu finden“, erklärt Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Vorstandsvorsitzender und Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm. Durch die Änderung der Beteiligungsverhältnisse ergeben sich keinerlei unmittelbare Veränderungen für die Mitarbeiter der RKU.
RKU wird 100-prozentige Tochter des Uniklinikums
„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RKU haben in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet, die in der Stadt und der Region hoch anerkannt wird. Sie sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Unternehmen. Keiner der Beschäftigten muss sich Sorgen machen, dass sich durch den Wechsel der Trägerschaft Nachteile ergeben.“ Ziel der Universitätsmedizin Ulm sei es, universitäre Krankenversorgung, Forschung und Lehre am Oberen Eselsberg gemeinsam mit der RKU weiterzuentwickeln und die etablierten, leistungsfähigen Strukturen und Prozesse weiter zu stärken. Die RKU soll als 100-prozentige Tochter des Universitätsklinikums weitergeführt werden und als starker und eigenständiger Akteur der Gesundheitsversorgung erhalten bleiben.
Durch den Einbezug der Managementkompetenz der Sana und die Fortführung der Geschäftsführung der RKU durch den seit über acht Jahren tätigen bisherigen Geschäftsführer Herrn Matthias Gruber soll der Trägerwechsel bestmöglich gestaltet werden. „Wir freuen uns, dass die Gespräche zur Gesellschafterstruktur der RKU einvernehmlich abgeschlossen werden konnten und die Sana auch weiterhin für das operative Management durch die Wahrnehmung der Geschäftsführung Verantwortung trägt“, so Sana Regionalgeschäftsführer Andreas Ruland.
Uniklinik Ulm will von der starken Neurologie profitieren
Für das Universitätsklinikum Ulm ergeben sich mit der damit erreichten Komplettierung des Fächerspektrums wichtige Entwicklungsperspektiven, die die hohe Versorgungsqualität und Forschungsleistung der Universitätsmedizin Ulm auch zukünftig sichern sollen. „Für die Zukunft der universitären Forschung und Lehre ist die Integration der RKU mit der starken Neurologie und Orthopädie wichtig und ein großer Gewinn. Insbesondere in der translationalen Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der RKU eine internationale Spitzenstellung ein. Diese Forschungsstärke kann durch die zukünftig noch engere Zusammenarbeit mit der Universität weiter ausgebaut werden“, sagt Professor Michael Weber, Präsident der Universität Ulm. Ein großer Erfolg der neurologischen Forschung sei auch die Einrichtung eines Ulmer Standorts des hochkarätigen Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen.
„Wir waren uns in den Verhandlungen mit unserem langjährigen Mitgesellschafter Sana einig, dass die Vermeidung einer Konkurrenzsituation am Oberen Eselsberg, die auch mit dem Aufbau von Doppelstrukturen verbunden gewesen wäre, die beste Lösung für den Standort darstellt“, so Kaisers. (AZ)
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