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Ulm: Tatütata, die Wende bei Magirus ist da

Ulm

Tatütata, die Wende bei Magirus ist da

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    Auf dem Münsterplatz feierte das Unternehmen Magirus am Donnerstagabend seine Drehleitern. 1994 stellt das Unternehmen die erste Drehleiter mit Gelenkarm vor und revolutionierte damit die Einsatzmöglichkeiten.
    Auf dem Münsterplatz feierte das Unternehmen Magirus am Donnerstagabend seine Drehleitern. 1994 stellt das Unternehmen die erste Drehleiter mit Gelenkarm vor und revolutionierte damit die Einsatzmöglichkeiten. Foto: Helmstädter

    Die Ulmer Feuerwehr-Firma Magirus sieht Licht am Ende des Tunnels: Wie Marc Diening, der Chef des Herstellers von Drehleitern, Löschfahrzeugen und Co bei einer Jubiläumsveranstaltung in Ulm sagte, sei das Unternehmen nach mehreren „schwierigen Jahren“ wieder auf dem richtigen Weg. 2019 werde voraussichtlich eine „schwarze Null“ geschrieben. Diening: „2019 ist ein Wendejahr“. 2020 sollen wieder Gewinne erzielt werden. Den Umsatz gibt Diening mit 250 Millionen Euro an. Die Steigerungsraten seien zuletzt zweistellig gewesen.

    CNH will den Lastwagenhersteller Iveco abtrennen

    Die Umstrukturierung sei ein „steiniger Weg“ gewesen. Nach der Lasterfabrik-Verlagerung 2012 konzentrierte sich der Standort Ulm ganz auf die Brandschutzsparte. So ganz reibungslos sei das nicht verlaufen. Diening sprach von Liefer- und Qualitätsproblemen. Die gehörten nun der Vergangenheit an. Der Blick geht nach vorne: Der Aufsichtsrat von Magirus habe eine Strategie für die kommenden fünf Jahre verabschiedet, die auf Zuverlässigkeit und Innovationsführerschaft setze.

    Die Beschäftigung am Standort Ulm sei stabil bei insgesamt 1500 Mitarbeitern. Davon seien 500 nicht direkt im Brandschutz, etwa der Laster-Entwicklung, einem Iveco-Überbleibsel, beschäftigt. Das Dach über alldem bildet immer noch der Konzern CNH: Die frühere Fiat-Landmaschinen- und Nutzfahrzeugtochter soll aber weiter zerlegt werden. CNH will den Lastwagenhersteller Iveco abtrennen und an die Börse bringen. „Das bedeutet aber keine großen Veränderungen für Magirus“, sagte Diening. Denn die Bindung an Iveco sei ohnehin nicht so eng wie oftmals angenommen: Die Hälfte der Feuerwehraufbauten werde schon heute auf andere Fabrikate montiert.

    Magirus feiert auf dem Münsterplatz 25-Jahre-Gelenkdrehleiter

    Einen doppelten Anlass gab es für ein zweitägiges Treffen von Feuerwehrexperten und Fachjournalisten aus ganz Europa: Am Donnerstagabend feierte Magirus auf dem Münsterplatz 25-Jahre-Gelenkdrehleiter. Warum das ein Ereignis ist, erklärte Diening: „Die Einführung der Gelenkarmdrehleiter ist ein herausragender Meilenstein, der die Drehleiter als Rettungsgerät in ihren Anwendungsmöglichkeiten revolutioniert hat.“ Damit sei in Ulm ein neues Segment begründet worden, das heute in weiten Teilen der Welt zum Standard geworden ist. Acht illuminierte Fahrzeuge zogen vor dem höchsten Kirchturm der Welt ihre Blicke auf sich. Eine Weltpremiere mit großem Brimborium wurde dann am Freitag im „Magirus Experience Center“, dem Showroom der Ulmer Brandschutzexperten, zelebriert: Als Diening das weiße Polyestertuch vom Fahrzeug zog, tauchte darunter das erste gasbetriebene Feuerwehrfahrzeug von Magirus auf. Das Verkaufsargument: Das Gas-Fahrzeug habe im Gegensatz zu dieselbetriebenen Löschfahrzeugen keine Nachteile, sei aber weit umweltfreundlicher. Die Zielgruppe des Nischenprodukts: Kommunen, die ohnehin auf Gas setzen und bereit sind, fünf bis zehn Prozent mehr als für ein herkömmliches Löschfahrzeug auszugeben. Andreas Wenzel, der verantwortliche Produktmanager bei Magirus, sieht die Zeit der Brennstoffzelle zudem erst in fünf bis zehn Jahren kommen. Große Elektro-Löschfahrzeuge seien noch nicht realisierbar. Die Nutzlast ist das Haupthindernis.

    Magirus jetzt zwei kleine E-Fahrzeuge im Programm

    Dafür hat Magirus jetzt zwei kleine E-Fahrzeuge im Programm, von denen ein Typ in Ulm produziert wird, der andere in Graz. Diese können beispielsweise in brennenden Tunnels noch arbeiten, wenn der Verbrennungsmotor längst aufgrund von Sauerstoffmangel streikt. BMW habe bereits für die Motorradwerke in Berlin geordert. Durch die wendigen, sofort einsatzbereiten Fahrzeuge könne die Schadenabwehr verbessert werden und mögliche Produktionsausfälle durch schnelles Löschen der Brände verhindert werden.

    Neben alternativen Antriebsformen hat Magirus zunehmend ein Geschäftsfeld im Blick, das ebenfalls mit dem Thema Klimawandel zusammenhängt. Diening registrierte eine Zunahme an geländegängigen Löschfahrzeugen. Dies sei durch eine erhöhte Waldbrandgefahr auch in Mittel- und Nordeuropa begründet.

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