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Ulm: Ulm nach dem Schwörmontag: Eine Stadt voller Müll

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Ulm nach dem Schwörmontag: Eine Stadt voller Müll

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    Die Donau bei der Friedrichsau: Der Fluss ist voller Überreste vom Nabada, etwa zehn Kubikmeter Müll zogen Stadtwerke-Mitarbeiter aus dem Wehr bei Offenhausen. Doch in den Jahren zuvor war es oft noch viel mehr Abfall.
    Die Donau bei der Friedrichsau: Der Fluss ist voller Überreste vom Nabada, etwa zehn Kubikmeter Müll zogen Stadtwerke-Mitarbeiter aus dem Wehr bei Offenhausen. Doch in den Jahren zuvor war es oft noch viel mehr Abfall. Foto: Alexander Kaya

    Der Morgen danach bot eine Überraschung für die Mitarbeiter der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU). So wenig Müll wie schon lange nicht mehr landete im Wehr des Kraftwerks Offenhausen. „Warum, wissen wir nicht“, sagte Unternehmenssprecher Bernd Jünke am Dienstag. Etwa zehn Kubikmeter Müll fischten die Angestellten der Stadtwerke aus der Rechenanlage am Wehr. Davor, so Jünke, sei es oft dreimal so viel gewesen.

    Auch, wenn es nach Angaben der Stadtwerke in den vergangenen Jahren noch mehr Abfall gewesen ist: Die Donau war am Dienstagmorgen voller Müll: Glas- und Plastikflaschen, Becher, Dosen, Fässer und Reste der Boote und Floße. Viel davon hat sich am Ufer des Flusses verfangen. Die Mitarbeiter der Ulmer Entsorgungsbetriebe (Ebu) ließen diesen Müll am Dienstag erst einmal liegen. „Vielleicht kommt ja noch jemand, wenn er seinen Rausch ausgeschlafen hat, und holt sein Floß ab“, erklärte Florentin Heese, Abteilungsleiter Fuhrpark und Betriebe bei Ebu. Manchmal seien auch Zettel an den Flößen angebracht: „Holen wir später ab“. Dann spare man sich die Arbeit. Was doch noch liegen bleibt, sammelt die Ebu später ein.

    Nach dem Schwörmontag wird in Ulm aufgeräumt

    Um vier Uhr morgens begannen Heese und seine Kollegen am Dienstag mit der ersten Schicht, um sieben stieg die zweite ein und um 16 Uhr endete der lange Aufräum-Arbeitstag nach dem Schwörmontag. 32 Mitarbeiter der Straßenreinigung waren mit acht Fahrzeugen unterwegs. Eines davon saugt den Müll nicht ein, sondern nimmt ihn mit einem Förderband auf. Dieses Fahrzeug kann auch auf Grünflächen eingesetzt werden. So könne man beispielsweise Scherben aufsammeln, ohne Erde einzusaugen, erläuterte Heese. Weil das Wetter gut und das Gras trocken war, konnten die Müllmänner schon am Vormittag die Donauwiese damit reinigen. Doch auch die Friedrichsau war voller Abfall: Die Mülleimer quollen über, Papier, Plastik, Glas und Essensreste lagen im Gras und auf den Wegen. An vielen Orten in der Stadt hatte die Ebu große orangefarbene Müllcontainer aufgestellt, die nach und nach mit Abfall gefüllt wurden. Wie viel Unrat die Mitarbeiter aufsammelten, hatte Abteilungsleiter Heese am Dienstag noch nicht erfasst. Am meisten Arbeit hätten die Ecken gemacht, schildert Heese. Denn die müsse man von Hand auskehren, bevor die Fahrzeuge den Dreck aufnehmen. Einzelne Ecken seien übrig geblieben, um sie werde man sich an den kommenden Tagen kümmern.

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    Nach Schätzungen des Einsatzleiters der rund 100 ehrenamtlichen Rettungsdienstler war die Zahl der Besucher am Schwörmontag in etwa so groß wie in den Vorjahren – 2018 hatten nach Schätzungen der Stadt rund 30000 Menschen an dem Tag gefeiert. In diesem Jahr waren viele Feierwütige bis in die Morgenstunden in Ulm und Neu-Ulm unterwegs. Zwei junge Männer schliefen bei Anbruch des Tages auf einem umgedrehten Schlauchboot am Donauufer.

    Polizei Ulm: Schwörmontag 2019 war friedlich

    Polizei und Rettungskräfte zogen eine zufriedene Bilanz. Der Schwörmontag sei insgesamt friedlich verlaufen. Die Ulmer Polizei meldete 35 Straftaten – das sei im Verhältnis zu der großen Menschenmenge in der Innenstadt nicht übermäßig viel. Es habe sich um elf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, zwölf Körperverletzungen und vier Beleidigungen, einen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, einen Verstoß gegen das Waffengesetz und eine Sachbeschädigung gehandelt. Gegen Mitternacht hat ein 20-Jähriger der Ulmer Polizei zufolge einem Gleichaltrigen eine Flasche auf den Kopf geschlagen. Beide mussten ins Krankenhaus mussten, weil sich der Angreifer selbst an der Hand verletzte. Schon am Nachmittag gegen 15.30 Uhr fiel in der Sattlergasse ein 19-Jähriger auf, der sich laut Zeugen gegenüber Passanten aggressiv verhalten habe. Zudem seien Pillen aus seiner Tasche gefallen. Der Mann versuchte erfolglos, vor einer Polizeikontrolle zu flüchten. Die Ermittler fanden bei ihm größere Mengen verschiedener Drogen, die mutmaßlich zum Verkauf abgepackt waren, sowie mutmaßliches Dealergeld. Ansonsten hat die Polizei nach eigenen Angaben durch ihre starke Präsenz zahlreiche Streitigkeiten früh verhindert.

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    Die Neu-Ulmer Polizei registrierte nicht eine einzige Straftat. „Wir haben versucht, uns überall zu zeigen, um ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln“, sagte Sprecher Michael Wecker. Das habe funktioniert. Es seien nur ein paar verlorene Gegenstände gemeldet worden – und zwei vermisste Nabader, die aber wieder gefunden wurden (wir berichteten).

    Der Ulmer Rettungsdienst-Einsatzleiter Felix Roßnagel vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) berichtete von rund 100 Patienten am Schwörmontag. Gemessen an der Zahl der Besucher decke sich das mit dem täglichen Rettungsdienstbedarf. Die Zahl der Patienten sei deutlich zurückgegangen, viele Besucher seien wohl besser vorbereitet gewesen. Zum Beispiel seien die Einsatzkräfte nur selten nach Pflastern und Verbandsmaterial gefragt worden – dennoch sei die Zahl von Schnittverletzungen durch Scherben groß gewesen. Einsätze wegen zu großem Alkoholkonsum oder Schlägereien habe es weniger gegeben. „Wir haben den Eindruck, dass die Leute stärker auf sich selbst geachtet haben“, berichtete Roßnagel.

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