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Beim Feuerwehr-Münsterturmlauf in Ulm am 22. Mai gehen die Einsatzkräfte an ihre Grenzen

Ulm/Neu-Ulm

„Sportliche Herausforderung“: Beim Feuerwehr-Münsterturmlauf gehen die Einsatzkräfte an ihre Grenzen

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    In Ludwigsfeld bereiten sich die Feuerwehrleute auf die Herausforderung des Münsterturmlaufs vor.
    In Ludwigsfeld bereiten sich die Feuerwehrleute auf die Herausforderung des Münsterturmlaufs vor. Foto: Dagmar Hub

    Er war zur Premiere ganz schnell ausgebucht: Neben dem „normalen“ und inzwischen ebenfalls bereits ausgebuchten Münsterturmlauf am 22. Mai haben sich auch 161 Feuerwehrleute zu einem eigenen und in diesem Jahr erstmals stattfindenden Feuerwehr-Treppenlauf über die 560 Stufen des Münsterturms angemeldet. Sie werden in Einsatzkleidung – mit Helm und Handschuhen, Einsatzanzug, schweren Stiefeln und mit angeschlossenem Atemschutz – nach oben eilen. Ziel des Wettkampfes ist es, leistungsfähig für Einsätze zu sein, so Stefan Matheis, Organisator des Feuerwehr-Treppenlaufes.

    Als Konrad Dietrich Magirus 1846 den ersten offiziellen Spritzenzug in Ulm zusammenstellte, griff der Gründer des Deutschen Feuerwehrverbandes auf die Ulmer Turnerschaft zurück: Fitness, auch wenn es das Wort im Deutschen wahrscheinlich noch nicht gab, war Grundvorsetzung für die Rettung von Menschen aus brennenden Häusern. Heute gibt es den Feuerwehrsport, um den physischen und auch den psychischen Belastungen gewachsen zu sein, denen die Einsatzkräfte begegnen.

    Gegenseitiges Helfen ist beim Münsterturmlauf der Feuerwehrleute verboten

    Da kommt der Feuerwehr-Münsterturmlauf wie gerufen, der am 22. Mai im Anschluss an den gewohnten Turmlauf stattfindet. Zur Ausstattung, die die 161 Teilnehmer nach oben tragen werden, gehört auch das Atemschutzgerät auf dem Rücken. Gegenseitiges Helfen – zum Beispiel, das Atemschutzgerät eines anderen zu tragen – ist in diesem Fall nicht erlaubt, ebenso wenig das Ablegen der Handschuhe, so Matheis.

    Unter den Teilnehmern am Feuerwehrlauf sind auch Feuerwehrleute aus dem Landkreis Neu-Ulm – zum Beispiel Mitglieder des Ludwigsfelder Löschtrupps und der Feuerwehr Senden. „Fitness und Belastbarkeit sind zentrale Grundlagen für den Einsatz“, sagt Jörg Hartinger vom Löschzug. Die Feuerwehr Neu-Ulm trete als standortübergreifendes Team von Holzschwang bis Neu-Ulm an. Der Feuerwehr-Turmlauf als besondere Herausforderung stelle den sportlichen Aspekt des Feuerwehrdienstes in den Fokus, die Teilnahme zeige aber auch, dass die Einsatzbereitschaft auch im starken Zusammenhalt der Mannschaft und im Engagement für das Leben vor Ort gelebt wird.

    Die Motivation bei der Feuerwehr Neu-Ulm ist groß

    Die Motivation im Team der Feuerwehr Neu-Ulm ist hoch: „Ich mache beim Münsterlauf mit, da mich die sportliche Herausforderung bei diesem einzigartigen Event besonders reizt und ich gerne für die Feuerwehr Neu-Ulm an den Start gehe“, so Stefan Esch. Ähnlich sieht das José Nascimiento, der sportlich gern an die Grenzen geht und sich auf die nicht alltägliche Herausforderung freut. Bianca Schlotter ergänzt, dass die Treppen des Münsterturms dieses Mal „die Endlosleiter ersetzen“. Und Nicolas Roblicka betont einen weiteren Aspekt des Laufes: „Ich mache beim Feuerwehr-Münsterlauf mit aus Spaß an der Gaudi, und zugleich tun wir etwas für einen guten Zweck.“ In der Startgebühr ist nämlich ein Beitrag für ökologische Projekte enthalten.

    Die Sendener Feuerwehrmänner Jakob Wiest sowie Julian Birk, der als Zimmermann quasi täglich auf Gerüsten unterwegs ist, werden ebenfalls mit dabei sein. Mit fünf bis sechs Minuten Laufzeit bis nach oben rechnet Wiest, der bereits zweimal den Oberstdorfer Schanzenlauf absolviert hat. Einmal pro Jahr macht der 41-Jährige für sich eine solche ehrgeizige Herausforderung, für die er einmal wöchentlich in voller Montur auf dem Laufband im Fitnessstudio trainiert.

    Während einer solchen körperlichen Belastung werde es einem auch mal schwarz vor Augen, sagt Wiest über diese „fire trails“, aber man kämpfe sich durch – und biete am Ende nicht unbedingt einen optisch attraktiven Anblick, gibt er lachend zu.

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