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Die Bahn sorgt in Gerlenhofen wieder für eine böse Überraschung. Und was ist mit der Illertalbahn?

Kommentar

Schon wieder eine böse Bahn-Überraschung – und was ist mit der Illertalbahn?

Michael Ruddigkeit
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    Der Bahnübergang an der St.-Wolfgang-Straße in Gerlenhofen wird vorerst doch nicht umgebaut. Die Bahn hat das Vorhaben um mindestens weitere drei Jahre verschoben.
    Der Bahnübergang an der St.-Wolfgang-Straße in Gerlenhofen wird vorerst doch nicht umgebaut. Die Bahn hat das Vorhaben um mindestens weitere drei Jahre verschoben. Foto: Alexander Kaya (Archivbild)

    Die Bahn ist immer für Überraschungen gut, leider sind diese meistens ärgerlich. Das trifft auch auf die neueste Mitteilung des Unternehmens zum Bahnübergang in Gerlenhofen zu. Sie reiht sich nahtlos in eine Reihe unverständlicher Entscheidungen ein, die einen ratlos zurücklassen. Und sie lässt befürchten, dass auch der große und wichtige Ausbau der Illertalbahn deutlich länger dauern wird als erhofft.

    Der südliche Bahnübergang in Gerlenhofen sollte eigentlich bereits im Jahr 2025 umgebaut werden

    Der Bahnübergang an der St.-Wolfgang-Straße in Gerlenhofen wurde im Oktober 2023 aus Sicherheitsgründen dichtgemacht. Für die Anlieger brachte das zwar eine Erleichterung mit sich, weil die Züge seitdem nicht mehr laut pfeifen, wenn sie an dieser Stelle durchfahren. Doch für viele Bewohner des Neu-Ulmer Stadtteils war die Schließung ein Ärgernis, da sie seitdem Umwege in Kauf nehmen mussten. Noch bei der Bürgerversammlung kurz darauf zeigte sich die Stadtverwaltung zuversichtlich, dass der Übergang wie geplant 2025 umgebaut und wieder für den Verkehr freigegeben wird. Daraus wurde bekanntlich nichts, und es hieß, dass das Projekt auf 2026 verschoben wird. Doch nun folgt die nächste Überraschung.

    Das Projekt wird auf die ganz lange Bank geschoben. Die neue Sicherungsanlage werde erst 2029 installiert, teilte die Bahn mit. Als Grund nennt sie, „dass die geplanten Sperrpausen in diesem Jahr nicht wie gewünscht zur Verfügung stehen“. Statt für ein weiteres Jahr wird der Umbau gleich für drei Jahre geschoben – mindestens. Nach aktuellem Stand könnten die Arbeiten 2029 eingetaktet werden, heißt es.

    Nachvollziehbar ist das nicht. Dafür genauso ärgerlich wie das Hickhack um das geplante elektrische Stellwerk am Ulmer Hauptbahnhof. Erst schreckte die Bahn Pendlerinnen und Pendler mit der Nachricht auf, dass der Bahnhof vier Wochen lang komplett gesperrt werden müsse. Dann ruderte sie wieder zurück und sagte, dass es mehrere kürzere Sperrungen geben werde. Der Zeitplan: ungewiss.

    Die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Illertalbahn werden sich wohl verschieben

    Indem sie Pläne sehr kurzfristig ändert und dies nicht verständlich erklären kann, verspielt die Deutsche Bahn weiter Vertrauen. Denn Kundinnen und Kunden erwarten vor allem Verlässlichkeit. Erst recht bei Millionen-Projekten wie der Elektrifizierung und dem zweigleisigen Ausbau der Illertalbahn. Die Ertüchtigung soll für Entlastung auf der viel befahrenen Strecke sorgen. Sie bringt aber auch für Kommunen erhebliche Veränderungen mit sich, etwa neue Brücken und Unterführungen in Illertissen, Senden und Neu-Ulm.

    Bislang war immer die Rede davon, dass die Elektrifizierung und der Ausbau auf zwei Abschnitten bis 2032 erfolgen sollen. Dieser Zeitplan lässt sich vermutlich nicht halten. In der jüngsten Stadtratssitzung in Senden, als es um den Bahnhalt Nord ging, hieß es über den Zeitplan: „Die Inbetriebnahme der neuen Illertalbahn erfolgt dann anschließend ab 2033/34.“ Weitere Überraschungen nicht ausgeschlossen.

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