Wer an diesem Samstag mit Bus und Straßenbahn in Ulm unterwegs sein will, muss entweder Geduld aufbringen oder auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen. Die Gewerkschaft Verdi hat zum vierten Mal zu einem Warnstreik bei der SWU mobil in Ulm aufgerufen. Es wird damit gerechnet, dass der Fahrdienst am Samstag in Ulm und Umgebung zwischen 3.30 und 24 Uhr „wieder weitestgehend ausfällt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft am späten Freitagabend. Auch Fahrerinnen und Fahrer der SWU Verkehr werden erneut zum Solidaritätsstreik aufgerufen. Andere Gesellschaften der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) seien nicht betroffen, heißt es.
Grund für den erneuten Ausstand sei das „unzureichende“ Angebot in der vierten Verhandlungsrunde am 29. April. „Obwohl wir dem Arbeitgeber deutlich gemacht haben, dass wir eine fortdauernde Ungleichbehandlung der Fahrerinnen und Fahrer nicht akzeptieren werden, hat der Arbeitgeber auch weiterhin kein angemessenes Angebot gemacht“, wird die Verdi-Verhandlungsführerin Friederike DeCoite in der Mitteilung zitiert. „Ein Ergebnis muss die Zweiklassengesellschaft im Unternehmen mit Einkommensunterschieden von bis zu 18 Prozent beenden.“
Vom erneuten Streik bei der SWU mobil sind 173 Beschäftigte
Verdi ist nach eigenen Angaben in die laufende Tarifrunde mit der Forderung nach einer Fahrdienstzulage von 13 Prozent, fünf Prozent Nahverkehrszuschlag sowie einer Lehrfahrerzulage von zehn Euro gestartet, um eine Angleichung der Gehälter im Konzern zu erreichen. Die Friedenspflicht endete am 28. Februar 2026. Betroffen sind 173 Beschäftigte bei der SWU mobil, einer hundertprozentigen Tochter der kommunalen SWU, sowie 60 Beschäftigte bei der SWU Verkehr. Der nächste Verhandlungstermin ist am 23. Juni.
SWU-Geschäftsführer kritisierte Streiks in Ulm
Bereits am verkaufsoffenen Sonntag Ende März sowie zum Schulstart nach den Osterferien und am Wochenende vom 1. Mai wurde bereits im Ulmer Nahverkehr gestreikt. Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU mobil GmbH, hatte die Vorgehensweise von Verdi damals kritisiert: „Die aktuellen Forderungen nach einer Lohnerhöhung von 18 Prozent stehen aus unserer Sicht in keinem Verhältnis zur extrem angespannten Finanzlage der Kommunen. Auch wir bei der SWU befinden uns derzeit in intensiven Abstimmungen mit Stadtverwaltung und Gemeinderat, um notwendige Einsparungen im ÖPNV-Angebot zu prüfen.“
Gummersbach wies darauf hin, dass die Löhne in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen seien und den Mitarbeitenden im Fahrdienst schon heute sowohl beim Einkommen als auch bei den Arbeitsbedingungen ein Niveau angeboten werde, „das im Landes- und Bundesvergleich zur Spitze gehört“.
Am Samstag fährt keine Straßenbahn in Ulm: Diese Linien sind vom Streik betroffen
Auf der SWU-Webseite wurde bereits veröffentlicht, welche Linien vom Streik betroffen sind. Folgende Fahrten finden demnach statt:
- Linie 1: keine
- Linie 2: keine
- Linie 4: keine
- Linie 5, ab Ludwigsfeld: 13:25, 17:05 Uhr
- Linie 5, ab Wiley: 07:53, 09:50, 11:40, 15:20, 19:00 Uhr
- Linie 5, ab Universität Süd: 08:45, 10:37, 12:27, 14:17, 16:07, 17:57 Uhr
- Linie 6: alle Fahrten
- Linie 7: keine
- Linie 8: alle Fahrten
- Linie 9: alle Fahrten
- Linie 10: alle Fahrten
- Linie 11: keine
- Linie 12: alle Fahrten
- Linie 13: alle Fahrten
- Linien N1-N4, N7 und N8: alle Fahrten
Die SWU weisen darauf hin, dass die Angaben „ohne Garantie“ sind. Es kann beispielsweise aufgrund kurzfristiger Krankmeldungen zu weiteren Ausfällen kommen. Es wird auf die Echtzeitauskunft der SWU verwiesen.
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