Der Christopher Street Day (CSD) in Ulm und Neu-Ulm feiert am Samstag, 20. Juni, sein 15. Jubiläum. Erwartet werden bis zu 10.000 Gäste. Außerdem wird ein deutschlandweiter Rekord aufgestellt.
„Von Ufer zu Ufer: Wir halten zusammen“, lautet das Motto des diesjährigen CSD Ulm/Neu-Ulm und setzt damit in Zeiten, in denen gesellschaftliche Gräben tiefer werden und Diskriminierungen gegen Minderheiten zunehmen, ein klares Signal: „Zusammenhalt kennt keine Stadtgrenzen, keine Identitäten und keine Ufer.“
Ein Highlight der diesjährigen Parade ist buchstäblich von historischem Format: 4,5 Meter breit, über 100 Meter lang – die aktuell größte Regenbogenfahne Deutschlands wird am 20. Juni erstmals in voller Länge durch die Innenstädte getragen.
„Den Rekord für die höchste Kirche der Welt haben wir kürzlich abgeben müssen“ – jetzt folgt eben ein anderer Rekord
„Den Rekord für die höchste Kirche der Welt haben wir kürzlich abgeben müssen, weswegen wir entschieden haben, einfach einen neuen Rekord aufzustellen: Die größte Regenbogenfahne Deutschlands“, erklärt Alpay Artun, Vorsitzender des Vereins Pride Ulm/Neu-Ulm. Mitsamt der Rekordflagge wolle man „ein unübersehbares Zeichen für Sichtbarkeit und Akzeptanz setzen und die Straßen unserer Doppelstadt wortwörtlich in ein Meer aus Regenbogenfarben tauchen“.
Für die Materialien, die bei so einer Rekordflagge benötigt werden, wurde erst einmal Geld gesammelt. Dann wurde die Regenbogenflagge in einer großen Community-Aktion gemeinsam mit dem Nähcafé des Temporärhauses gefertigt. „Jede Naht steht dabei symbolisch für den Zusammenhalt in unserer Doppelstadt“, betont Artun.
Was 2011 mit einigen hundert Teilnehmenden auf den Straßen Ulms begann, hat sich laut Veranstalter zu einer der bedeutendsten queeren Veranstaltungen in Baden-Württemberg und Bayern entwickelt. 2022 kehrte der CSD nach der Pandemie zurück und erreichte 2025 mit rund 7000 Teilnehmern einen Besucherrekord.
„Wir sind sehr optimistisch, dass wir in diesem Jahr die Marke von 10.000 Teilnehmenden knacken werden“
In diesem Jahr soll diese Zahl also noch einmal getoppt werden: „Wir sind sehr optimistisch, dass wir in diesem Jahr die Marke von 10.000 Teilnehmenden knacken werden“, sagt Artun. Die besondere Atmosphäre des CSD in Ulm und Neu-Ulm habe sich mittlerweile weit über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen. Außerdem rechne man aktuell mit einem besonders starken Zulauf von Menschen, die die queere Community unterstützen möchten.
Hinzu kommt: „Mit Highlights wie der erwähnten Rekordfahne, unserer neuen Rainbow Family Area für Familien und einem hochkarätigen Bühnenprogramm – unter anderem mit dem Duo Suchtpotenzial – bieten wir attraktive Anziehungspunkte für ein sehr breites Publikum“, so Artun.
Die Fotos vom CSD 2025: So bunt war die Parade durch Ulm und Neu-Ulm
Um 14 Uhr startet die Demo-Parade. Gemeinsam marschieren Teilnehmende durch die Innenstädte von Ulm und Neu-Ulm – auf einer rund 4,5 Kilometer langen Route, die in Neu-Ulm startet und über die Donau führt. Danach, gegen 16.30 Uhr, öffnet das Straßenfest mit einer Vielzahl an Infoständen. Auf der Bühne erwartet die Gäste ein vielfältiges Programm.
Das Pride Open-Air auf dem Münsterplatz ab 19.45 Uhr ist kostenfrei und für alle zugänglich. Den Abschluss des Tages bildet die eine CSD-Afterparty, die größte queere Party Süddeutschlands, ab 22 Uhr im Cocomo-Club.
Begleitet wird der Pride-Monat Juni durch eine illuminierte Regenbogen-Brücke: Die Kienlesbergbrücke erstrahlt den gesamten Juni über in Regenbogenfarben. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der gesamten Region ein friedliches und buntes Fest zu feiern“, sagt Artun.
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