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Kommentar: Mutschler, Mahler, Opti – aus. Die Zeit dieses Neu-Ulmer Einkaufsriesen ist vorbei

Kommentar

Mutschler, Mahler, Opti – aus. Die Zeit dieses Neu-Ulmer Einkaufsriesen ist vorbei

Oliver Helmstädter
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    Die guten Zeiten des Möbelhandels liegen lang, lang zurück.
    Die guten Zeiten des Möbelhandels liegen lang, lang zurück. Foto: Alexander Kaya

    Die guten Zeiten des Möbelhandels liegen lang, lang zurück: Eigentlich muss man bis in die 1990er zurückgehen, als das damalige Mutschler-Center noch eine wahre Marke in der Region war.

    1997 kaufte dann der Möbelriese Möbel Walther AG von der Familie Mutschler das Möbelunternehmen mit den Häusern in Neu-Ulm und in Fellbach. Die Immobilie im Neu-Ulmer Starkfeld gehörte nicht dazu. Sie war nämlich Eigentum eines Berliner Immobilienfonds. Damit begann der Abstieg. Zumindest im Nachhinein betrachtet.

    2011 kam dann die vermeintliche Rettung aus Bopfingen für das darbende, in großen Teilen leer stehende Einkaufszentrum. Möbel Mahler verfügte damals über drei Einrichtungshäuser in Bopfingen, Wolfratshausen und Siebenlehn sowie ein Design-Center bei Stuttgart. Doch der gefeierte Deal war letztlich ein Reinfall. Bereits 2013 tauchten in der Fachpresse Berichte über Liquiditätsprobleme der Mahlers auf, die sich letztlich bewahrheiteten. Möbel-Mahler verschwand komplett von der Bildfläche. Aus Mahler wurde 2019 Opti.

    Möbelhaus: "Welt des Wohnens" in war anfangs ein Erfolg in Neu-Ulm

    Zuvor versuchte die Familie noch eine "Welt des Wohnens" zu etablieren. Mit anfänglichen Erfolgen: Rund um den Ankermieter Opti-Wohnwelt gelang es Namen wie Home24 und Who's Perfect nach Neu-Ulm zu holen. Dass diese im Online-Handel groß gewordenen Marken in Sachen stationärem Handel auf die Borsigstraße setzten, wurde zu Recht als Aufwertung und eine Art Ritterschlag gewertet. Doch nun hat der Ankermieter gekündigt. Ohne den funktioniert auch der Rest nicht.

    Nun verhandeln Opti und die Hallmann-Holding – auch wenn sie es nicht zugeben – um die Bedingungen eines Rückzugs. Selbst wenn Opti irgendwie in Neu-Ulm bleiben sollte – was unwahrscheinlich ist – muss der Bau geändert werden. Das größte Fachmarktzentrum Deutschlands ist mit seinen 110.000 Quadratmeter schlicht zu groß für eine Doppelstadt wie Ulm/Neu-Ulm. Selbst der bekannte Einkaufspalast Milaneo in Stuttgart hat nur 43.000 Quadratmeter.

    Bagger müssen früher oder später anrollen – 110.000 Quadratmeter waren vielleicht 1990 zu bespielen, im Jahr 2022 sieht das eben anders aus. Auch wegen des Onlinehandels. Das muss nicht bedeuten, dass der ganze Handel verschwinden wird. Der Edeka-Supermarkt ist freilich wichtig. Auch andere Händler könnten bleiben – wenn es sich lohnt. Doch sicher nicht auf einer Fläche, die so groß ist wie zehn Fußballfelder. Vorbild könnte das Ulmer Blautalcenter sein: Auch hier will etwa der Sportriese Decathlon nicht aufgeben. Dennoch wird längst ein millionenschwerer Umbau in ein Wohnquartier geplant. Eine ähnliche Entwicklung wäre der Borsigstraße 15 zu wünschen. Der Eigentümer, der österreichische Milliardär Klemens Hallmann, hätte ein solches Projekt sicherlich im Kreuz.

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