Stetig steigende Zahlen an Schülern und Schülerinnen des Pfuhler Bertha-von-Suttner-Gymnasiums machten ihn dringend nötig. Nun wurde der Erweiterungsbau des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums offiziell eingeweiht. Investiert hat der Landkreis für diesen insgesamt 2,78 Millionen Euro.
Die anerkannte Unesco-Projektschule hat jetzt zusätzlich sechs Klassenzimmer sowie Technik- und Abstellräume und Toiletten. Der vom Neu-Ulmer Architekten Marc Wiedenmann entworfene Bau wurde in Containerbauweise errichtet. Es fielen Wörter wie zweckmäßig und modern. Beim von der Bläsergruppe und der Theatergruppe „Crossover“ des Gymnasiums umrahmten Festakt wurde bei Schulleiterin Sabine von Appen wie bei allen anderen Rednern die große Freude über das Gelingen des Projekts deutlich, wobei anklang, dass die Unterbringung von Schülern, Schülerinnen und Lehrkräften in diesem Bau, der mehr als nur ein Provisorium sei, nur eine Zwischenlösung darstellen könne. In diesem Schuljahr werden am Bertha-von-Suttner-Gymnasium insgesamt 806 Jugendliche in 36 Klassen unterrichtet.
Mehrzweckraum fehlt in Pfuhl am Suttner
Weil im Gymnasium Raumnot herrschte, hatte die benachbarte Karl-Salzmann-Mittelschule vorübergehend drei Klassenzimmer zur Verfügung gestellt. Nun ist das Problem mit dem Neubau, der mit einem modernen Lüftungssystem und digitaler Technik ausgestattet sei, erst einmal gelöst. Sabine von Appen freute sich, dass die Errichtung des Containerbaus „im Zeitrahmen geblieben“ sei und der Ministerialbeauftragte Christoph Henzler meinte: „Das ist hier recht flott gegangen.“ Zu Beginn habe es eine kleine Panne gegeben, „weil am ersten Tag alle Schlösser ausfielen“, wie die Schulleiterin berichtete. „Aber es wurden schnell neue eingebaut, alles funktioniert, es riecht gut, es ist sauber und alle Rückmeldungen sind positiv. Wir sind dem Ziel, dass der Lernraum zum Lebensraum wird, einen Schritt nähergekommen.“ Gut fände es Sabine von Appen, wenn in der Mitte des Schulzentrums noch ein Mehrzweckraum zum Beispiel mit einer gemeinsamen Mensa für alle Schulen entstehen würde.
Als Albsteiger in Pfuhl die Schulbank drückte
Sehr launig beschrieb Katrin Albsteiger, nachdem sie die Einweihung des Erweiterungsbaus als „freudiges Ereignis“ bezeichnet hatte, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Bertha-von-Suttner-Gymnasium, in dem sie einst Schülersprecherin war: „Ich bin Absolventin dieser Schule. Es ist meine Schule und wird es immer bleiben. Sie hat mich geprägt und mir Chancen mit auf den Weg gegeben." Vom heutigen Landrat Thorsten Freudenberger sei sie – trotz zeitlicher Überschneidungen von Lern- und Lehrtätigkeit – allerdings nie unterrichtet worden.
Für den von der OB angesprochenen Landrat Thorsten Freudenberger war die Einweihung des Neubaus „ein besonderer Termin“, denn „ich habe hier jahrelang arbeiten können“. Er verwies darauf, dass Technik, ja Robotik im Bertha-von-Suttner-Gymnasium immer „eine besondere Rolle“ gespielt habe. „Heute ist die Schule inmitten eines Wandels“, sagte Freudenberger.
Der Landrat erwähnte die Vorzüge des Gymnasiums, in dem Vielfalt gelebt würde und es Aufgabe des Landkreises sei, dies zu fördern. „Die Schule hat eine bemerkenswerte Entwicklung genommen, sie ist immer weitergewachsen. Das heute ist ein guter Tag für die Schule und den Landkreis.“ Was die finanzielle Hilfe anbetrifft, hofft die Landtagsabgeordnete Beate Merk, dass sich „der Freistaat nicht lumpen lassen“ werde, denn „gerade diese fortschrittliche Schule braucht Unterstützung“. Und sie sagte: „Es heißt, ein Provisorium hält meist am längsten. Ich hoffe nicht, dass dies hier zutrifft.“
Ähnlich formulierte es Christoph Henzler: „Der neue Bau ist ein Zwischenschritt, ich hoffe, es kommt noch mehr. Schulen sind ein Herzstück der Gesellschaft. Hier wachsen Schüler und Schülerinnen ins Leben hinein und ich fordere sie auf: Helft mit, dass das Gebäude leben kann.“ Dass die Voraussetzungen dafür im Erweiterungsbau des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums gut sind, davon überzeugten sich alle Besucherinnen und Besucher, nachdem die Pfarrer Karl Klein und Renato Creutzberg das Gebäude gesegnet hatten.