Kinder mit Holzschwertern rennen über die große Wiese, aus einem Lager erklingen alte Instrumente, vor den Zelten sitzen Wikinger und Ritter am Feuer: Mit dem „Spektakulum zu Weißenhorn“ ist am Freitag das Mittelalter in die Fuggerstadt zurückgekehrt. Noch bis Montag verwandelt sich das Gelände an der Illerberger Straße wieder in eine große Erlebniswelt vergangener Zeiten – bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Eisenbart von den Ulmer Barbaren gibt Tipps, was sich besonders lohnt.
Auf rund 40.000 Quadratmeter können Besucher in Weißenhorn das Mittelalter erleben
Schon am Freitagnachmittag schlendern die ersten Besucher über das Gelände, bleiben an Marktständen stehen oder beobachten die Ritter, die sich für ihre ersten Schaukämpfe bereit machen. Einige Gäste tragen selbst historische Gewänder. Überall sitzen Lagergruppen vor ihren Zelten, essen gemeinsam, musizieren oder bereiten sich auf die kommenden Tage vor.
Das Spektakulum ist ein Mittelaltermarkt, der von der Agentur Skadis Taverne aus Biberach organisiert wird. Nach zwei Ausgaben 2022 und 2023 in Roggenburg wurde das Event nach Weißenhorn verlegt. Organisator Kevin Gross und sein Team sind sehr zufrieden mit der Fläche an der Illerberger Straße 43. Auch die Zusammenarbeit mit der Stadt habe einwandfrei funktioniert.
Gross freut sich in diesem Jahr besonders über die Größe und Vielfalt des Marktes. Seit dem vergangenen Jahr sei das Gelände noch einmal erweitert worden und umfasse inzwischen rund 40.000 Quadratmeter. 32 Lagergruppen, 25 Händler und sechs Gastronomen sorgen heuer für mittelalterliches Flair.
„Raus aus dem Alltag und rein in eine Familie“ – die Lagergruppen kennen sich seit Jahren
Für viele Lagergruppen steht dabei weniger die Show als vielmehr das Gemeinschaftsgefühl im Mittelpunkt. „Raus aus dem Alltag und rein in eine Familie“, beschreibt Jöran Walther alias „Loki“ die Atmosphäre auf Mittelaltermärkten. Man kenne sich von vielen Veranstaltungen und teile dieselben Interessen.
Holger Frey alias „Eisenbart“ von den Ulmer Barbaren erzählt, dass die meisten Requisiten und Lagergegenstände selbst gebaut seien – oft in aufwendiger Handarbeit aus Holz. Für ihn ist der Mittelaltermarkt sein Jahresurlaub – hier kann er abschalten.
Neu beim Weißenhorner Spektakulum: Katapultschießen mit Wasserbomben
Passend zum deutlich sonnigeren Wetter gibt es dieses Jahr eine Neuheit beim Spektakulum: Beim Katapultschießen mit Wasserbomben kann man mit einem Schildwall dagegen halten. „Bei den Temperaturen ist das genau das Richtige“, findet Organisator Gross.
Für Besucherinnen und Besucher gibt es auf dem Gelände viel zu entdecken: Neben Ritter- und Wikingerkämpfen stehen auch Kämpfe zu Pferd, Musik, Gaukler und Feuershows auf dem Programm. Holger Frey empfiehlt vor allem die Schaukämpfe und das Kinderprogramm. „Hier ist für Groß und Klein etwas dabei“, sagt er.
Auch Besucherin Carola Englmeier aus Weißenhorn war am Freitag gemeinsam mit ihrem Enkel auf dem Spektakulum unterwegs. Ihr gefällt besonders, dass nicht nur Kinder auf ihre Kosten kämen. „Man fühlt sich hier wirklich wie im Mittelalter“, sagt sie.
Bei bestem Sommerwetter: So schön war der Start des Spektakulums in Weißenhorn
Was außerdem neu ist: Ab 20 Uhr tritt am Eröffnungstag die Newcomer-Band „Feuerwulf“ auf. „Wir haben uns überlegt, das jetzt immer so zu machen, um neue Bands zu fördern“, sagt Gross. Am Samstag, 23. Mai, ist ab 17.30 Uhr dann die italienische Band Ragnarök zu Gast.
Bis Pfingstmontag haben Besucher noch Zeit, den Mittelaltermarkt zu erkunden
Am Pfingstmontag, 25. Mai, endet der mittelalterliche Zauber dann wieder: Los gehen wird es am letzten Markttag dann allerdings erst einmal zünftig, nämlich mit einem „Weißwurstfrühstück anno 1460“, wie es im Programm heißt.
Organisator Gross freut sich nun vor allem auf die kommenden Tage. „Wir bieten viel für Groß und Klein und haben einfach ein tolles Wochenende vor uns“, sagt er. Bei dem sonnigen Wetter rechnen die Veranstalter vor allem am Samstag und Sonntag mit deutlich mehr Besucherinnen und Besuchern.
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