Trainerwechsel sind ein probates Mittel, wenn sonst nichts mehr zu helfen scheint und wenn aus einer Mannschaft noch ein bisschen mehr raus gekitzelt werden soll, als möglicherweise in ihr drinsteckt. Gut, die Maßnahme genießt generell keinen guten Ruf. Es hat ja immer so einen ekligen Touch von zerbrochener Männerfreundschaft, von zerstörter Kameradschaft, von fehlender Loyalität, wenn Menschen auseinandergehen, die vorgaben, eine verschworene Schicksalsgemeinschaft zu sein. Die Wahrheit ist aber auch: Oft genug funktioniert es. Warum auch immer. Zwei Beispiele aus der zweiten Fußball-Bundesliga: Beim SSV Ulm 1846 Fußball wurde Mitte März der grundsympathische Aufstiegsheld Thomas Wörle durch den ebenfalls sehr netten Robert Lechleiter ersetzt. Mit dem haben die Ulmer drei von sechs Spielen gewonnen. Bei Hannover 96 hatte man noch viel weniger Geduld: Andre Breitenreiter kam erst im Winter, Ende April war er schon wieder weg. Hannover gewann das erste Spiel unter Interimstrainer Lars Barlemann vor 49.000 Zuschauern und Zuschauerinnen am vergangenen Sonntag mit 1:0 gegen den FC Köln. Weil ja offenbar niemand wirklich aufsteigen will, rechnet man sich in diesem Schneckenrennen jetzt wieder eine kleine Chance aus beim Pokalsieger des Jahres 1992. Am Samstag (13 Uhr) spielt Ulm daheim gegen Hannover. Auf beiden Seiten hofft man auf einen weiteren angenehmen Effekt einer generell irgendwie verpönten Maßnahme. Ein bisschen mehr darauf angewiesen sind die Spatzen.
Fußball
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren