Tanz ist die Sprache der Körper ohne Worte, und dennoch schallen in einer kurzen Pause während der Proben mehrere Sprachen durch den Raum: Das Ensemble, mit dem Carmine Romano seine neue Choreografie „Verstrickungen“, eine Hommage an Pina Bausch, erstmals aufführt, ist international besetzt – aber alle haben wie Pina Bausch an der Essener Folkwang-Universität der Künste studiert.
Pina Bausch, die 2009 nicht ganz 69-jährig starb, galt als die bedeutendste Choreografin ihrer Zeit. Und ganz wie Pina Bausch ihre Choreografien mit Musik unterschiedlichster Stile unterlegte, um Stimmungen und Bedeutungen zu lenken, macht es Carmine Romano in dieser Arbeit ebenfalls: Modern Dance kontrastiert mit wunderbar getanztem Wiener Walzer oder mit einem Chanson von Edith Piaf. Und so wie Pina Bausch Collagen schuf, in denen es um die ganze Palette von Empfindungen und Handlungsweisen menschlicher Existenz und um menschliche Kommunikation ging, baut Carmine Romano das Tanztheater „Verstrickungen“ auf.
Vier Tänzer „verstricken“ sich in fünf Szenen
Makramee und ein Stück Häkelarbeit weisen auf die Verstrickungen des Menschen in positiver Hinsicht, liebend und aufeinander bezogen, und negativ in Gewalt und Unterdrückung hin, dickes Garn wird zur Fessel, aus der es sich zu befreien gilt. Weiß und Schwarz dominieren Kostüme und Raum, Accessoires erscheinen in leuchtendem Blutrot. „Verstrickungen“ verlangt in fünf Szenen viel von den beiden Tänzerinnen Lara Pillioni und Érika Polifroni Martín und den beiden Tänzern Felix Chang und Fabio Cavaleri – Ausdruckskraft und akrobatische Fähigkeiten, Gestik, Mimik und Ausdauer.
Carmine Romanos Laboratorio Danza wird die Uraufführung „Verstrickungen“ am Samstag, 12. Oktober um 20 Uhr und am Sonntag, 13. Oktober um 19 Uhr im Roxy präsentieren.
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