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The Dark Tenor reißt Publikum mit Stil-Mix in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm mit

Neu-Ulm

The Dark Tenor hat Spaß in der Arena – und begeistert das Publikum mit seinem Stil-Mix

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    Billy Andrews alias The Dark Tenor zeigt sich in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm energiegeladen und reißt sein Publikum mit.
    Billy Andrews alias The Dark Tenor zeigt sich in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm energiegeladen und reißt sein Publikum mit. Foto: Dagmar Hub

    Es gibt Konzerte, die ein bisschen Anlauf brauchen. Ganz anders ist das bei Billy Andrews alias „The Dark Tenor“: In der nicht ganz ausverkauften Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm gingen die Fans des gebürtigen Grazers, der acht Jahre lang im Dresdner Kreuzchor und später im Sinfoniechor der Dresdner Semperoper sang, vom ersten Moment an begeistert mit.

    In der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm mixt The Dark Tenor Mozart und Beethoven mit rockigen Klängen

    „Klassik ist geil“, verkündet Startenor Billy Andrews, der bürgerlich wohl den Familiennamen „Volk“ trägt. Nur: Was genau meint er mit Klassik? Er kennt sich im Genre der E-Musik hervorragend aus, erhielt auch lange Zeit Geigenunterricht. Ihn interessiert aber besonders das, was in der Zukunft dereinst vielleicht Klassik sein wird – unvergängliche Pop- und Rock-Musik wie „You raise me up“ von Secret Garden oder das fast 30 Jahre alte „Angels“ von Robbie Williams.

    Und The Dark Tenor beherrscht etwas Ungewöhnliches: Er mixt Anteile von Opern, Sinfonien und Etüden von Mozart, Beethoven oder Bach mit rockigen Klängen und eigenen, neuen Texten und zeigt, wie viele legendäre Songs auf Klängen aus klassischen Werken basieren. Wobei seine Klassik-Vorbilder immer mit auf der Bühne sind – auf dem T-Shirt, im KI-Video oder als Konterfei auf den Instrumenten. Das ist Crossover im besten Sinn und hat den Effekt, dass auch klassikungeübteres Publikum die Konzerte von The Dark Tenor gerne besucht.

     In der Ratiopharm-Arena, zwei Tage vor seinem 46. Geburtstag, zeigt sich Billy Andrews energiegeladen und fit wie ein Turnschuh, zieht gut zweieinhalb Stunden mit seiner wirklich tollen Stimme eine Show durch, die ihr Publikum durch den Mix aus den Songs, der Party und auch den stilleren Erzählungen mitreißt. Wobei man nie weiß, was an den Geschichten wahr ist – aber nett klingt die Story schon von der ersten Schülerliebe mit einer gewissen Mareike, die an der Note 6 für Billy Andrews’ Interpretation von Goethes „Heideröslein“ zerbrach.

    Vieles weiß man nicht so genau bei Billy Andrews, der zwar immer noch „Dark Tenor“ ist, dessen Äußeres sich aber in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat. Trat er früher mit schwarz verhülltem Gesicht, später mit dunkler Halbmaske und mit schwarz umrandeten Augen auf, zeigt er sich heute mit freiem Gesicht, mit leicht wilder blonder Frisur (und oft witzigem Grinsen), und hat selbst Spaß daran, riesige Luftballons ins Publikum werfen zu lassen und zu beobachten, wie die Menschen sofort mit den Bällen zu spielen beginnen.

    Wolfgang Amadeus Mozart hätte diesen Abend in Neu-Ulm wahrscheinlich geliebt

    Spaß gibt es auch bei so manchem musikalischen Experiment mit seiner Band: Warum nicht einfach mal die E-Gitarre Klassik und das Cello Rockmusik spielen lassen, was das Zeug hält – und das Ganze dann auch noch gegeneinander im Mix? Doch, das funktioniert! Man kann selbst eine Cello-Suite von Johann Sebastian Bach rockig umfunktionieren. Ob der Leipziger Thomaskantor Bach daran Freude gehabt hätte, bleibt offen. Einer aber unter den Klassikern, Wolfgang Amadeus Mozart, der schrille Auftritte liebte und einen speziellen Humor hatte, hätte diesen Abend bestimmt geliebt, an dem er der Musik der Back Street Boys begegnet wäre und zu Klängen seiner „Zauberflöte“ „Tainted Love“ von Soft Cell.

    Am Ende des Konzerts, zwischendurch schon mal angespielt, steht natürlich das, was zu nahezu jedem Dark-Tenor-Konzert gehört: Beethovens „Ode an die Freude“, gemixt mit „Larger Than Life“ der Back Street Boys und „Enjoy the Silence“ von Depeche Mode. Billy Andrews‘ explizite Betonung an diesem Abend liegt aber auf der Zeile „Alle Menschen werden Brüder / Wo dein sanfter Flügel weilt“. Der Freude, die das Publikum an diesem Abend hatte.

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