Zwei Wochen ist es her, dass auf der A7 bei Senden-Hittistetten ein 18-Jähriger tödliche Verletzungen erlitt. Zu Fuß war er auf der Fahrbahn unterwegs. Zunächst war unklar, warum. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass der junge Mann aus suizidaler Absicht auf die Autobahn gelaufen war. Erfasst worden sein soll der 18-Jährige aber wohl nicht nur von zwei Fahrzeugen. Die Polizei liegen neue Erkenntnisse vor, wonach ein dritter, bislang unbekannter Wagen beteiligt war. Die Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen übernommen.
Ereignet hatte sich der Vorfall am frühen Sonntagmorgen des 4. Februar. Wie die Polizei am Dienstag mitteilt, waren damals gegen 4.25 Uhr zahlreiche Notrufe eingegangen. Mehrere Verkehrsteilnehmer hätten einen leblosen, menschlichen Körper wahrgenommen, der auf der Autobahn in Fahrtrichtung Würzburg kurz nach der Anschlussstelle Hittistetten lag. Der unmittelbar eintreffende Notarzt habe nur noch den Tod des 18-Jährigen feststellen können.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde eine Obduktion der Leiche des Toten gerichtlich angeordnet. Die bisherigen Erkenntnisse, die Feststellungen der Rechtsmedizin Ulm sowie die Rückschlüsse eines Unfallsachverständigen ergeben für die Ermittler nun "einen naheliegenden Ablauf der Ereignisse": Demnach wurde der 18-Jährige, der aus dem Kreis Neu-Ulm stammt und jetzt als Verursacher des Unfalls gilt, als erstes von einem bislang noch unbekannten weiteren Fahrzeug erfasst, das sich jedoch im Anschluss von der Unfallstelle entfernte. Der Grund hierfür ist für die Ermittler bislang unklar.
Kurz nach dem Unfall hatte die Polizei mitgeteilt, dass auf Höhe der Ortsverbindungsstraße Aufheim-Holzschwang erst das Auto eines 64-Jährigen und kurz danach das Auto einer 61-Jährigen mit dem jungen Mann kollidiert waren. Wie ein Polizeisprecher jetzt am Dienstag mitteilt, hätten die beiden Fahrzeuge den 18-Jährigen erst überrollt, als der wohl schon tot auf der Straße lag. Inwiefern gegen jene Autofahrer Ermittlungen eingeleitet werden, soll noch geprüft werden.
18-Jähriger stirbt auf A7 bei Senden-Hittistetten: Kripo hat die Ermittlungen übernommen
Aufgrund der geänderten Sachlage hat die Neu-Ulmer Kriminalpolizei Ende vergangener Woche die weiteren Ermittlungen übernommen. Zur Aufklärung der Ereignisse wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die weiterhin durch Einsatzkräfte der Verkehrspolizeiinspektion Günzburg unterstützt wird. Umfangreiche Beweismittel seien bereits gesichert worden; die Auswertung dieser dauere nach wie vor an. Auch eine großräumige Absuche der Unfallstelle mit Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei sowie speziell ausgebildeten Drohnen-Piloten der Polizei sei bereits erfolgt. Die Ermittler wollen darüber hinaus wissen:
- Haben Sie an oder in der Nähe der Unfallstelle, auf der A7 in Fahrtrichtung Würzburg, kurz nach der Anschlussstelle Hittistetten, am 4. Feburar, gegen 4.25 bis 4.40 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht? Dazu gehören unter anderem auch sich auffällig verhaltende Fahrzeugführer oder Personen auf und neben der Fahrbahn.
- Haben Sie Beobachtungen über Personen gemacht, die ihr Fahrzeug am Unfalltag oder zeitnah danach auffällig nach Schäden inspizierten, gegebenenfalls in einer für die Person untypischen Art und Weise an einer gegebenenfalls unüblichen Örtlichkeit?
Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang selbst oder verdächtigen Beobachtungen zur relevanten Zeit machen können, werden gebeten, sich direkt bei der Ermittlungsgruppe unter der Telefonnummer 0731/8013-0 zu melden.
Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie darüber! Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten – per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch, auch anonym. Hier finden Sie eine Übersicht.