Ein schwerer Lkw-Unfall hat in der Nacht zum Montag, 19. Januar, die A8 bei Merklingen (Alb-Donau-Kreis) lahmgelegt. Nahe dem Parkplatz Widderstall krachten drei Lastwagen ineinander. Wie die Polizei mitteilte, erlitten zwei der Fahrer schwere Verletzungen; einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr. Die Autobahn war in Richtung Stuttgart bis zum frühen Morgen voll gesperrt.
Kurz vor 3 Uhr hatte sich auf der A8 wegen eines Pannenfahrzeugs ein Stau gebildet. Ein Lastwagen hielt auf der rechten Spur, ein zweiter stoppte direkt dahinter. Ein dritter Lastwagenfahrer bemerkte den Stau aber wohl zu spät: „Der Dritte hat das Stauende übersehen und fuhr hinten auf“, so Polizeisprecher Daniel Frischmann.
Rettungsgasse bleibt auf der A8 Richtung Stuttgart während Unfall blockiert
Aus noch ungeklärter Ursache raste sein Laster ungebremst in das Stauende. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der mittlere Lkw auf den vordersten geschoben. Die Fahrerhäuser der beiden hinteren Fahrzeuge wurden zerstört. Für die Rettungskräfte bot sich bei ihrer Ankunft ein Bild der Verwüstung.
Besonders dramatisch gestaltete sich laut Timo Ruhland, Kommandant der Feuerwehr Merklingen, die Rettung des Fahrers im hintersten Lkw. „Der hintere Fahrer war schwer eingeklemmt und musste aufwendig mit technischer Rettung befreit werden“, so Ruhland. Dafür setzte die Feuerwehr schweres Gerät ein. „Wir mussten mit zwei Seilwinden von zwei Fahrzeugen arbeiten, um die verkeilten Lkw voneinander zu lösen.“ Die Rettungsarbeiten dauerten eine Dreiviertelstunde.
Nach Lkw-Unfall auf A8 bei Merklingen: Feuerwehr befreit Fahrer mit schwerem Gerät
Die Arbeit der Einsatzkräfte wurde durch eine blockierte Rettungsgasse erschwert. Auf der eigentlich dreispurigen Autobahn war kaum ein Durchkommen. „Die Rettungsgasse war ziemlich zu“, sagt Ruhland. „Die Lkw haben die zwei rechten Spuren blockiert und die linke Spur war im späteren Einsatzverlauf ebenfalls zu.“
Glück im Unglück hatte der Fahrer des vordersten Lasters. Er konnte seine Fahrt später fortsetzen. Einer der Lkw transportiert eigentlich Gefahrgut, in dieser Nacht war der Aufleger glücklicherweise leer. Die aufwendigen Bergungs- und Reinigungsarbeiten zogen sich über Stunden hin. Viel Öl war ausgelaufen. Die Autobahnmeisterei musste die Fahrbahn mit einer speziellen Kehrmaschine reinigen. Zwei Abschleppwagen waren im Einsatz, um die zerstörten Lkw zu bergen. Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache und zur Schadenshöhe aufgenommen.
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