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Weißenhorn/Lorup: Von wegen Weißenhorn: Wo das spektakuläre Traktorvideo entstanden ist

Weißenhorn/Lorup

Von wegen Weißenhorn: Wo das spektakuläre Traktorvideo entstanden ist

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    Drohnenaufnahmen von Hunderten von Traktoren wie hier in Nürnberg geben ein beeindruckendes Bild ab. Ein Video aus Lorup wurde nun fälschlicherweise nach Weißenhorn verortet.
    Drohnenaufnahmen von Hunderten von Traktoren wie hier in Nürnberg geben ein beeindruckendes Bild ab. Ein Video aus Lorup wurde nun fälschlicherweise nach Weißenhorn verortet. Foto: Daniel Karmann, dpa (Symbolbild)

    Ein auf dem Kurznachrichtenportal X – früher Twitter – veröffentlichtes Video sorgt derzeit im Netz für Begeisterung – und zugleich auch für Verwirrung. Es zeigt eine Drohnenaufnahme bei Nacht: Hunderte Traktoren stellen sich auf einem Acker so auf, dass mithilfe der angeschalteten Blinklichter zu lesen ist: "Stopp – Wir haben die Schnauze voll". Gepostet wurde es von einem gewissen "Dr. Eoin Lenihan". Er schreibt dazu auf Englisch, dass das Video in Weißenhorn bei Ulm am vergangenen Samstag (13.1.24) entstanden sei. Eine hiesige Freundin namens "Sabine" habe es ihm geschickt. Doch das stimmt so nicht. 

    Eoin Lenihan ist laut seinem X-Profil und Angaben auf seiner eigenen Webseite "ein unabhängiger Journalist und Extremismusforscher". Seine Arbeiten seien auf Nachrichtenseiten wie Al Jazeera und Fox News veröffentlicht. Ausgiebiger beschäftigt habe er sich nach eigenen Angaben mit der Antifa. Auf seinem Youtube-Kanal finden sich aber auch Videos von Corona-Spaziergängen in Ulm und Ehingen in der Zeit von Januar bis März 2022. In seinem LinkedIn-Profil verortet er sich in die Region Stuttgart, gearbeitet hat er demnach unter anderem als Dozent an der Universität Augsburg sowie an der Universität Galway (Irland). Auf eine Anfrage unserer Redaktion hatte er zunächst nicht reagiert. Lenihan hat circa 12.000 Follower. Das Video wurde am Dienstagvormittag schon mehr als 4471-mal angezeigt und bekam über 120 Likes.

    In Weißenhorn hatte es am Samstag tatsächlich eine Protestaktion von Landwirten gegeben. Mit mehr als 100 Traktoren wurde eine "Sackgasse" auf einer Wiese nahe dem Kreisverkehr am V-Markt gebildet. Oliver Janik, ein Landwirt aus Weißenhorn, hat unserer Redaktion ein Foto davon, entstanden mittels einer Drohne, zukommen lassen (wir berichteten). An der Aktion beteiligt waren laut Janik Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster landwirtschaftlicher Verbände. Neben der Bewegung "Land schafft Verbindung (LSV)" seien unter anderem der Bauernverband, die Landfrauen und viele andere beteiligt gewesen. 

    Video zur spektakulären Traktorformation stammt nicht aus Weißenhorn

    Insofern wäre es denkbar gewesen, dass auch das durchaus spektakuläre Video im Zuge dessen entstanden ist. Im Gespräch mit unserer Redaktion stellt Janik aber klar, dass das Video, das bei X aufgetaucht ist, NICHT aus Weißenhorn stamme. Das sei lediglich von einer Frau in einer WhatsApp-Gruppe mit Neu-Ulmer Bauern geteilt worden – mit dem falschen Zusatz, dass es in Weißenhorn entstanden ist. "Das hat mit Weißenhorn nichts zu tun", sagt Janik. 

    "Respekt und Anerkennung" aus Weißenhorn für die Traktor-Protestaktion in Lorup

    Zwischenzeitlich sei das auch bereits korrigiert worden. Der Frau sei der Fehler auch bewusst. Es sei nicht die Absicht gewesen, die Aktion für sich zu vereinnahmen. Vielmehr zolle er jenen, die das gemacht haben, "Respekt und Anerkennung". Wie viel Aufwand und wie schwierig es ist, eine solche Formation darzustellen, habe er selbst bemerkt, als sie am Samstag mit den Schleppern die "Sackgasse" bildeten. 

    Laut Janik – und so berichtet es unter anderem das Landwirtschaftsportal landundforst.de – ist das Video am Samstag, 13.1.24, in Lorup im Landkreis Emsland (Niedersachsen) entstanden. Um die 500 Schlepper waren demnach daran beteiligt, um ein Zeichen zu setzen. Bei Youtube findet sich ein längeres Drohnenvideo, das zeigt, wie der blinkende Schriftzug entstanden ist. 

    Auf unsere Anfrage hin hat Lenihan inzwischen reagiert und seine Nachricht von Montagnachmittag zur Klarstellung mit einem "Update" ergänzt. Zudem teilt er unserer Redaktion schriftlich mit: "Ich bin enttäuscht zu hören, dass es falsch beschriftet war." 

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