Der Campus ist für Neuburg zweifelsfrei ein großer Gewinn. Das Areal – vielfach als innerstädtisches Filetstück bezeichnet, in seiner jetzigen Nutzung aber eher eine Schlachtplatte – wird dadurch enorm aufgewertet. Die Backsteinhäuser – darunter der ehemalige Pferdestall, in den etwa die Mensa oder die Bibliothek einziehen könnten – sind Schmuckstücke, die saniert ein ganz spezielles „Oxford-Flair“ ausstrahlen werden. Nicht nur das Gelände selbst, sondern auch die Nachbarschaft wird davon profitieren.
Die Studenten werden das Gesicht der Stadt verändern, hat Wissenschaftsminister Bernd Sibler am Freitag bei seinem Besuch gesagt. Zweifelsohne: Junge Menschen tun einer Stadt gut. Es werden Wohnungen entstehen, in denen sie leben können, es werden neue Läden eröffnen, die ihre Bedürfnisse decken, und es wird Arbeitskräfte geben – von der Bedienung angefangen, über Werkstudenten bis hin zu hochqualifiziert ausgebildeten Fachleuten.
Bei all der Begeisterung über diese innerstädtische Entwicklung stellt sich unwillkürlich auch die Frage: Wer hat’s eigentlich erfunden? Auf der Suche nach dem Urheber dieser Idee gibt es so manche Anwärter, die ihren Anteil daran beigetragen haben. Den entscheidenden Ausschlag dürfte dann aber doch Roland Weigert gegeben haben. In seiner Funktion als Landrat hatte er vor sechs Jahren zusammen mit Baumogul Hans Mayr ein Gespräch mit dem THI-Präsidenten Walter Schober über die Platznöte der Hochschule. Wer Weigert kennt, der weiß, dass er Informationen wie diese wie ein trockener Schwamm aufsaugt. Als dann noch die damalige Sozialministerin Christine Haderthauer ankündigte, dass die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber bis 2020 aufgelöst werden soll, liefen bei Weigert mutmaßlich die Gehirnverbindungen heiß.
Bis zum heutigen Tage haben viele weitere Protagonisten das Ihrige dazu beigetragen, dass aus einer Idee Wirklichkeit wird. Doch am Ende braucht es immer einen, der den Anfang macht.
Lesen Sie dazu den Artikel von Claudia Stegmann: Campus Neuburg: „Jetzt geht’s richtig los!“