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Neuburg: Der Wandel des Studienseminars in Neuburg

Neuburg

Der Wandel des Studienseminars in Neuburg

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    Das Neuburger Studienseminar bleibt außen unverändert, neben dem Dach wird bald auch die Fassade „strahlen“.
    Das Neuburger Studienseminar bleibt außen unverändert, neben dem Dach wird bald auch die Fassade „strahlen“. Foto: Winfried Rein
    Auch die alten Türstöcke und Türen müssen bleiben. Handwerker bearbeiten sie mit Atemschutz.
    Auch die alten Türstöcke und Türen müssen bleiben. Handwerker bearbeiten sie mit Atemschutz. Foto: Winfried Rein

    Die Außenansicht bleibt klassisch, aber innen verändert sich das Neuburger Studienseminar enorm. Die Schlaf- und Lernsäle der Internatsschüler, Büros, Direktorenzimmer und das „Heiligtum“ des Kuratoriums verwandeln sich in eine konfessionelle und moderne Grundschule. Neun Millionen Euro gibt die Stiftung mit Hilfestellung des Freistaates Bayern dafür aus. 2021 soll die katholische Franziskusschule einziehen.

    Seminar und Descartes-Gymnasium sind eng miteinander verbunden, auch räumlich über den Zwischenbau, das frühere Hallenbad und den Hohenbleicherbau. Die Vorstände Anton Haberer und Alfred Hornung überlegten mit dem Kuratorium sehr lange, was mit dem Haupttrakt am Wolfgang-Wilhelm-Platz geschehen soll. Die Lösung brachten die Kirche und das Schulwerk der Diözese Augsburg: Eine Grundschule würde passen. Von Bischof Konrad Zdarsa und Weihbischof Florian Wörner 2018 ins Leben gerufen, unterrichtet die Franziskusschule seit Dienstag 145 Buben und Mädchen in sechs Klassen. An Ostern 2021 will man ins Seminar, spätestens aber im September.

    Handwerker bauten im Studienseminar in Neuburg 120 neue Fenster ein

    Am Baufortschritt soll es nicht liegen, in den vergangenen zwei Jahren hat sich viel getan im ehemaligen Ursulinenkloster. Wände sind verschwunden, neue eingezogen worden. Handwerker bauten 120 neue Fenster ein. Eine Fußbodenheizung ersetzt den alten Mosaiksteinboden, Zuschnitt und Raumcharakter verändern sich massiv. Das Bild der ehrwürdigen Säle gibt es nur noch auf Schwarzweiß im Archiv. Internatsschüler würden ihr „Sem“ erst auf den zweiten Blick wiedererkennen. Zimmerer haben den Dachstuhl gerichtet und das Dach neu eingedeckt. Der Innenhof bleibt eine grüne Oase und wird um eine gläserne Aula für die Volksschulen ergänzt. Der Altbau ist selbstredend neu elektrifiziert, mit Haustechnik und aktueller Datentechnik ausgestattet worden.

    Die Franziskusschule bekommt mit dem Studienseminar in Neuburg eine Adresse, um die sie andere Schulen beneiden könnten

    Seminarvorstand Anton Haberer zeigt den einzigen Neubau: die Aula der Grundschule mit großen Fenstern zum Innenhof.
    Seminarvorstand Anton Haberer zeigt den einzigen Neubau: die Aula der Grundschule mit großen Fenstern zum Innenhof. Foto: Winfried Rein

    „Unterricht im früheren Kloster mit Hightech-Ausstattung, das ist doch was“, findet Anton Haberer. In der Tat wird die Franziskusschule mit ihrem Kollegium und Rektorin Annette Kürzinger eine Adresse bekommen, um die sie andere Schulen beneiden könnten.

    Seminarkoch Klaus Hollinger zeigt den Hygieneschutz im Speisesaal.
    Seminarkoch Klaus Hollinger zeigt den Hygieneschutz im Speisesaal. Foto: Winfried Rein

    Der innere Wandel des Seminars geht einher mit einem ständigen Ringen zwischen Denkmalschutz, Brandschutz und pragmatischen bezahlbaren Lösungen. Mehr als 1000 Quadratmeter historischer Stuckdecken sind zu erhalten, zwei Decken kosten 120.000 Euro, „das hatte vorher niemand auf dem Schirm“. Auch die alten Türrahmen müssen für je 1000 Euro bleiben. Brandschutz und Denkmalforderungen widersprachen sich in einigen Punkten.

    Manchmal war es grenzwertig, beschreibt Vorstand Anton Haberer die härteren Phasen der Planungs- und Bauarbeiten. Doch wenn es gelinge, Alt und Neu zusammenzufügen, „dann wird es was Schönes“. So ist das Studienseminar also unterwegs, mit Kirche, Schule, Kinderhort und Mensa eine Performance hinzulegen, die in die Zeit passt und dem Stiftungszweck „helfen, lernen, fördern“ entspricht. Auch die Mensa bietet nach der Schließung im März zum Schulstart ab Montag wieder Mittagessen für Schüler und Lehrer an.

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