Neuburg: Tabuzone im Englischen Garten: Immer mehr Neuburger sind empört
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Tabuzone im Englischen Garten: Immer mehr Neuburger sind empört
Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds hat im Englischen Garten mehrere Bäume fällen lassen - und dafür sieben Hektar Auwald stillgelegt. Immer mehr Neuburger reagieren empört.
05.02.21 - aktualisiert:
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Die Bäume im Englischen Garten hat ein tonnenschwerer Holzvollernter umgelegt.Foto: Tom Berg
Um die Wege verkehrssicher zu machen, hatte der Wittelsbacher Ausgleichsfonds als Grundeigentümer Bäume, insbesondere angeschlagene Eschen, im Englischen Garten fällen lassen. Das zog vielfach Kritik nach sich - vor allem, weil im Gegenzug sieben Hektar Auwald stillgelegt werden sollen. Immer mehr Bürger melden sich bei unserer Redaktion, um ihre Empörung darüber zu zeigen.
Daniel Müller, Neuburg: Die Aussage von Herrn Forstdirektor Niggemeyer, dass bei der Fällaktion im Englischen Garten so gut es ging Rücksicht genommen wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Im NR-Artikel vom 23. Januar war die Rede von der Beseitigung von kranken Eschen, die auf Wege fallen könnten. Es ginge ausschließlich um die Sicherheit der Wege. Wenn man jetzt den Bereich östlich des TSV-Sportplatzes betrachtet, kann man sich nur traurig abwenden. Mit schwerstem Gerät und roher Gewalt wurde alles umgemacht, was dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds Geld einbringt. Der Englische Garten braucht keinen Schutz vor Spaziergängern und Läufern, sondern vor dem zerstörungswütigen und unter dem Deckmantel der Verkehrssicherungspflicht agierenden Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Wenn ich mir die abgeholzten Bäume anschaue, dann stehen hier eindeutig wirtschaftliche Interessen des WAF im Vordergrund. Der Neuburger Stadtrat ist aufgefordert, sich für die Belange der erholungssuchenden Bürger einzusetzen und dafür zu sorgen, dass der Englische Garten weiterhin frei zugänglich bleibt und solche zerstörerischen Einschläge zukünftig verhindert werden.
Diese Fläche im Englischen Garten fällt unter die Stilllegung.Foto: Infografik
Walter Rau, Neuburg: Tja, jetzt verlieren wir ortsnah eine wunderbare Möglichkeit der Naherholung. Machen wir halt Tagesausflüge an den Tegernsee – oh je! Ähnliches vergangenen Sommer am See in Joshofen, im Jahr zuvor das angedachte Vertretungsverbot für Fischer auf der Insel in der Staustufe Bergheim…diese Liste lässt sich problemlos fortführen. Kann der BürgerIn noch seine bayerische Natur zur Erholung nutzen? Erst nach hartnäckigem Widerstand der BürgerInnen wurden obige Maßnahmen rückgängig gemacht! Für mich sind diese letztendlichen Betretungsverbote – ursächlich wohl von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen erlassen – ein Eingriff in von der bayerischen Verfassung gesicherte Bürgerrechte! Man lese Artikel 158; Art 163, Absatz 2 und Artikel 141, Absatz 3. Dieser sei zitiert: „Der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur, insbesondere das Betreten von Wald…ist jedermann gestattet.“
Englischer Garten in Neuburg: "Bild der Verwüstung"
Maria und Christoph Sax, Neuburg: Als wir neulich im Englischen Garten spazieren gehen wollten, hat sich uns ein Bild der Verwüstung geboten, sodass uns vor Entsetzen förmlich die Tränen gekommen sind. Wir halten es für alles andere als nachhaltig und umweltschonend, wenn man alles radikal und schonungslos abrasiert und mit schwerstem Gerät metertiefe Furchen im nassen Boden hinterlässt, gleichzeitig vorgibt, die massiven Flurschäden könnten dadurch ausgeglichen werden, dass man einen vergleichsweise kleinen Waldabschnitt vor Schädigung (?) durch Spaziergänger und Jogger schützt. So wird aus dem Ganzen kein Naturschutz, es bleibt ein Naturfrevel! Und das in einem FFH-Gebiet! Wenn man ferner bedenkt, dass das Gebiet einmal Teil eines Nationalparks hätte werden können, dann blutet einem das Herz.
Maria und Christoph Sax, Neuburg: Als wir neulich im Englischen Garten spazieren gehen wollten, hat sich uns ein Bild der Verwüstung geboten, sodass uns vor Entsetzen förmlich die Tränen gekommen sind. Wir halten es für alles andere als nachhaltig und umweltschonend, wenn man alles radikal und schonungslos abrasiert und mit schwerstem Gerät metertiefe Furchen im nassen Boden hinterlässt, gleichzeitig vorgibt, die massiven Flurschäden könnten dadurch ausgeglichen werden, dass man einen vergleichsweise kleinen Waldabschnitt vor Schädigung (?) durch Spaziergänger und Jogger schützt. So wird aus dem Ganzen kein Naturschutz, es bleibt ein Naturfrevel! Und das in einem FFH-Gebiet! Wenn man ferner bedenkt, dass das Gebiet einmal Teil eines Nationalparks hätte werden können, dann blutet einem das Herz.
Wolfgang Kaps, Neuburg: „Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds – Werte schaffen – Werte bewahren ... Zum Selbstverständnis gehört, das ihm anvertraute kulturelle Erbe mit all seinen Kunstschätzen zu pflegen und zu erhalten - für das Land Bayern und seine Menschen sowie für die Besucher aus aller Welt.“ So steht es im Internet auf der Startseite des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF). Was da der WAF im Englischen Garten angerichtet hat, ist weit entfernt von diesen hohen Zielen. Die Verwüstungen sind in den Leserbriefen der vergangenen Tage ungeschönt beschrieben worden. Ich erwarte von den zuständigen Behörden (Naturschutz und Denkmalschutz), dass alles getan wird, dass die Wege wieder begehbar gemacht werden und für die gefällten Bäume eine Neubepflanzung erfolgt. Der WAF wäre gut beraten, den Englischen Garten, den die Zweibrücker Herzogswitwe Maria Amalia, die im Neuburger Schloss bis zu ihrem Tod 1831 lebte, ab 1803 für die Bevölkerung anlegen ließ, wieder so herzurichten, dass er weiterhin ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Wenn in Neuburg eine Privatperson einen Baum in seinem Garten fällen muss, braucht er gemäß der „Baumschutz und Grünordnung“ eine Genehmigung; ist diese erteilt, muss ein neuer Baum gepflanzt werden. Ich hoffe, dass der WAF auch diese Auflagen erfüllen muss. Laut Bayerischem Denkmal-Atlas ist der Neuburger Englische Garten aufgeführt als Baudenkmal (Aktennummer D-1-85-149-209) ebenso wie zum Beispiel der Englische Garten in München. Hier ist offensichtlich ein Baudenkmal größtenteils zerstört worden.
Wolfgang Kaps, Neuburg: „Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds – Werte schaffen – Werte bewahren ... Zum Selbstverständnis gehört, das ihm anvertraute kulturelle Erbe mit all seinen Kunstschätzen zu pflegen und zu erhalten - für das Land Bayern und seine Menschen sowie für die Besucher aus aller Welt.“ So steht es im Internet auf der Startseite des Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF). Was da der WAF im Englischen Garten angerichtet hat, ist weit entfernt von diesen hohen Zielen. Die Verwüstungen sind in den Leserbriefen der vergangenen Tage ungeschönt beschrieben worden. Ich erwarte von den zuständigen Behörden (Naturschutz und Denkmalschutz), dass alles getan wird, dass die Wege wieder begehbar gemacht werden und für die gefällten Bäume eine Neubepflanzung erfolgt. Der WAF wäre gut beraten, den Englischen Garten, den die Zweibrücker Herzogswitwe Maria Amalia, die im Neuburger Schloss bis zu ihrem Tod 1831 lebte, ab 1803 für die Bevölkerung anlegen ließ, wieder so herzurichten, dass er weiterhin ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Wenn in Neuburg eine Privatperson einen Baum in seinem Garten fällen muss, braucht er gemäß der „Baumschutz und Grünordnung“ eine Genehmigung; ist diese erteilt, muss ein neuer Baum gepflanzt werden. Ich hoffe, dass der WAF auch diese Auflagen erfüllen muss. Laut Bayerischem Denkmal-Atlas ist der Neuburger Englische Garten aufgeführt als Baudenkmal (Aktennummer D-1-85-149-209) ebenso wie zum Beispiel der Englische Garten in München. Hier ist offensichtlich ein Baudenkmal größtenteils zerstört worden.
Klaus Boenke, Neuburg: Der Englische Garten in Neuburg wurde vor Generationen – ähnlich wie der Münchner – zur Erholung der Stadtbevölkerung angelegt. Das Ziel, Holz zu produzieren, war es nicht. Nun wurde in alter Gutsherrenart diese grüne Oase des Filetstückes beraubt, ohne dass es eine vorausgehende öffentliche Diskussion gegeben hätte. Vom OB, dessen primäre Aufgabe es doch ist, die Belange der Bürger zu vertreten, war erst am Donnerstag etwas zu lesen. Von einem „Waldgipfel“ zu reden, wie er es tat, ist schon eine Entwertung des Gebietes! Die bisher von den „Experten“ angeführten Begründungen sind aus meiner Sicht fadenscheinig. Der Rückgang der Vogelwelt ist wohl im starken Rückgang der Insekten, nicht im Mangel an Brutplätzen, zu sehen. Diese könnten durch künstliche Nisthilfen bereitgestellt werden. Wenn Herr Niggemeyer vom WAF die Begehung der Wege wieder freigibt, sollten aber auch die Bäume und das Geäst von den Wegen verräumt werden. Vielleicht gibt es ja doch noch eine tragbare Lösung ohne Prüfung der Rechtmäßigkeit der Aktion.
Klaus Boenke, Neuburg: Der Englische Garten in Neuburg wurde vor Generationen – ähnlich wie der Münchner – zur Erholung der Stadtbevölkerung angelegt. Das Ziel, Holz zu produzieren, war es nicht. Nun wurde in alter Gutsherrenart diese grüne Oase des Filetstückes beraubt, ohne dass es eine vorausgehende öffentliche Diskussion gegeben hätte. Vom OB, dessen primäre Aufgabe es doch ist, die Belange der Bürger zu vertreten, war erst am Donnerstag etwas zu lesen. Von einem „Waldgipfel“ zu reden, wie er es tat, ist schon eine Entwertung des Gebietes! Die bisher von den „Experten“ angeführten Begründungen sind aus meiner Sicht fadenscheinig. Der Rückgang der Vogelwelt ist wohl im starken Rückgang der Insekten, nicht im Mangel an Brutplätzen, zu sehen. Diese könnten durch künstliche Nisthilfen bereitgestellt werden. Wenn Herr Niggemeyer vom WAF die Begehung der Wege wieder freigibt, sollten aber auch die Bäume und das Geäst von den Wegen verräumt werden. Vielleicht gibt es ja doch noch eine tragbare Lösung ohne Prüfung der Rechtmäßigkeit der Aktion.
Sperrung im Englischen Garten Neuburg: Bürger sind empört
Maria Gnadler, Neuburg: Ich möchte nicht viele Worte über so eine Zerstörungswut und so ein Chaos im Englischen Garten verlieren. Nur so viel dazu: Wie kann man zulassen, Erholung suchenden Menschen die Möglichkeit zu einem erholsamen Spaziergang durch den Englischen Garten zu nehmen, der gerade auch in der jetzigen Zeit so wichtig ist und dringend benötigt wird. Die Verantwortlichen sollten mal durch den Englischen Garten gehen, um zu sehen, was sie da angerichtet haben.
Maria Gnadler, Neuburg: Ich möchte nicht viele Worte über so eine Zerstörungswut und so ein Chaos im Englischen Garten verlieren. Nur so viel dazu: Wie kann man zulassen, Erholung suchenden Menschen die Möglichkeit zu einem erholsamen Spaziergang durch den Englischen Garten zu nehmen, der gerade auch in der jetzigen Zeit so wichtig ist und dringend benötigt wird. Die Verantwortlichen sollten mal durch den Englischen Garten gehen, um zu sehen, was sie da angerichtet haben.
Janine Ehlers, Neuburg: Neuburg ist eine Stadt, die wachsen und entsprechend attraktiv für ihre Bewohner und Touristen sein will. Eine Attraktion war immer der Englische Garten, in dem alle Erholung auf den vielfältigen Wegen gefunden haben. Nun wurde, nachdem in den letzten Jahren im Wald schon erheblich Holz geerntet worden war, wieder wild darin gewütet. Das schadet der Natur und der Tierwelt. Und jetzt kommt man auch noch auf die Idee, doch einfach einen sehr hübschen Teil des Waldes für die Menschen zu sperren, angeblich als Ausgleich! Wofür? Wenn man es ernst meint mit dem Schutz der Höhlenbrüter, dann könnte man durchaus auch künstliche Specht- und Fledermaushöhlen in dem nun ausgedünnten Bereich aufhängen sowie einzelne Nistbäume absperren. Die Sperrung der gesamten Wege nützt allein der WAF: Er muss nie mehr Verkehrssicherungsmaßnahmen durchführen! Und Stadt wie Landkreis stimmen da zu! Und was bekommen die Bürger? Verbote wie schon in Kreut sowie ein „Betreten auf eigene Gefahr!“ So nicht!
Janine Ehlers, Neuburg: Neuburg ist eine Stadt, die wachsen und entsprechend attraktiv für ihre Bewohner und Touristen sein will. Eine Attraktion war immer der Englische Garten, in dem alle Erholung auf den vielfältigen Wegen gefunden haben. Nun wurde, nachdem in den letzten Jahren im Wald schon erheblich Holz geerntet worden war, wieder wild darin gewütet. Das schadet der Natur und der Tierwelt. Und jetzt kommt man auch noch auf die Idee, doch einfach einen sehr hübschen Teil des Waldes für die Menschen zu sperren, angeblich als Ausgleich! Wofür? Wenn man es ernst meint mit dem Schutz der Höhlenbrüter, dann könnte man durchaus auch künstliche Specht- und Fledermaushöhlen in dem nun ausgedünnten Bereich aufhängen sowie einzelne Nistbäume absperren. Die Sperrung der gesamten Wege nützt allein der WAF: Er muss nie mehr Verkehrssicherungsmaßnahmen durchführen! Und Stadt wie Landkreis stimmen da zu! Und was bekommen die Bürger? Verbote wie schon in Kreut sowie ein „Betreten auf eigene Gefahr!“ So nicht!