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Neuburg: Zahlen belegen: Das Wohnen in Neuburg wird weiter teurer

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Zahlen belegen: Das Wohnen in Neuburg wird weiter teurer

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    Wohnen in Neuburg wird immer teurer. Auch im Corona-Jahr 2020 sind die Preise auf dem lokalen Wohnungsmarkt weiter gestiegen. Dies belegen Zahlen aus der Immobilien-Branche.
    Wohnen in Neuburg wird immer teurer. Auch im Corona-Jahr 2020 sind die Preise auf dem lokalen Wohnungsmarkt weiter gestiegen. Dies belegen Zahlen aus der Immobilien-Branche. Foto: Stadt Neuburg (Archiv)

    Die eigenen vier Wände sind wichtiger denn je. Schlafen, Essen, Arbeiten, Unterricht und Freizeit – der Corona-Lockdown macht aus dem Zuhause eine nie dagewesene Multi-Funktions-Umgebung. Umso glücklicher ist der, der sich die Immobilie leisten kann, die er sich wünscht. Die Preise für Wohnraum sind schon vor der Pandemie seit Jahren stark gestiegen. Doch was wurde aus Angebot und Nachfrage in Corona-Zeiten? Wir zeigen die Entwicklung des Neuburger Wohnungsmarktes in Grafiken - und lassen zwei lokale Experten die Zahlen einordnen.

    Immobilien in Neuburg: So hat sich Corona auf den Wohnungsmarkt ausgewirkt

    Ganz grundsätzlich hat auch die Corona-Krise die Kauf- und Mietpreise in der Region nicht senken lassen. Im Gegenteil: Die Werte sind im Mittel weiter gestiegen. Dies stellt Thomas Kappelmeier, Immobilienmakler aus Neuburg, fest. Zur Analyse benutzt er ein Programm, das die Angebote auf allen gängigen Immobilienplattformen einrechnet, in diesem Fall für den Postleitzahl-Bereich 86633, also Neuburg.

    Die Zahlen wurden statistisch verwertbar aufbereitet, das heißt Ausreißer in der falschen Kategorie mit entsprechend falschen Preisen herausgefiltert, genauso wie Langzeitinserate, also etwa Platzhalter oder unverkäufliche Immobilien. Ebenfalls aus der Statistik ausgeschlossen wurde der Gewerbemarkt – ebenso wie Neubauten. „Diese wirken manchmal wie Ausreißer, und in den Jahren, in denen viel neu gebaut wurde, würden sie die tatsächlichen Kaufpreise für den „Durchschnittsbürger“ nach oben verfälschen“, sagt Kappelmeier.

    Immobilienpreise: Wohnen und Mieten wird in Neuburg immer teurer

    Das Ergebnis seiner Analyse: „Einen nennenswerten Rückgang der Immobilienkaufpreise konnten wir, bis auf den kleinen Rückgang im April und Mai, über das Jahr nicht beobachten. Eher eine Stagnation bis leicht steigenden Trend der Preise“, sagt er. Ab Mitte April habe man zunächst einen Rückgang von Nachfrage, Verkäufen und Verkaufspreisen feststellen können. „Uns selbst wurde der ein oder andere Auftrag kurzfristig gecancelt.“ An der Börse war es demnach der 16. März, der erste Tag des Lockdowns, der die Kurse fallenließ.

    „Bei Immobilien passiert so eine Preisänderung nicht sofort, da der Verkaufsprozess deutlich länger dauert als an der Börse und die Kaufanreize alles andere als impulsiv sind“, erklärt der Immobilienmakler. Dennoch habe man gewisse Unsicherheit auf Käufer- und Verkäuferseiten erkennen können. Es gab unterschiedliche mediale Berichte, ob es eine Deflation oder Inflation geben wird. Kapitalanleger waren sich nicht sicher, ob Geld in Immobilien nun angelegt werden soll oder nicht. „Selbstnutzer, die auf der Suche nach Ihrem Eigenheim waren, waren eher nicht so stark von Unsicherheit betroffen“, so Kappelmeier.

    Wohnungsmarkt in Neuburg: Nur kurze Unsicherheit durch Corona

    Die Unsicherheit hielt nach seiner Beobachtung aber nur kurz an. „Schon ab Mitte des Jahres normalisierte sich der Markt und die Nachfrage, und damit auch die Immobilienpreise, sowie das Verkaufsvolumen waren wieder auf ihr altes Niveau gestiegen und konnten dieses, der Krise zum Trotz, sogar wieder leicht übersteigen.“

    Die Nachfrage nach Mietwohnungen war laut Kappelmeier unverändert hoch. Die Folge: Die Mietpreise hätten über das Jahr einen steigenden Trend gezeigt. Nach seinen Angaben war die Verteuerung mit im Mittel 2,3 Prozent Steigerung, von 9,61 Euro auf 9,83 Euro pro Quadratmeter, zumindest etwas niedriger als in den Vorjahren. Der Kaufpreis für eine Wohnung lag 2020 demnach im Schnitt bei 3076 Euro pro Quadratmeter – rund 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier hat sich der Markt leicht abgekühlt. 2018 stiegen die Preise in diesem Segment noch um gut 16 Prozent, so die Auswertung des Immobilienmaklers.

    Immobilienpreise in Neuburg steigen kräftiger als die Inflation

    Was auffällig ist: Die Preise für Wohnen und Mieten in der Region steigen in den vergangenen Jahren kräftiger als die Inflationsrate. Das war auch 2020 so. Im vergangenen Jahr betrug die Teuerungsrate nicht einmal 0,5 Prozent. „Somit wird für das Wohnen in der Stadt Neuburg also faktisch mehr Kaufkraft benötigt, das Wohnen wird also tatsächlich teurer“, so Kappelmeier.

    Auch Rainer Bierwagen, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Neuburg (kurz GeWo), stellt mit Blick auf die Corona-Krise fest, dass die Preise für Wohnen und Mieten nicht gefallen sind. „Leider“, wie er sagt. Zumindest sei der Preisanstieg, so seine Beobachtung, „auf sehr hohem Niveau stehengeblieben“. Die Nachfrage nach preisgünstigem Wohnraum sei nach wie vor hoch – das Angebot im unteren Preissegment jedoch zu gering.

    Neuburger Wohnungsmarkt: Manche Menschen können sich "normale" Miete nicht mehr leisten

    Die steigenden Kosten für das Wohnen könne so mancher nicht mehr mittragen. Man merke deutlich, dass sich manche Menschen die „normale“ Miete nicht mehr leisten können, so Bierwagen. Ein Trend, den die Corona-Krise offenbar nicht weiter befeuert hat – für den GeWo-Geschäftsführer „erstaunlich“. Er berichtet davon, dass auch in Pandemie-Zeiten bislang alle Mieter der GeWo pünktlich und zuverlässig ihre Miete gezahlt haben. „Davon waren wir überrascht“, sagt Bierwagen. Kollegen in München oder Augsburg hätten gleiche Erfahrungen gemacht.

    Und wie wird es weitergehen? „Immobilien haben sich, zumindest in Bayern, schon immer als sehr krisenstabil bewiesen“, sagt Immobilienmakler Kappelmeier. In Anbetracht der vielen staatlichen Hilfspakete und der dadurch einhergehenden Inflationsgefahr sowie der Unsicherheit an der Börse sehe er sogar eine durch Corona bedingte Verstärkung der Nachfrage nach dem „sicheren Hafen“ Immobilien.

    Gewerbeimmobilien in Neuburg: Experte erwartet Preisrückgang

    Lediglich bei Gewerbeimmobilien könne er sich einen Preisrückgang vorstellen. „Durch den langen Lockdown sind leider einige Gewerbebetriebe nicht mehr liquide, hierdurch besteht das Risiko, dass überdurchschnittlich viel Gewerbefläche auf einmal frei werden könnte.“ Um hierfür eine exakte Aussage tätigen zu können, würden aber noch nicht genügend Daten vorliegen.

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