"Für mich ist das alles so unfassbar!" Horst Metzker muss spürbar um seine Fassung ringen. Der Friseurmeister aus Rennertshofen war einer der engsten Freunde von Bernd Eichinger - wenn nicht sogar der Engste. Gestern Abend musste er aus dem Fernsehen erfahren, dass sein bester Freund seit Kindheitstagen unerwartet im Alter von nur 61 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist.
Im September vergangenen Jahres war der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor noch in seinem Heimatdorf, um sich die Dokumentation "Der Bildwerfer" über Kinobetreiber Fritz Appel anzusehen. Völlig überraschend und zur Freude aller Gäste spazierte Bernd Eichinger zusammen mit seiner Frau Katja und Mutter Ingeborg durch den Markt, gab Interviews und Autogramme und nahm sich Zeit für den einen oder anderen Plausch mit Freunden und Bekannten. Auch mit Horst Metzker konnte er ein paar Worte wechseln. Doch der Trubel machte ein persönliches Gespräch unmöglich. "Ich ruf' dich an", habe er damals zu ihm gesagt und sich drei Tage später auch bei ihm gemeldet.
Enge Verbindung zwischen Bernd Eichinger und Horst Metzker in Rennertshofen
Das war keine Ausnahme. Bernd Eichinger und Horst Metzker standen ständig in Kontakt zueinander - wenn nicht persönlich, dann über Eichingers Mutter Ingeborg. Sie ist Stammkundin in seinem Friseurladen und hielt ihn so auf dem Laufenden. "Ich wusste alles über Bernd und Bernd wusste alles über mich", beschreibt Metzker ihr Verhältnis. Kein Neidgedanke habe jemals ihre Freundschaft auf die Probe gestellt, niemals hätte er Zweifel gehabt, dass seine Karriere ihrer Verbindung nicht standhalten könne. "Bernd war wie ein Bruder für mich."
Eichinger und Metzker sind zusammen in die Grundschule in Rennerthofen gegangen. Als Kinder haben sie zusammen Indianer gespielt ("Bernd war Winnetou, ich Old Shatterhand") und später als Jugendliche Musik gemacht. Der Kontakt ist nie abgebrochen - nicht, als Bernd auf dem Internat in Deggendorf war, und erst recht nicht, als er nach Amerika ging.
Regelmäßig haben die beiden miteinander telefoniert. Das letzte Mal Mitte Oktober. Horst Metzker war auf Kur in der Nähe von Starnberg. Bernd Eichinger hatte ihn dazu überredet und alles organisiert. "Mach' mal Pause", habe er ihm damals ins Gewissen geredet. "Denn der Tod sagt dir nicht, wann er kommt."