Es ist ein Titel, der sich leicht missverstehen ließe. „Culture Clash“ – das klingt ein wenig nach Kulturkampf oder nach Samuel Huntingtons „Clash of Civilizations“. Am Samstag, 9. Mai, und Sonntag, 10. Mai, geht es in der Kollektivgalerie in der Neuburger Altstadt allerdings nicht um Konflikte, sondern um die Erfahrungen und Erlebnisse von Menschen, die wissen, was es bedeutet, fremd zu sein. Kein Zusammenprall der Kulturen also, sondern ein Zusammentreffen.
„Culture Clash“ in der Kollektivgalerie thematisiert das Fremdsein
„Wir wollen mit diesem Abend die Gemeinsamkeiten im Gefühl des Fremdseins herausstellen. Alle Menschen fühlen sich irgendwann in ihrem Leben an unterschiedlichen Orten und unterschiedlichen Situationen fremd“, sagt Brückenkollektiv-Chef Stephan Müller. Das soll vor allem im Rahmen eines Podiumsgesprächs passieren, in dem die Teilnehmenden, darunter unter anderem Menschen aus Thailand oder aus Afghanistan, jedoch auch Neuburger, die selbst die lange Zeit im Ausland verbracht haben. „Das reicht von Ankunft bis zur Zukunft. Wie haben sie das Fremdsein erlebt? Was hat ihnen geholfen, wenn es schwer war? Und was nehmen sie aus dieser Zeit mit? Darüber wollen wir sprechen“, sagt Müller, der die Runde moderiert.
Darüber sprechen wird auch Johanna Schmotz. Sie wuchs in den Siebzigern unter anderem in Neuburg auf, doch beschlossen ihre Eltern plötzlich als Entwicklungshelfer nach Papua-Neuguinea zu ziehen, als sie gerade sieben Jahre alt war. „Eingepackt & Mitgenommen“, heißt das Buch, in dem sie über ihre Kindheit zwischen Oberbayern und dem Südwestpazifik schreibt und aus dem sie am Samstag im Vorfeld der Gesprächsrunde lesen wird. Ebenfalls viel Zeit im Ausland verbracht hat Nadine Meyer, die viele Jahre in Neuseeland gelebt und im schulischen Kontext Kunst für Kinder gemacht hat. Sie wird ihr Kunstwerk besprechen, das speziell für die Veranstaltung entstanden ist, und dazu biografische Fragmente und künstlerische Arbeiten zur Ausstellung beitragen.
Eine von Hedwig Eser kuratierte Buchausstellung komplettiert das Programm
Die bildet den Rahmen in der Kollektivgalerie und wird mit von Hedwig Eser kuratierten Büchern komplettiert, die sich um das Thema Migration drehen. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 9. Mai, um 16 Uhr. Um 19 Uhr liest Johanna Schmotz aus ihrem Buch „Eingepackt & Mitgenommen“. Nach dem Künstlergespräch mit Nadine Meyer startet schließlich das Podiumsgespräch. Am Sonntag, 10. Mai, ist die Kollektivgalerie für die Ausstellung zwischen 14 Uhr und 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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