Sie war deutlich zu spüren, die Aufregung, die am Dienstagabend im Ehekirchener Rathaus in der Luft lag. „Wäre komisch, wenn es nicht so wäre, oder?“, sagte Christian Eitelhuber, der pünktlich um 19 Uhr seine erste Gemeinderatssitzung als neuer Bürgermeister eröffnete. Sichtlich nervös waren auch die frisch gebackenen Gemeinderäte, für die es das erste Mal in den Sitzungssaal ging. Doch schon kurz nach der Vereidigung aller neuen Amtsträger, inklusive der stellvertretenden Bürgermeister, war die Aufregung auch schnell verflogen - vielleicht auch, weil Eitelhuber in seiner ersten Ansprache als neuer Rathauschef motivierende Worte fand.
Es sei eine ehrenvolle Aufgabe, als ältestes Mitglied des Gremiums den neuen Bürgermeister zu vereidigen, sagte Paul Utz (Grüner Dorfkreis). „Und ich wünsche allen, dass sie spüren, dass da ein guter Bürgermeister vorn dran ist.“ Eitelhuber starte „mit großer Motivation, aber auch dem nötigen Respekt“ in sein neues Amt. Er habe Lust auf seine neue Aufgabe, darauf, zuzuhören und gemeinsam für Ehekirchen etwas zu bewegen. Schon während des Wahlkampfs sei es ihm wichtig gewesen, nicht nur über die Gemeinde zu reden, „sondern mit den Menschen ins Gespräch zu kommen - und genau das möchte ich als Bürgermeister beibehalten, ein offenes Ohr haben, erreichbar sein und Entscheidungen möglichst nah am Bürger zu treffen“.
Thomas Braun und Michael Braßler übernehmen Bürgermeistervertretung in Ehekirchen
Zwar stehe ein Bürgermeister an der Spitze einer Gemeinde, „aber gute Arbeit entstehe nie allein“, sagte Eitelhuber. Dafür brauche es ein starkes Gremium, das Verantwortung übernehme, diskutiere, abwäge und Entscheidungen treffe“. „Es braucht auch eine gute Verwaltung, die Entscheidungen vorbereitet, umsetzt und jeden Tag dafür sorgt, dass die Gemeinde funktioniert.“ Der Rathauschef ist überzeugt, „dass wir für Ehekirchen viel erreichen können, wenn Gemeinderat, Verwaltung und Bürgermeister gut zusammenarbeiten“. Nicht immer werde man einer Meinung sein, „aber das müssen wir auch nicht“. Entscheidend sei vielmehr, „fair miteinander umzugehen, sachlich zu diskutieren und am Ende Lösungen zu finden, die unserer Gemeinde guttun“. Eitelhubers Wunsch ist es, Ehekirchen mit Mut, gesundem Menschenverstand und Bodenständigkeit weiterzuentwickeln. „Es muss nicht alles neu erfunden werden, aber manches muss man auch neu denken“.
Von den insgesamt 17 Gemeinderäten sitzen mit Michael Braßler, Anton Junker, Jürgen Leichtle, Philipp Brandner, Manuel Knikl Markus Köglsperger (alle FW/CSU), Seda Wintermayr (Grüner Dorfkreis) und Margit Schmidhofer (ÖDP) acht neue Gesichter im Gemeinderat. In Vertretung von Christian Eitelhuber führen künftig Thomas Braun als Zweiter und Michael Braßler (beide FW/CSU) als Dritter Bürgermeister die Amtsgeschäfte. Während Braun im Amt des Vize-Rathauschefs bereits geübt ist, betritt Braßler Neuland. Der Vorsitzende des Ehekirchener CSU-Ortsverbands hofft, „dass ich mich mit der Unterstützung der alten und auch der neuen Gemeinderäte in das neue Amt einarbeiten kann. Beide Vertreter wurden vom Gremium einstimmig als Stellvertreter gewählt. Erneut im Gremium sitzen neben Thomas Braun und Paul Utz auch Johann Stöckl, Christian Badstieber, Andreas Karmann, Gerd Kaufmann, Manuela Ahle und Joachim Schmalbach (alle FW/CSU).
Gemeinderat Ehekirchen verteilt Ausschuss- und Referentenposten neu
Auch die Ausschüsse sowie die Referenten-Posten wurden neu bestückt. So sitzen im Bau- und Umweltausschuss neben Eitelhuber künfig Braun, Stöckl, Knikl, Karmann und Wintermayr, im Rechnungsprüfungsausschuss Badstieber, Junker, Leichtle, Ahle und Wintermayr. Neue Verbandsräte im Zweckverband zur Wasserversorgung der Burgheimer Gruppe sind Eitelhuber, Schmalbach, Braßler, Köglsperger, Brandner, Karmann und Utz. In der Schubverbandsversammlung sitzt künftig Eitelhuber als Verbandsrat, ebenso im Donaumoos-Zweckverband. Mitglieder im Kindergartenkuratorium sind Eitelhuber, Badstieber und Kaufmann. Neuer Feuerwehrreferent ist Braun, den Posten des Umweltreferenten übernimmt Utz, Ahle fungiert als Seniorenreferentin und Inklusionsbeauftragte und Brandner als Jugendreferent. Ähnlich dem Neuburger Stadtrat und dem Königsmooser Gemeinderat wird in Zukunft auf Papier verzichtet und die Sitzungsunterlagen gibt es nur noch in digitaler Form.
Neben all diesen Regularien füllten aber auch noch andere Themen die 31 Punkte umfassende Tagesordnung. So beschloss das Gremium die Aufstellung eines Bebauungsplans für den neuen Bauhof in Ehekirchen sowie diverse Vergaben der einzelnen Gewerke im Zuge der Generalsanierung des Kindergartens Wirbelwind. Nach gut eineinhalb Stunden war die erste Sitzung der neuen Amtszeit dann geschafft und „ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit und darauf, gemeinsam mit euch Verantwortung für Ehekirchen zu übernehmen - pack ma‘s an“, sagte Eitelhuber.
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