Heuer werden es 20 Jahre sein, in denen der Theaterverein „Mimenfeld“ das Neuburger Publikum mit anspruchsvollen Stücken und durchdachten Aufführungen unterhält. Für dieses Jubiläum hat sich die Truppe um Regisseur Andreas Grün etwas ganz Besonderes überlegt und wagt sich zum ersten Mal in seiner Geschichte unter den freien Himmel. An insgesamt sechs Abenden im Mai ist das Ensemble mit Alan Ayckbourns „Jetzt sind wir dran“ im malerischen Museumsgarten in der Neuburger Altstadt zu sehen. Eine Komödie, die eine klassische Märchenwelt entführt, voller Archetypen und bekannter Muster, die langsam aber sicher dem Irrwitz anheimfällt.
Mimenfeld spielt „Jetzt sind wir dran“ von Alan Ayckbourn im Museumsgarten
Denn so märchenhaft, wie die Prämisse vermuten lässt, ist das Schicksal der Geschichtenspieler Fred (David Fuchs), Nell (Patrizia Flierl), Bethany (Diana Strassburg), Talitha (Ariane Huber-Tadayon), Jenkin (Christian Krone) und Albert (Friedrich Kilg) nicht. Kontrolliert werden sie nämlich von den alten, irrlichternden Geschichtenerzählern Tante Repetita (Sabrina Khanjanzadeh), Onkel Lapsus (Wolfgang Köhler) und Onkel Phlegmatikus (Peter Weiß). Die zwingen die Spieler in ständige Wiederholungen, lassen sie den falschen Plot spielen oder stiften Verwirrung durch die Fehler, die sie machen. Fred will sich dem nicht fügen und immer wieder seine eigene Geschichte erzählen, doch lassen das die Erzähler nicht zu. Können sich Fred und die anderen aus dieser Schleife befreien? Und wenn ja, wie nur?
Das Stück ließe sich auch als eine Art Dystopie interpretieren, als Lehrstück über Kontrolle, Selbstbestimmung, Widerstand und Ermächtigung, doch davon will Regisseur Andreas Grün ausnahmsweise nichts wissen. „Das kann man machen, das steckt auch drin, aber ich empfinde es überhaupt nicht so und habe das Stück auch nie so gelesen.“ Vielmehr soll es ein großer Spaß werden, der vor Ideen sprudelt, vor Absurditäten und Überraschungen. „Das Publikum soll sich mit einem Lächeln auf den Heimweg machen, nicht mit schweren Gedanken“, sagt Grün.
Dabei dürfte auch die Kulisse helfen, ist doch der Museumsgarten in der Neuburger Altstadt schon beinahe märchenhaft genug und erlaubt eine fast schon puristische Ausstattung. Tatsächlich liege das Stück bei Mimenfeld schon länger auf dem Stapel, war jedoch schwer umzusetzen. „Mit dem Setting und der Empore für die Erzähler kommt uns der Museumsgarten schon sehr entgegen. Und Silvia Heueisen und Matthias Müller haben in Sachen Bühnenbild und Beleuchtung eine tolle Arbeit gemacht“, sagt Grün.
Im kommenden Jahr zieht der Theaterverein „Mimenfeld“ ins Neuburger Kolpinghaus
Am Donnerstag, 7. Mai, stehen dann gleich mehrere Premieren an. Die erste Aufführung von „Jetzt sind wir dran“, das erste Mal Freilichttheater mit Mimenfeld und der erste Auftritt von David Fuchs, Peter Weiß und Christian Krone im Ensemble. Wer die Aufführungen im Museumsgarten verpasst, wird nach den Worten von Andreas Grün länger auf das nächste Freilichttheater warten müssen. „Es macht Spaß und wir freuen uns wahnsinnig darauf, aber der logistische Aufwand und das Risiko sind hoch. Vielleicht in zwanzig Jahren wieder“, sagt er augenzwinkernd. Zunächst zieht der Theaterverein „Mimenfeld“ im kommenden Jahr ins Kolpinghaus als neue Spielstätte.
Info: Vorstellungen am 7., 8. und 9. Mai, sowie am 14., 15. und 16. Mai. Tickets gibt es im Bücherturm, online unter tickets.mimenfeld-neuburg.de und an der Abendkasse. Es stehen zusätzliche Stühle bereit, sollte es etwas voller werden. Bei schlechtem Wetter sind die jeweiligen Sonntage der Nachholtermin. Die Vorführungen starten jeweils um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr.
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