Zwölf Jahre lang gestaltete Georg Hirschbeck als Bürgermeister die Geschicke der Marktgemeinde Rennertshofen maßgeblich mit. Und auch in seiner letzten Sitzung als Gemeindeoberhaupt standen vor der Abschiedsfeier für ihn und drei scheidende Gemeinderäte nüchterne Zahlen auf der Tagesordnung. Der Abschluss des Haushaltsjahres 2025 gab nicht wirklich Anlass zum Feiern. Und auch in den kommenden Jahren werden die finanziellen Brocken für die Marktgemeinde nicht kleiner.
Kosten für den Turnhallenneubau fast doppelt so hoch wie geplant
Wenn der Neubau einer Schulturnhalle fast doppelt so teuer wird, wie vorher geplant, und zudem die Förderbeträge davon unbeeinflusst nicht steigen, dann tut das dem Gemeindesäckel richtig weh. Dass der Rechnungsprüfungsausschuss in der Haushaltsabrechnung für 2025 keine Fehler gefunden hat, war nicht überraschend. Dass die Kosten für den Turnhallenneubau allerdings von den geplanten 4,5 Millionen Euro auf 8,6 Millionen Euro anstiegen, das schmerzt doch sehr. Ursächlich nannte Josef Spenninger, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, nicht einen einzelnen Grund. Viele Faktoren hätten die Steigerung verursacht. Zu gering angesetzte Baukosten genauso wie Umplanungen, Erweiterungen, höhere Qualität, um spätere Mehrkosten zu vermeiden. Aber auch unvorhergesehene örtliche Begebenheiten und Mehrkosten beim Abriss der alten Turnhalle durch den Fund von asbesthaltigen Materialien. Das schmerzt eine Gemeinde, die mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2433 Euro eh schon weit über dem Landesdurchschnitt von 754 Euro liegt.
Drei Jahrzehnte gehörte Ludwig Bayer dem Rennertshofener Gemeinderat an
Aber damit genug Tagespolitik. Schließlich galt es, verdiente Mitglieder des Gemeinderates zu verabschieden. Allen voran Ludwig Bayer. Wer in Rennertshofen 30 Jahre oder jünger ist, der kennt Rennertshofen ohne Ludwig Bayer im Gemeinderat gar nicht. Drei Jahrzehnte gehörte er dem Gremium an. Und auch zur letzten Sitzung kam Bayer bestens vorbereitetet. Er ist bekannt dafür, dass er Sitzungsvorlagen nicht nur überfliegt. Ein wahres Urgestein sei Bayer, so Bürgermeister Hirschbeck. Der Stepperger wurde dann auch noch extra aus der Fraktion der Freien Wähler verabschiedet. Fraktionssprecher Josef Spenninger zählte einige der zahlreichen Ehrenämter auf, die Bayer auch weiterhin bekleidet, und würdigte sein unermüdliches Engagement. „Du hast dich auch nicht gescheut, unangenehme Dinge anzusprechen. Deine Beiträge und deine Meinung waren und sind für uns immer hochgeschätzt.“ Ebenfalls verabschiedet wurden aus dem Gremium Jürgen Schlamp, der dem Gemeinderat zehn Jahre angehört hatte, und Peter Kaube, der eine Legislaturperiode im Gemeinderat saß.
Ulrike Polleichtner verabschiedete Georg Hirschbeck
Als erste Amtshandlung übernahm die neue Rennertshofener Bürgermeisterin Ulrike Polleichtner die Verabschiedung von Georg Hirschbeck. „Du hast Rennertshofen in den letzten zwölf Jahren geprägt, hast die Richtung und die Geschwindigkeit vorgegeben.“ Die Amtszeit sei nicht leicht gewesen: Schnakenplage, Stromtrasse, Hochwasser, Starkregen, Flüchtlingskrise und die Corona- Pandemie seien nur einige Situationen gewesen, für die es keine Blaupause gegeben habe.
Hirschbeck relativierte die Lobeshymnen, schließlich hätten viele mitgeholfen. Besonders lag ihm der Dank an die Verwaltung, an die Bauhofmitarbeiter und alle Gemeindebediensteten am Herzen. „Diese zwölf Jahre haben mich geprägt.“ Er habe immer die Gemeinde voranbringen und die Ortsteile zusammenbringen wollen. „Im Rückblick waren es vor allem die Begegnungen mit Menschen und die Gespräche.“ Als Abschiedsgeschenk erhielt Georg Hirschbeck zwölf Tafeln einer quadratischen Schokolade. Der Trauben-Nuss ist der Bürgermeister verfallen. Und für besonders schwere Jahre war auch Rum-Trauben-Nuss dabei. Seine absolute Sucht.
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