Manching: Geraubter Goldschatz in Manching: So gingen die Täter vor
Manching
Geraubter Goldschatz in Manching: So gingen die Täter vor
In Manching wurde einer der bedeutendsten Goldschätze der Keltenzeit geraubt. Gleichzeitig wurden Telefonleitungen im Ort durchtrennt. Ein Zufall ist das vermutlich nicht.
Aus dem Kelten-und-Römer-Museum in Manching ist in der Nacht auf Dienstag einer der bedeutendsten Goldschätze aus der Keltenzeit gestohlen worden.Foto: Kelten-Römer-Museum Manching
Am Tag nach dem Diebstahl ist das Museum in Manching geschlossen. Im Inneren gehen die Ermittler der Polizei ihrer Arbeit nach.Foto: Luzia Grasser
Entdeckt worden ist der Einbruch ins Museum erst am Dienstagmorgen. Auch wenn es die Polizei bislang nicht bestätigt, liegt der Grund auf der Hand: Ebenfalls in der Nacht auf Dienstag, gegen 1.15 Uhr, wurden Glasfaserkabel an einem Knotenpunkt der Telekom im Ort gekappt. Damit lagen nicht nur weite Teile der Telefon- und Internetverbindungen rund um Manching lahm, auch die Alarmanlage des Museums, die eine Verbindung zur Polizei hat, funktionierte nicht mehr.
Rund um Manching gibt es eine Störung von Telefon und Internet
Ein Zufall ist das wohl eher nicht. Denn die Leitungen waren fachmännisch durchtrennt worden und so sprach die Telekom schon bald von "Sabotage". Von 13.000 betroffenen Haushalten und Gewerbebetrieben im Vorwahlbereich 08459 spricht die Polizei, die jetzt nach und nach wieder ans Netz angeschlossen werden sollen. Wie es auf der Homepage der Marktgemeinde Manching heißt, wird die Reparatur mindestens noch bis Ende der Woche dauern. Doch nicht nur Festnetz und Internet sind betroffen. In Manching und umliegenden Gemeinden ist auch das Handy-Netz der Telekom teilweise ausgefallen, weil 13 Mobilfunkstandorte von der Störung betroffen sind.
Am Mittwochnachmittag gibt es eine Pressekonferenz im Museum in Manching. Dort wollen das LKA, die Staatsanwaltschaft Ingolstadt sowie Rupert Gebhard, Leitender Sammlungsdirektor der Archäologischen Staatssammlung München, Näheres zum Raub des Goldschatzes bekannt geben.
Das Manchinger Oppidum war eine der größten Keltensiedlungen Mitteleuropas
Das Manchinger Oppidum war vor rund 2000 Jahren eine der größten und bedeutendsten Keltensiedlungen in Mitteleuropa. Bei Grabungen werden immer wieder bedeutende Relikte aus dieser Zeit entdeckt, sie ziehen aber auch immer wieder Kriminelle an. Erst im Mai dieses Jahres waren an einer Grabungsstätte Raubgräber zugange und haben – neben einem nicht bekannten materiellen Schaden – einen großen Schaden für die Wissenschaft angerichtet, wie Generalkonservator Mathias Pfeil, Leiter des bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, damals betonte.