Sie bleiben unvergessen, die Bilder vergangener Romwallfahrten, bei denen Ministrantinnen und Ministranten aus dem Bistum Eichstätt mit Papst Franziskus im Papamobil den Petersplatz umrunden durften. Jetzt konnten einige Minis aus der Diözese auch den neuen Papst Leo XIV. aus nächster Nähe erleben und ihm die Hand schütteln. Ministrantenreferentin Kathrin Birk bekam Gelegenheit, dem Papst im Anschluss an die Generalaudienz am Mittwoch auf Englisch zu berichten, „dass wir mit einer großen Gruppe von 300 Minis und Teamern die Woche in Rom verbringen“. Drei Tage zuvor waren die jungen Leute in sechs Bussen in Eichstätt aufgebrochen. „Eichstätt, ah ja“, habe der Papst erwidert, berichtet Birk, „und er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen“.
Die Ministranten aus Eichstätt durften bei der Papst-Audienz in der „Prima Fila“ sitzen
Birks Amtsvorgängerin Sarah Hairbucher, jetzt Fachbereichsleiterin Jugend im Bistum, hatte im März mit dem Leiter der Präfektur des Päpstlichen Hauses, Monsignore Leonardo Sapienza, sprechen können und ihn dabei um „besondere Plätze“ für die Eichstätter Minis bei der Generalaudienz gebeten – mit Erfolg: Die Jugendlichen bekamen einen reservierten Bereich mit guter Sicht, vier Personen sollten sogar in der „prima Fila“ Platz nehmen dürfen. Diese „erste Reihe“ ist bei einer Papstaudienz ein für besondere Gäste reservierter Bereich. Neben Birk kamen drei junge Leute, die während der Wallfahrt Geburtstag feiern können, in den Genuss der begehrten Karten. Korbinian Kienast (14) aus Kipfenberg, Georg Bergmeister (16) aus Buxheim sowie Teamer David Jahn (18) aus Wettstetten.
Als die vier aus Eichstätt gespannt und aufgeregt die prima Fila erklommen, „da kam ein Mitarbeiter auf uns zu und sagte, dass wir noch weitere vier Minis mitbringen dürfen“, berichtet Birk. Die kurzfristige Wahl fiel auf Theresa Jürdens (16) aus Nürnberg, Antonia Hofmann (13) aus Daßwang, Bianca Lang (13) aus Thalmässing und Linus Wittmann (13) aus Raitenbuch. Fast vier Stunden verbrachten die acht auf dem international besetzten prima Fila-Areal, umgeben von Priestern, Brautpaaren oder jungen Familien. Welche Geduld, Gelassenheit, Vorfreude ihre Schützlinge in ihren langen Ministrantengewändern trotz römischer Frühsommerhitze dabei an den Tag legten, „darauf bin ich wahnsinnig stolz“, meint Birk. Teamer David Jahn plauderte während der Wartezeit auf den Papst mit Pilgern aus Peru, die Leo XIV. bereits als Bischof Prevost gekannt hatten. „Auch aus Chicago habe ich Leute getroffen“, erzählt David, „die haben ihn als Priester im Schulunterricht erlebt“.
Die Eichstätter gehörten zu den letzten Gruppen, die vom Papst nach der Generalaudienz persönlich begrüßt wurden. „Trotzdem hat er sich Zeit genommen“, lobt Birk. „Anstrengend und aufregend“ sei das Erlebnis gewesen, findet Ministrant Korbinian, „und es kam sehr überraschend“. In Erinnerung behält er, dass der Papst sein Ministrantenkreuz, das er umhängen hatte, gesegnet hat.
260 Ministranten aus dem Bistum Eichstätt waren nach Rom gereist
260 Ministrantinnen und Ministranten zwischen 13 und 17 Jahren aus allen Dekanaten des Bistums sind mit 45 ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern (Teamer) in den Pfingstferien nach Rom gefahren. Die Busleitungen übernahmen neben Kathrin Birk die Hauptamtlichen Carolin Streller, Miriam Schuster, Samuel Schrollinger, Markus Sturm sowie Dekanatsjugendseelsorger Michael Krämer. Untergebracht war die Eichstätter Pilgergruppe in der Fraterna Domus vor den Toren Roms. Von dort aus unternahm sie Streifzüge durch die Ewige Stadt. Gottesdienste feierten die Eichstätter bereits in einigen großen Basiliken, die Teilnahme an der Generalaudienz war einer der Höhepunkte der Reise. (AZ)
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