Seit Montagmorgen demonstrieren in der Region 10 hunderte Landwirte mit ihren Traktoren gegen Sparmaßnahmen der Bundesregierung. Um 5 Uhr waren etwa 140 Bäuerinnen und Bauern in Neuburg-Feldkirchen gestartet und machten sich über die B16 in Richtung Ingolstadt auf. Wie ein teilnehmender Landwirt berichtet, fuhr der Tross mit durchschnittlich gerade einmal acht Stundenkilometern, was auf der Bundesstraße für Verkehrsbehinderungen sorgte. Auch im Raum Ingolstadt war so manche Route, etwa an der Autobahnausfahrt Lenting, dicht.
Nach Informationen von Martin Scheuermeyer, der die Demo im Raum Neuburg federführend organisiert, sind auf der Strecke zwischen 500 und 600 landwirtschaftliche Gefährte unterwegs. "Ich habe nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet, aber gehofft", sagt er. Bislang habe er keine negativen Reaktionen auf den Protestzug gesehen. "Nur Leute, die geklatscht oder Daumen hoch gezeigt haben." Nach Auskunft einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord ist es am Morgen in der Region zu keinen großen Zwischenfällen gekommen. Es laufe alles in „geordneten Bahnen“.
Bauernproteste in Neuburg/Ingolstadt: Behinderungen auf der B16
In Neuburg selbst blieb das erwartete Chaos am Morgen aus. Zur Rush-Hour blieb die Elisenbrücke frei von Traktoren, sodass der Berufs- und Schülerverkehr ohne Probleme rollen konnte - auch, weil für den ersten Tag nach Ferien auffallend wenige Verkehrsteilnehmer unterwegs waren. Viele hatten die Route über die Brücke offenbar ganz bewusst gemieden aus Angst, dort nicht weiterzukommen. "So wenig war hier um diese Uhrzeit noch nie los", sagte eine junge Frau gegen 7.15 Uhr. "Das ist ein Bruchteil von dem, was normalerweise unterwegs wäre", meinte eine andere Passantin um 7.45 Uhr.
Der Konvoi wird erst gegen 9.30 Uhr in Neuburg erwartet. "Wir rechnen damit, dass die rund 100 Fahrzeuge über Irgertsheim, Bergheim und Ried nach Neuburg fahren", sagt Polizeichef Heinz Rindlbacher. (AZ)
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