Stabil bleiben die Vorstellungen der Karlshulder, wie sich ihre geplante neue Ortsmitte und vor allem das Gebäude der ehemaligen Korbfabrik und späteren Saatgutreinigungsanlage entwickeln sollen. „Die Tendenzen sind dieselben, die Denkweise der Karlshulder hat sich nicht verändert“, bilanziert Andreas Sraega, Geschäftsführer des Projektentwicklungsunternehmens „Die Stadtentwickler“. Sie sind von der Gemeinde beauftragt, ein ISEK (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) für Karlshuld zu erstellen.
„Die Stadtentwickler“ entwickeln das ISEK für die Gemeinde Karlshuld
Sraega hat anlässlich des Tags der Stadtentwicklung am Samstag einen Stand auf dem Schulfest zum 60-jährigen Bestehen der Maurus-Gerle-Schule in Karlshuld aufgebaut und freut sich über regen Zulauf und Diskussionen mit Besuchern. Der Tenor ist weitgehend der gleiche geblieben wie beim Mitmachtag auf dem Volksfestplatz im Sommer vor fünf Jahren. Die alte Saatgutreinigungsanlage soll zu einem Ort der Begegnung werden – für Jung und Alt, für Vereine und Verbände, Kulturschaffende und Kulturbegeisterte. Um die Meinung der Karlshulder einzufangen und darzustellen, teilt Sraega bunte Punkte aus, die auf eine Skizze aufgeklebt werden. Wobei es ziemlich irritierend ist, dass die Farben in jedem Stockwerk eine andere Legende haben. So steht Orange im Dachgeschoss für Kunst, im Obergeschoss für Co-Working, im Erdgeschoss für Bürgerhaus und auf dem Vorplatz für Außengastronomie. Co-Working gab es vor fünf Jahren noch nicht, der neue Trend wurde hinzugefügt. Ein Angebot, das sich überwiegend an Personen im Homeoffice richtet, die entweder keinen adäquaten Arbeitsplatz zuhause haben oder ein Büro mit Sozialkontakt bevorzugen.
Zwei grundsätzliche Konzepte für die Korbfabrik stünden zur Wahl, erklärt Sraega. Entweder soll im Dachgeschoss ein Jugendraum eingerichtet werden, weil der Nachwuchs in der Regel besser zu Fuß ist, allerdings würde sich Lärm mehr von oben nach unten auswirken als umgekehrt. Oder aber es wird oben ein Ruhebereich eingerichtet, dann bliebe die Jugend unten im Erdgeschoss. Es muss also zwischen Mobilfähigkeit und Geräuschkulisse abgewogen werden.
Nach den Worten von Michael Lederer soll das Konzept in dieser Wahlperiode fertig sein
„Ich finde es gut, dass die Meinung der Bürger stabil geblieben ist“, sagt Bürgermeister Michael Lederer, der nun die Machbarkeitsstudie starten will. Ziel sei, in den nächsten sechs Jahren ein fertiges Konzept zu haben, das dann in der nächsten Wahlperiode umgesetzt werden kann. Er würde sich wünschen, dass es schneller ginge, doch seien die Finanzen zu berücksichtigen und Pflichtaufgaben gingen vor. „Dabei sollte es eigentlich auch eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sein, etwas fürs Wohlfühlen der Bürger zu tun“, meint er.
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