Einen Sarg zu bauen, gehört nicht zu den klassischen Bildungszielen. Und genau deshalb steht der neue Kurs „Schwierige Kiste“ sinnbildlich für das Frühjahrsprogramm 2026 der Volkshochschule Neuburg. Gemeinsam mit dem Hospizverein setzen sich die Teilnehmenden handwerklich und kreativ mit dem Tabuthema Tod auseinander. „Das ist VHS“, sagt Geschäftsführerin Christa Jerominek-Mundil. „Hier kommen Menschen zusammen, um auch über schwierige Themen zu sprechen.“
VHS Neuburg bietet künftig einen Sargbaukurs an
Der Sargbau ist einer von 124 neuen Kursen, die im aktuellen Semester starten. Insgesamt bietet die VHS im Frühjahr 540 Kurse an, erwartet werden bis 17.000 Teilnehmende. Das Motto lautet „Bildung trägt Früchte“. Das modern gestaltete Programmheft erscheint bereits zum vierten Mal im Zeitschriftenformat und wird zusammen mit dem Neuburger Extra an 29.000 Haushalte verteilt. „Das hat unsere Reichweite enorm erweitert“, erklärt Jerominek-Mundil. „Plötzlich melden sich Menschen an, die wir früher schlicht nicht erreicht haben.“
Neben ungewöhnlichen Angeboten setzt die VHS auch auf Themen der Gegenwart. Japanisch für Anfänger ist neu im Programm – ebenso Kurse rund um Künstliche Intelligenz. „Viele Menschen spüren, dass KI ihren Alltag verändern wird, wissen aber nicht, wie sie damit umgehen sollen“, sagt Jerominek-Mundil. Angebote zu Chancen und Risiken, Datenschutz oder KI im Familienalltag sollen hier Orientierung geben. Auch Elternkurse, etwa zur digitalen Begleitung von Kindern, sind Teil des Programms. Neue Angebote werden grundsätzlich geprüft – unter anderem mit Umfragen unter den Teilnehmenden.
Für manche Kurse reicht der Platz der VHS Neuburg in der Franziskanerstraße nicht aus
Der Großteil der Kurse findet weiterhin im VHS-Gebäude in der Franziskanerstraße statt. Doch für manches wird der Platz knapp. „Wir suchen immer wieder Räume mit über 100 Quadratmetern“, sagt Vorsitzender Walter Friemel. „Sobald 15 Leute ihre Yogamatten ausbreiten, stoßen wir bei uns an Grenzen.“ Deshalb finden Kurse auch extern statt – etwa Yoga in der Bahnhofstraße oder Sportangebote in Schulturnhallen.
Etwa 70 Prozent der Teilnehmenden kommen aus Neuburg, 25 Prozent aus dem Landkreis, der Rest aus dem Umland. Davon wiederum sind 70 Prozent Frauen. Männer besuchen besonders gerne Koch-, Computer- oder Brauereikurse. In Integrationskursen ist das Verhältnis ausgeglichen. Ein wichtiges Ziel bleibt es, auch ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger besser zu erreichen. Viele nutzen vor allem Kinder-, Gesundheits- und Kreativangebote.
Rund 800 Interessierte melden sich bereits am ersten Tag der Anmeldungen an
Wenn am Montag um 8 Uhr die Anmeldung startet, wird es erfahrungsgemäß eng. Bereits in der ersten Woche melden sich bis zu 1300 Personen an, 800 davon am ersten Tag. Über 60 Prozent nutzen inzwischen die Online-Anmeldung. Manche Kurse sind bereits um 8.01 Uhr ausgebucht. Ab Mitte Februar soll eine VHS-App Erleichterung bringen. „Teilnehmende werden bei Absagen sofort informiert“, erklärt Jerominek-Mundil. Die Mitarbeitenden werden dafür geschult, im Herbst soll die App vollständig im Einsatz sein.
Einige Kurse sind gebührenfrei, darunter Vorträge, Ausstellungen oder Informationsveranstaltungen zu Klima und Nachhaltigkeit. Staatliche Förderung gibt es nur für Erwachsenenbildung – dennoch bleiben Kinderkurse ein fester Bestandteil des Programms. Dass Friemel selbst noch Programmhefte ausliefert, wo sie nicht automatisch verteilt werden, passt zum Selbstverständnis der VHS. Oder, wie Jerominek-Mundil es formuliert: „Im Frühling sät man aus – und manchmal trägt Bildung ein Leben lang Früchte.“ Alle aktuellen Kursangebote sowie kurzfristige Änderungen sind jederzeit auf www.vhsneuburg.de zu finden; Anfragen nimmt die VHS außerdem unter info@vhsneuburg.de oder telefonisch unter (08431) 91119 entgegen.
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