Schulen im Englischen Garten in Neuburg werden für 25 Millionen modernisiert
Neuburg
25 Millionen für die Bildung: Grünes Licht für Schulen im Englischen Garten
Schneller als gedacht soll die Sanierung und Erweiterung der Schulen im Englischen Garten umgesetzt sein. Neuburg will die Riesen-Investition wagen – auch, weil es einmalige Förderaussichten gibt.
Bis 2028 soll die Grund- und Mittelschule im Englischen Garten saniert und erweitert sein.Foto: Andreas Zidar (Archivbild)
Applaus und Jubel sind bei einer Sitzung des Bauausschusses eher selten. Am Mittwoch aber war die Freude und Erleichterung darüber, dass die millionenschwere Sanierung der Grund- und Mittelschule im Englischen Garten jetzt beschlossene Sache ist, einfach groß. Die beiden Schulleiterinnen, der Schulamtsdirektor, der Schulpsychologe und der Vorsitzende des Elternbeirats waren versammelt erschienen. Am Ende hatten sie echten Grund zur Freude.
In den kommenden zwei Jahren wird die Grund- und Mittelschule für insgesamt 25 Millionen Euro erweitert und saniert. Neuburg will sich das leisten, auch wenn die finanzielle Belastung sehr hoch ist. Dank umfangreicher Fördermöglichkeiten, die laut Stadtkämmerer Markus Häckl derzeit so großzügig ausgestaltet sind wie nie, kann Neuburg mit rund zehn Millionen von der Regierung rechnen. Folglich müssen 2027 und 2028 jeweils rund 6,5 Millionen Euro im Haushalt eingeplant und Schulden gemacht werden. „Es wird eine Herausforderung sein, das zu bewältigen“, sagte Häckl. Doch fügte an: „Eine bessere Förderung werden wir nicht mehr bekommen.“
So könnte die Grund- und Mittelschule im Englischen Garten nach der Sanierung und Erweiterung aussehen.Foto: Architekten Felix & Jonas (KI-unterstützter Entwurf)
Dass die beiden Schulen, auf die derzeit insgesamt fast 1100 Kinder gehen, massiven Sanierungsbedarf haben, ist unbestritten. In der Aula tropft es durch das Glasdach, große Teile der Gebäude stammen aus den 60ern und wurden nie renoviert. Das gilt auch für die Toiletten. „Es ist schlicht ein glücklicher Zufall, dass sie überhaupt noch funktionieren“, erklärt Architekt Kilian Felix vom Architekturbüro Felix und Jonas aus München.
Doch vor allem ist in der Schule zu wenig Platz. „Jedes Jahr wachsen wir um etwa 25 Kinder – also haben eine Klasse mehr. Wir haben aber keine Räume mehr frei“, sagt Mittelschul-Rektorin Anne Graf. Laut Schulamt gehen aktuell knapp 670 Kinder auf die Mittelschule, bis 2031 rechnet man mit rund 710 Kindern.
Bis 2031 werden über 1200 Kinder das Schulzentrum im Englischen Garten in Neuburg besuchen
An der Grundschule ist die Entwicklung ähnlich prognostiziert: Derzeit sind es knapp 400 Kinder, 2031 rechnet das Schulamt mit etwa 450. Nach der Sanierung wäre auch endlich sinnvoll Platz für die Mittagsbetreuung und die Mensa. „Wir wären für die Zukunft gerüstet“, sagt Claudia Richbeck, Leiterin der Grundschule. Die Gebäude stammten zwar aus den 60ern, aber die gelebte Pädagogik sei nicht stehen geblieben. „Es ist jetzt an der Zeit, die Schule auch baulich in die Zukunft zu führen“, so ihr beherztes Plädoyer.
Was ist der Plan? Der Löwenanteil der Sanierung wird in den Jahren 2027 und 2028 stattfinden. Ziel ist, dass bis zu den Sommerferien 2028 die Maßnahme umgesetzt ist. Dafür müssen die Kinder nicht einmal umziehen. Möglich ist das, weil an bestehenden Gebäuden Neubauten angedockt werden. Diese bestehen aus Modulen in Holzbauweise, die „rasend schnell“ aufgebaut werden. Aus statischen Gründen ist dafür ein Spezialtiefbau notwendig.
Traumhafte Lage im Grünen: Die Grund- und Mittelschule im Englischen Garten in Neuburg.Foto: Winfried Rein (Archiv)
„Wir nutzen die bestehende Infrastruktur wie Flure, Treppenhäuser und Sanitäranlagen“, erklärte Felix. Doch das Innenleben wandle sich von einem einst gängigen Konzept einer Flurschule (also alle Zimmer aufgereiht an einem großen Flur) zu einer Schule mit Lernlandschaften, offenen Bereichen und Räumen für Differenzierungsunterricht. „Wir liften die Schule, damit zusammenkommt, was zusammengehört“, so Felix. Eine neue Mensa wird etwa direkt am Eingangsbereich und neben Räumen für die Ganztagsbetreuung platziert. Die unmittelbare Nähe zur bestehenden Aula schaffe weitere Möglichkeiten im Schulalltag.
Stadt Neuburg plant barrierefreie Schule mit Aufzug
Außerdem wird die Schule barrierefrei. Dafür werden Aufzüge eingebaut und es wird rollstuhlgerechte Toilette geben. Zusätzlich wird das Dach neu gemacht und mit PV-Modulen belegt. Die eigentliche energetische Sanierung wird erst in den Folgejahren umgesetzt. Auch die dringend nötige Ertüchtigung des Brandschutzes, die schätzungsweise noch einmal rund zwei bis drei Millionen kostet, ist noch nicht eingepreist. Die Baumaßnahmen sollen während der Schulferien stattfinden.
Die Stadträte im Bauausschuss ließen keinen Zweifel daran, welche Bedeutung das Projekt für die Stadt Neuburg hat. „Auch wenn wir Schulden machen müssen, investieren wir in die Zukunft unserer Kinder“, sagte OB Gerhard Schoder (Grüne). Gabriele Kaps (CSU) überzeugte nicht nur das Konzept, sondern auch die Förderaussichten. „Why not now“ – Dieser Aufkleber auf dem Laptop des OBs sei das passende Motto. „Wir müssen jetzt anfangen. Und wenn es wieder über 60 Jahre hält, ist es gut investiertes Geld.“
Norbert Mages (Grüne) bezeichnete die Schule als „ein Schatzkästchen“ und seine Vorfreude auf das Ergebnis steige. „Das katapultiert uns in die Pädagogik des 21. Jahrhunderts.“ Zweiter Bürgermeister Hans Habermeyer erklärte angesichts der Millionensummen, dass das Projekt an sich nicht teurer werde, sondern „nur deutlich schneller umgesetzt wird als geplant“.
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