Ingolstadt So schön es auch war, am Ende waren sie alle froh, als es vorbei war. Hochsommerliche Temperaturen machten am Samstagnachmittag den rund 2700 Läufern des zwölften Ingolstädter Halbmarathons schwer zu schaffen. Verschwitzt, mit hochroten Köpfen und schmerzenden Beinen überquerten nach 21,1 Kilometern noch 2340 von ihnen die Ziellinie im Klenzepark und hatten alle eines gemeinsam: Durst.
Natürlich stand für jeden der Sportler genügend Flüssigkeit zur Verfügung, doch den größten Durstlöscher – ein überdimensionales Weizenbier – durften die beiden Gewinner, Petra Stöckmann aus Augsburg (1:30,00 Stunden) und Christian Dirscherl aus Erlangen (1:13,20), in Empfang nehmen. „Es war richtig hart heute, aber genau das war mein Vorteil“, erklärte der Sieger bei den Herren.
Hitze senkt das Tempo
Denn aufgrund der rund 30 Grad Außentemperatur hielt sich das Tempo der Spitzenläufer am Samstag in Grenzen – was Dirscherl entgegenkam. Nachdem er zu Beginn noch gemeinsam mit seinen beiden härtesten Konkurrenten Miguel Ribeiro (2.) und Vorjahressieger Heiko Middelhoff (3.) unterwegs war, ließ er diese noch in der ersten Hälfte des Rennens hinter sich und lief einem ungefährdeten Sieg entgegen. Am Ende hatte er fast zwei Minuten Vorsprung.
„In Ingolstadt zu gewinnen ist immer geil und natürlich ist es auch eine kleine Revanche für letztes Jahr“, sagte Dirscherl mit einem Lächeln im Gesicht. 2011 hatte er gegen seinen Dauerkonkurrenten und Freund Middelhoff noch das Nachsehen. „Heute war einfach nicht mein Tag und Christian war klar besser. Gratulation“, gab sich der in diesem Jahr geschlagene Ingolstädter als fairer Sportsmann.
Knapp am Siegerpodest vorbei schrammte der Neuburger Bastian Glockshuber. Im Trikot des MTV Ingolstadt kam er nach 1:19,07 Stunden und damit als Vierter ins Ziel. „Wahnsinn! Die Zeit ist mir heute egal, aber mit dem vierten Platz bin ich mehr als zufrieden“, erklärte Glockshuber.
Bei den Damen entwickelte sich die zwölfte Ausgabe des Halbmarathons zu einem echten Krimi. Die beiden Hauptdarsteller waren Mary O’Leary und Petra Stöckmann. Sie lieferten sich über mehrere Kilometer einen zähen Kampf, ehe sich Stöckmann auf den letzten Metern doch noch etwas absetzen konnte und mit sieben Sekunden Vorsprung den Zielbogen durchlief. „Mary ist ein harter Hund und hat nie aufgegeben. Umso schöner ist es natürlich, dass es trotzdem noch mit dem Sieg geklappt hat“, sagte die Gewinnerin. Ihrer Kontrahentin Mary O’Leary war die Enttäuschung im Ziel dagegen durchaus anzusehen. Mit dem zweiten Platz verpasste sie ihren dritten Sieg in Ingolstadt in Folge.
„Wir wussten nicht so recht, was auf uns zukommt. Im Nachhinein können wir mit wenigen Ausnahmen sehr zufrieden sein“, sagte Organisator Roland Knoll nach der Premiere der neuen Streckenführung, die bei den Läufern „sehr gut angekommen sei“. Einzig eine fünfminütige Verzögerung beim Start und Probleme am Baggersee, wo Besucher des Naherholungsgebietes kurzzeitig „eingesperrt“ waren, sorgten etwas für Unmut.
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