Sport Dünstl kann seinen Plan verwirklichen und im Rödenhof einen neuen Fachmarkt für Sport und Freizeit hochziehen. Der Bauausschuss hat am Mittwochabend den Weg dafür freigemacht. Allerdings gibt es eine Auflage: Das geplante Gebäude direkt neben der Tennishalle des familieneigenen Sporthotels Rödenhof muss grüner werden.
Seit Jahrzehnten ist Sport Dünstl in Neuburg erste und einzige Anlaufstelle für Ausstattung und Kleidung für alle Arten sportlicher Aktivität. Das Geschäft war einer der Magnete in der Neuburger Innenstadt, bevor vor 15 Jahren am Schwalbanger neu gebaut wurde. Der Flachdach-Komplex am Längenmühlweg gehört einer Eigentümergemeinschaft, jetzt will Dünstl in eine eigene Immobilie und investiert rund 2,3 Millionen Euro. „Wir wollen für die nächsten Generationen den Weg bereiten“, sagte Seniorchef Sepp Dünstl.
Sport Dünstl darf in den Rödenhof neben das familieneigene Hotel ziehen
Den Wegzug des Geschäfts aus dem etablierten Gewerbegebiet im Schwalbanger sieht das Stadtmarketing für die Einkaufsstadt Neuburg eher kritisch, weil die Synergieeffekte dort geschwächt werden. Auch die Regierung von Oberbayern sieht städtebaulich den neuen Standort als „nicht geeignet“, weil er weit weg vom Ortskern liegt. Rein baurechtlich ist das Projekt aber zulässig.
Im Bauausschuss, der erstmals in neuer Besetzung tagte, war man sich einig, dass die Investition eines Neuburger Familienunternehmens absolut unterstützt werden sollte. „Neuburger Unternehmen sollen vor Ort prosperieren“, so die erste Einschätzung von OB Gerhard Schoder (Grüne). „Es ist doch eher erstaunlich, dass jemand in dieser Zeit und angesichts von Online-Konkurrenz nochmal so investieren will. Ich finde das beeindruckend und wir sollten das so freigeben“, sagte Florian Herold (FW). Dünstl, der die Sitzung verfolgte, applaudierte für diese Wortmeldung.
Petra Goschenhofer setzt sich für Gründach beim Neubau von Sport Dünstl im Rödenhof ein
Petra Goschenhofer (CSU) regte an, dass die Halle doch besser ein Gründach erhalten soll. „Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern könnte durch den Kühleffekt wirtschaftlicher sein. Unter einem Stahlblech-Dach heizt sich das Gebäude stark auf und dann muss man wieder durch Energieaufwand kühlen“, sagte die selbstständige Energieplanerin. Ihre Idee sorgte für Diskussionen, kam aber grundsätzlich gut an.
Mit drei Gegenstimmen wurde beschlossen, dass der Neubau genehmigt wird – unter der Auflage, dass ein Gründach verwirklicht wird. Schließlich komme man der Familie Dünstl sehr entgegen, indem Ausnahmen erlaubt werden. Unter anderem wird die Verkaufsfläche bei 1400 Quadratmetern statt erlaubten 800 liegen und auch bei den Parkplätzen und Zufahrten zeigt sich die Stadt großzügig. Sollte sich ein Gründach als nicht machbar herausstellen – es ist auch eine PV-Anlage geplant – könnte das Thema nochmal auf die Agenda des Ausschusses.
Seniorchef Dünstl zeigt sich über die Entscheidung des Ausschusses „maßlos enttäuscht“. Er habe gehofft, die Räte würden der Aussage von Stadtrat Herold folgen und würdigen, dass lokal investiert werde. Er werde mit Verwaltung und OB Schoder nochmals sprechen.
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