Neuburg bekommt einen Abend, den es so noch nicht gegeben hat. Einen Abend zwischen Film und Konzert, zwischen Improvisation und Begegnung. Und vielleicht ist genau das die Idee dahinter: Brücken zu schlagen – zwischen Menschen, Orten und Kunstformen. Wenn am Freitag, 19. Juni, in einer ehemaligen Metallbauhalle in der Hirschenstraße die ersten Töne erklingen, treffen zwei Vereine erstmals aufeinander. „Più Präsentiert“ und das Brückenkollektiv haben sich zusammengetan, um einen Kulturort auf Zeit zu schaffen.
Aus der alten Industriehalle in der Hirschenstraße wird ein Raum der Begegnung
Der Name Brückenkollektiv sei dabei Programm, sagen Stephan Müller und Liese Waltinger. Sie möchten Menschen zusammenbringen und ungewöhnliche Orte beleben. Dass die Wahl auf eine Industriehalle fiel, passt deshalb gut ins Konzept. Wo einst gearbeitet wurde, entsteht für einen Abend ein Raum für Begegnung und Austausch. Ab 19 Uhr ist Einlass. Um 21 Uhr beginnt „Stummfilme“ – eine Live-Vertonung historischer und ungewöhnlicher Filmsequenzen.
Was das Publikum erwartet, entzieht sich jeder Schublade. Zu sehen sind frühe Schwarz-Weiß-Filme aus den Anfängen des Kinos, kuriose Aufnahmen aus den 1920er Jahren, aber auch überraschende Ausschnitte aus Sport, Alltag und Popkultur. Ein Potpourri aus Filmgeschichte und Fundstücken – mal poetisch, mal skurril. Dazu entsteht die Musik erst im Moment. Fünf internationale Musiker gestalten live den Soundtrack des Abends: Neben Hurley am Piano sind auch James Wylie (Saxophon), Jakob Rogers (Cello), Matthias Fischer (Percussion) und Charles Hacker (Gesang) mit an Bord. Alle sind erfahrene Improvisationskünstler, die sofort miteinander spielen können.
Musiker James Hurley hat schon in Boston mehrfach Stummfilme live vertont
„Man darf sich das nicht wie eine klassische Komposition vorstellen“, sagt James Hurley. Vielmehr entstehe ein Klangraum, der auf die Bilder reagiert und ihnen immer wieder neue Bedeutungen verleiht. Für den Pianisten schließt sich dabei ein Kreis. Während seiner Zeit in Boston vertonte er bereits mehrfach Stummfilme live, zuletzt 2011. Nun bringt er zusammen mit den Vorsitzenden des Brückenkollektivs die Kunstform nach Neuburg.
Ursprünglich war die Veranstaltung als Open-Air-Projekt im Museumsgarten geplant. Wegen der wertvollen Instrumente wurde daraus jedoch nichts. Die wetterfeste Halle erwies sich schließlich als Glücksfall. Gespielt wird bis Mitternacht. Dazwischen liegen viele Überraschungen – und die Erkenntnis, dass Brücken dort entstehen, wo Menschen gemeinsam etwas wagen. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Wegen der begrenzten Plätze wird um Reservierung unter mail@brueckenkollektiv.de gebeten. Nicht abgeholte Karten werden ab 19.45 Uhr an der Abendkasse freigegeben.
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