Es gibt Berufsgruppen, mit denen man in dieser Pandemie nicht tauschen möchte. Leiterin oder Leiter eines Gesundheitsamts gehört garantiert dazu. Alles ist neu, kritisch, und vor allem: eilig. Wochenenddienste sind in der Behörde wohl aktuell keine Ausnahme, sondern die Regel. Das erklärt vieles, entschuldigt aber nicht alles.
Schüler-Eltern des Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasiums hatten sich unlängst darüber beschwert, ihr Kind sei – zusammen mit Dutzenden anderen – vom Gesundheitsamt Donau-Ries in „Pauschal-Quarantäne“ geschickt worden. Außerdem habe es dort einen Tag länger als notwendig verbracht – weil Corona-Testergebnisse fehlten und das Gesundheitsamt Schulleiter und Eltern nur spärlich und auf Drängen mit Informationen versorgt habe.
Gesundheitsamt Donauwörth begeht in der Corona-Pandemie Wiederholungsfehler
Kritik gibt es häufig dort, wo Dinge kritisch sind. Und das meiste an dieser Pandemie ist kritisch. Alle Augen sind aktuell auf das Gesundheitsamt gerichtet. Dass dort Fehler passieren, ist menschlich und verständlich. Zur Verständnisförderung gehört aber auch die Bereitschaft, diese einzugestehen und daraus zu lernen. Eine dürftige Kommunikation mit Schulleitern und Eltern ist ein solcher Wiederholungsfehler. Die Forderungen nach mehr Informationen wurden schon im März und April laut.
Bildung ist systemrelevant. Nicht ohne Grund ist der Schulbetrieb die einzige Massenveranstaltung, die sich Politik und Gesellschaft in der aktuellen Situation noch leisten. Gerade deshalb sollte der Schulgemeinschaft, also Lehrern, Schülern, Eltern und Direktoren, im besonderen unsere Fürsorge gelten.
Der Bericht: Quarantäne-Ärger am Oettinger Gymnasium
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