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Oettingen

12.08.2020

Oettingen saniert Lüftung der Turnhalle wegen krebserregender Stoffe

Die Lüftung der Oettinger Turnhalle wird saniert, dabei sollte das Gebäude ohnehin komplett saniert oder sogar neu gebaut werden.
Bild: Werner Rensing (Archiv)

In der Oettinger Turnhalle wurden Mängel an der Lüftung festgestellt. In der Luft fanden Fachleute aber keine krebserregenden Stoffe.

Aufgrund der Vorgaben der Versammlungsstättenverordnung wird die Lüftungsanlage in der Dreifachturnhalle Oettingen turnusmäßig alle drei Jahre durch den TÜV überprüft. Die letzte Prüfung fand Mitte 2020 statt.

Neben kleineren Mängeln stellte der TÜV fest, dass sich die Innendämmung des Lüftungsgeräts langsam ablöst. Die Innendämmung besteht baujahrbedingt (Baujahr 1972) aus künstlichen Mineralfasern, die laut TRGS 905 (Technische Regeln für Gefahrenstoffe) inzwischen als karzinogen, also krebsauslösend, eingestuft werden, wie die Stadt Oettingen berichtet. Im Mängelbericht des TÜVs wird auf die Vorgaben solcher Regeln hingewiesen, die besagen, dass es sich bei Mineralwolle, die vor 1996 eingebaut wurde, um sogenannte „alte Mineralwolle“ handelt und daraus eventuell freigesetzte Faserstäube als krebserregend bewertet werden. Eine genaue Klassifizierung der Faserstoffe in der Dreifachturnhalle soll bis dato nicht vorgenommen worden sein.

TÜV untersagte Betrieb der Anlage in Oettingen

Um die TÜV-Beanstandungen zu erörtern, hat Anfang Juli ein Ortstermin mit der Wartungsfirma der Lüftungsanlage stattgefunden. Sie hat bei der Besprechung darauf hingewiesen, dass die Lüftungsanlage aufgrund der festgestellten Mängel so nicht mehr weiter betrieben werden darf. Der Oettinger Schulverband hat dann entschieden, umgehend eine Sanierung der Lüftungsanlage zu veranlassen. Aktivitäten in der Sporthalle waren bereits seit März coronabedingt eingestellt und die Dreifachturnhalle für den Schul- und Vereinssport geschlossen.

Zunächst ist laut Stadt begleitend ein Sachverständigenbüro beauftragt worden, um anhand von Raumluftmessungen und Stempelproben eine konkretere Gefährdungsbeurteilung vornehmen zu können. Seit dem 7. August liegt der Prüfbericht über die Bestimmung der Konzentration von künstlichen Mineralfasern in der Raumluft der Dreifachturnhalle Oettingen vor. Dem Prüfprotokoll zufolge werden keine anorganischen faserförmigen Partikel in der Dreifachturnhalle nachgewiesen, eine Belastung durch künstliche Mineralfasern liegt demnach also nicht vor und eine Gesundheitsbeeinträchtigung besteht nicht und bestand zu keinem Zeitpunkt.

Schulverband Oettingen beseitigt die Mängel

Der Schulverband wird dennoch den Austausch der Innendämmung sowie die Beseitigung aller vom TÜV festgestellten Mängel kurzfristig durchführen lassen und holt derzeit entsprechende Angebote ein. Wie berichtet, beraten Stadt und Schulverband seit einigen Monaten darüber, ob eine Sanierung der Turnhalle oder ein Neubau wirtschaftlicher ist. (pm/vmö)

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