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Boulderblock bietet integrativen Treffpunkt für Oettingen und das Ries

Oettingen

Dieses Projekt dauerte zehn Jahre: Wie ein Boulderblock am AEG in Oettingen Menschen zusammenbringt

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    Freuen sich über die neue Klettermöglichkeit im Pausenhof des AEG: der vormalige Landrat Stefan Rößle (links) und Klaus Kögel, stellvertretender Schulleiter des AEG.
    Freuen sich über die neue Klettermöglichkeit im Pausenhof des AEG: der vormalige Landrat Stefan Rößle (links) und Klaus Kögel, stellvertretender Schulleiter des AEG. Foto: Wolfgang Knoll

    Was passiert, wenn viel Herzblut und Optimismus von Lehrern und Schülern auf engagierte Partner in Wirtschaft und Politik treffen, zeigt jetzt ein Boulderblock, der auf dem Gelände des Albrecht-Ernst-Gymnasiums in Oettingen steht. Die ersten Ideen dazu sind bereits vor etwa zehn Jahren entstanden. Doch bis das Projekt schließlich realisiert werden konnte, brauchte es seine Zeit.

    Im Schuljahr 2014/15 habe es bereits erste Überlegungen gegeben, ob man denn nicht eine Möglichkeit zum Klettern realisieren könne, sagt Sportlehrer und Mittelstufenbetreuer Johannes Vogel, der selbst begeisterter Kletterer und ausgebildeter Klettertrainer ist. Im P-Seminar (kurz für: Projektseminar für berufliche Orientierung) entwickelte Vogel dann mit seinen Schülerinnen und Schülern eine Machbarkeitsstudie und schickte diese an den damaligen Landrat Stefan Rößle. Leider scheiterte das Projekt damals zunächst an der Finanzierung. Zwei Jahre später verfeinerte Vogel mit den Schülerinnen und Schülern das Konzept: Ein integratives Kletterprojekt sollte es werden; auch Menschen mit Handicap sollen die Möglichkeit zum Klettern haben. „Da gehörten etwa Fragen dazu, was man bei einer Kletterroute beachten muss, damit sie auch jemand, der etwa an seiner Spastik leidet, bewältigen kann“, erläutert Vogel. Aber auch Grundschülerinnen und -schüler sollten mitmachen können. „Die brauchen zum Beispiel kleinere Griffabstände“, so der Sportlehrer weiter. Also holte man sich das Diakoneo mit Lisa Heydecker ins Boot.

    Boulderblock am AEG in Oettingen: Schüler helfen beim Bau

    Nach der Corona-Pandemie gelang es schließlich, zahlreiche Partner, Firmen und Sponsoren für das Projekt zu begeistern. „Der Landkreis unterstützte das Vorhaben maßgeblich, insbesondere der scheidende Landrat Stefan Rößle, dem es gelang, in den Entscheidungsgremien die Argumente für das Projekt überzeugend darzustellen“, freut sich Schulleiter Christian Heinz. Auch der Oettinger Stadtrat sowie Bürgermeister Thomas Heydecker gaben grünes Licht und beteiligten sich an der Finanzierung.

    Und zahlreiche Schülerinnen und Schüler legten beim Bau und der Gestaltung der Außenanlagen auch selbst Hand an. Sie unterstützen die Fachfirmen mit vielen Stunden freiwilliger Arbeit, in ihrer Freizeit. Und so kann am Boulderblock im Schulalltag, den Pausen, im Sportunterricht sowie in Arbeitsgemeinschaften oder im Rahmen der Ganztagsbetreuung geklettert werden. Auch benachbarten Schulen soll er zur Verfügung stehen. Damit jeder Kletterer und jede Kletterin diesen Sport sicher betreibt, vergibt das AEG Kletterpässe: Diesen bekommen die Schülerinnen und Schüler nach einer Einführung, wo sie etwa die Sicherheitsregeln lernen.

    Integrativer Klettertreff in Oettingen geplant

    Auch will man langfristig einen integrativen Klettertreff für Oettingen und das Ries etablieren. Kooperationen mit Diakoneo seien schon angebahnt, sagt Heinz. Er ist begeistert vom Projekt. Es sei ein stilprägendes Beispiel dafür, wie alle Beteiligten einer Gemeinschaft sowohl finanziell, mit Ideen, Kreativität und Beharrlichkeit eine vielleicht auf den ersten Blick verrückte Idee verfolgen. Das Engagement von Johannes Vogel sei nicht selbstverständlich. Er habe mit unglaublichem Aufwand neben seiner eigentlichen Arbeit ein Projekt realisiert, für das er „brennt“. Heinz ist sich sicher, dass es sowohl am AEG als auch an anderen Schulen im Landkreis Kollegen gibt, die sich genau aus diesem Grund für ihre Schülerinnen und Schüler engagieren. Auch habe man keine Generation von Kindern, die nur am Handy hingen. „Im Gegenteil, es gibt viele Schülerinnen und Schüler, die wollen, dass Gesellschaft sich positiv entwickelt und die sich auch aktiv dafür einsetzen“, sagt der Schulleiter.

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