Beim Feuerwehrfest in Hohenaltheim waren elf jungen Frauen die Festdamen (vorne im Dirndl). Aber auch die Festdamen des 100- und des 110-jährigen Jubiläums trafen sich.Foto: Gitte Händel
Irgendwann früher waren sie die „Fahnenjungfrauen“ oder „Ehrenjungfrauen“. Irgendwann war wohl die „Jungfrau“ als Bezeichnung nicht mehr zeitgemäß. Seitdem heißen sie Festdamen. Ohne sie ist ein Feuerwehrjubiläum nicht denkbar. Das hat man auch bei der 150-Jahr-Feier in Hohenaltheim beobachten können. Die Damen sind aber mehr als nur „schmückendes Beiwerk“. Sie würden sehr viel der organisatorischen Arbeit übernehmen, sagte beispielsweise Werner Deixler, einer der Gäste in Hohenaltheim. Sie würden in die Planung und Vorbereitung des Festes als Frauen eine andere Perspektive einbringen, meine auch Kreisbrandrat Heinz Mayr.
Die Freiwillige Feuerwehr wird 150 Jahre alt. Im Dorf wird das mit einem großen Fest gefeiert. Am Sonntag gibt es einen großen Festumzug.
In Hohenaltheim hatten die Funktion „Festdame“ in diesem Jahr elf junge Frauen inne: Judith, Nicole, Jasmin, Anne, Laura, Franziska, Tamara, Verena, Selina, Lea und Pia. Sie sind alle aus Hohenaltheim und zwischen 18 und 29 Jahre alt. In der Festschrift werden sie kurz vorgestellt. Im Zelt haben die Festdamen eine „Ecke“: Jede von ihnen ist dort mit einem Foto und einem Blumensträußchen vertreten. Sie wären zusammengewachsen, erzählen sie, seien eine Gruppe geworden, die sich im Großen und Ganzen einig ist. Nein, es habe keine Einzelgänger gegeben und auch keine Untergrüppchen. Ihre Dirndl haben sie natürlich selbst ausgesucht, dabei darauf geachtet, dass jede Figur darin gut zur Geltung komme. Allzu viel Zeit hätten sie dafür aber nicht gebraucht. Auch der Schmuck, mit dem sie die meist langen Haare zum Fest hochstecken, ist einheitlich.
Unter den Ehrengästen waren auch Kreisbrandrat Heinz Mayr (vorne links) und Landrat Michael Dinkelmeier.Foto: Gitte Händel
Dass es schon etwas sehr Besonderes ist, Festdame zu sein, merkt man an den Ehemaligen, den Festdamen früherer Jubiläen. Es ist wie bei Klassentreffen: Zwischendrin sehen sich die meisten kaum, deswegen gibt es auch viel zu erzählen. Elfriede, Monika, Rosmarie und Brunhilde gehören zu den „Ehrendamen“, sie begleiteten die 100-Jahr-Feier der Hohenaltheimer Wehr. Rock und Bluse waren damals die Festkleidung. Einen Festtanz habe es damals noch nicht gegeben. Dafür mussten sie aber einen Spruch auf der Bühne aufsagen. Die meisten konnten ihn auswendig, manche können ihn heute noch aufsagen. Einige der Festdamen waren damals erst 15. Wir sprechen vom Jahr 1976. Boney M. sang von „Daddy Cool“, Harpo vom „Moviestar“. Auch Gabi und Gini erinnern sich gerne zurück. Sie waren Festdamen zum 110-jährigen Jubiläum, auch sie damals noch sehr jung. Bei der Festkleidung gab es eine Besonderheit: Die Hohenaltheimer Festdamen trugen Rosa, die Niederaltheimer Hellblau. Deswegen haben sie auch ihre T-Shirts zum 150-Jährigen in diesen Farben gewählt. Es war schön, so etwas zu erleben, es habe sie sehr geprägt.
Markus Strobel, Vorsitzender der Hohenaltheimer Feuerwehr, zieht am Sonntagabend eine erste Bilanz. Man habe zwar schon mit vielen Besuchern gerechnet, aber mit so vielen dann doch wieder nicht. „Die harte Arbeit lohnt sich.“ Dazu gehören die lange Planung, der Auf- und Abbau und natürlich die Bewirtung der Gäste während des Festes. Hohenaltheim sei eine kleine Wehr, deswegen gab es keinen eigenen Festausschuss. Die zehn Personen im Vorstand hätten alles organisiert. Und die Festdamen? „Allen Respekt“, meint Strobel. Und meint damit auch die Mitarbeit im Vorstand. Denn dort ist Festdame Jasmin vertreten, „die einzig wahre Feuerwehrfrau“, wie in ihrem Profil in der Festschrift steht.
Richtig gut war die Stimmung im Festzelt.Foto: Gitte Händel
Für die Festdamen endet das offizielle Programm am Sonntag mit ihrer Tanzeinlage. Alles sammelt sich vor der Bühne, Handys gezückt, begeistertes Klatschen. Von Müdigkeit ist nichts zu sehen, auch nicht auf der Bühne. Noch eine Zugabe und dann ab durchs Spalier der begeisterten Gäste.
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