Im politischen Bayern gilt Klaus Holetschek innerhalb der CSU als der wichtigste Mann nach Ministerpräsident Markus Söder. Er muss als Vorsitzender der Landtagsfraktion die unterschiedlichen Interessen von 85 Fraktionsmitgliedern aus allen Teilen
des Freistaates vertreten und darüber hinaus dem Regierungschef den Rücken stärken. Am Montagabend war Holetschek auf Einladung von Staatssekretär und Schirmherr Ulrich Lange zum Abschluss des 150-jährigen Jubiläums der Feuerwehr nach Baldingen gekommen, um einen politischen Abend zu bestreiten und dabei auf aktuelle Themen der Bundes- und Landespolitik einzugehen.
Gleich zu Beginn seiner Rede stellte er die Bedeutung der Feuerwehren neben den weiteren Blaulichtorganisationen für die Sicherheit im Freistaat Bayern heraus. Er versprach, dass die Staatsregierung sich weiterhin für eine optimale Ausstattung der Wehren einsetzen werde, damit sie den Brandschutz und die technischen Hilfeleistungen mit ihren überwiegend ehrenamtlichen Kräften bestreiten könnten. Es bleibe auch weiterhin bei den Zuschüssen für den Bau von Feuerwehrhäusern und Fahrzeugen, so Holetschek.
Holetschek in Baldingen: „Ohne starke Wirtschaft kein Sozialstaat“
Mit Blick auf die vielen Verwerfungen gelte es, im Land wieder stabile Verhältnisse anzustreben. Dazu gehöre zuallererst eine funktionierende Wirtschaft. „Ohne eine starke Wirtschaft gibt es keinen Wohlstand und auch keinen Sozialstaat“, sagte der aus Memmingen kommende CSU-Politiker. Bedauerlich sei zudem, dass in vielen Teilen der Bevölkerung das Gefühl vorherrsche, es funktioniere nichts mehr. Freilich, so Holetschek, gebe es an verschiedenen Stellen noch „Luft nach oben“. Staat und Politik müssten wieder Vertrauen zurückgewinnen. „Wir müssen liefern, weil wir von der Bürgerschaft an Taten gemessen werden.“
Die Bilder zum Festumzug der Baldinger Feuerwehr
Ein Bereich, der dabei nach wie vor im Fokus stehe, sei das Thema Migration. Hier befinde sich Deutschland auf einem guten Weg – nicht zuletzt, weil Bundesinnenminister Alexander Dobrindt dafür gesorgt habe, dass diejenigen Personen, die sich nicht an der deutschen Leitkultur orientierten, die entsprechenden Konsequenzen tragen müssten. Gleichzeitig plädierte der Landtagsfraktionschef dafür, diejenigen zu unterstützen, die Integrationsbereitschaft zeigten. Als Beispiel nannte er die Pflege, die inzwischen ohne Migration nicht funktionieren würde.
Ein neues „Einfach-mal-machen-Gesetz“ in Bayern
Ein weiterer Aspekt, um die Verdrossenheit über Staat und Politik innerhalb der Bürgerschaft zu verringern, sei Entbürokratisierung und Deregulierung. Dazu solle in Bayern unter anderem das erst vor wenigen Tagen in Kraft getretene „Einfach-mal-machen-Gesetz“ einen Beitrag leisten. Damit werde den Kommunen ermöglicht, modellhaft zu schauen, was sich in ihrem Aufgabenbereich vereinfachen lasse. Jede Kommune könne sich online über die Homepage des Bayerischen Innenministeriums bewerben, so Holetschek. Zur Stärkung der ländlichen Regionen werde sich die Staatsregierung darüber hinaus dafür einsetzen, dort die Krankenhäuser zu unterstützen, um sie auch künftig in den Regionen halten zu können.
Schirmherr Ulrich Lange brachte an dem Abend seine Begeisterung über die Baldinger Festtage zum Ausdruck. „Das war ein Wochenende der Superlative“, meinte er. Die Baldinger Dorfgemeinschaft habe damit eindrucksvoll gezeigt, was in ihr stecke. Klaus Holetschek hatte stellvertretend für alle Mitglieder der Wehr für den Vorsitzenden der örtlichen Feuerwehr, Lukas Egetenmeier, die Alois-Glück-Medaille mitgebracht, um seine Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement auszudrücken. Glück war viele Jahre Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion und Landtagspräsident. Für die musikalische Unterhaltung sorgte an dem Abend die Musikkapelle Maihingen.
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