Im Raum Bopfingen-Ries-Härtsfeld soll Mitte des Jahres von Ärzten und Kommunen eine Genossenschaft in Form eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) gegründet werden, um die hausärztliche Versorgungssituation auf der östlichen Ostalb zu sichern und gegebenenfalls zu verbessern. Besonders im Bereich Bopfingen sehe es derzeit auf diesem Gebiet nicht gut aus, sagte Bürgermeister Willibald Freihart im Riesbürger Gemeinderat, der sich mit dem Thema in seiner jüngsten Sitzung befasste. Das Gremium beschloss einstimmig Riesbürgs Mitwirken in der künftigen Genossenschaft.
Er sei nicht glücklich darüber, wenn die Arztversorgung immer mehr zu einer kommunalen Aufgabe werde, betonte Freihart. Aber angesichts der momentanen Lage sei dies eine gangbare Alternative, eine patientenorientierte und wohnortnahe Betreuung der Bevölkerung weiterhin sicherzustellen. Die Rechtsform der Genossenschaft berücksichtige verstärkt die Bedürfnisse der jüngeren Ärztegeneration sowie des Assistenz- und Unterstützungspersonals. Sie biete Teilzeitarbeit, eine gewisse Entlastung von Bürokratie und weniger wirtschaftliche Risiken.
Arztpraxen im Ostalbkreis von Schließung bedroht
Die beteiligten Kommunen profitierten in der Form, dass von der Schließung bedrohte Praxen durch die „Ipf Med eG“ (so die Bezeichnung) übernommen, unter das Dach des MVZ überführt und somit weiterlaufen könnten. Allerdings, so Freihart, entstehe für das Versorgungszentrum kein eigenes Gebäude in der Region. Eventuell werde es später im Zuge der Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft im Ostalbkreis in das geplante Gesundheitszentrum in Bopfingen integriert. Aber das sei noch Zukunftsmusik. Die Verantwortlichen für die Gründung der Genossenschaft gehen Freihart zufolge davon aus, durch die neue Struktur der hausärztlichen Versorgung bestünden gute Chancen, die Erwartungen von Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner durch bessere Voraussetzungen zu erfüllen. Als „Gründungskommunen“ sind die Städte Bopfingen und Lauchheim, sowie die Gemeinden Kirchheim am Ries, Unterschneidheim, Riesbürg und Westhausen dabei. Außerdem wirken die Allgemeinmediziner Dr. Horst Köddermann (Trochtelfingen) und Dr. Christian Riethe (Bopfingen) mit.
Im Rahmen der Fragestunde wollte der Zuhörer wissen, warum in Riesbürg keine Bürgerversammlungen stattfänden, in denen die Vorhaben der Gemeinde der breiten Öffentlichkeit erläutert und Fragen aus der Bürgerschaft beantwortet werden könnten? Freihart erwiderte als Erklärung, dafür bleibe angesichts der anstehenden herausfordernden Projekte wie Schulneubau und Sanierung der Römerhalle im Moment keine Zeit.
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