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Obstbäume: Warum Kirschbaum und Birnbaum Nachbarn brauchen

Landkreis Donau-Ries

Kirschbaum ohne Partner: Das steckt hinter ausbleibender Ernte

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    So schön der Boskoop auch blüht: Er trägt nur durch geeignete Pollenspender.
    So schön der Boskoop auch blüht: Er trägt nur durch geeignete Pollenspender. Foto: Ralf Hermann Melber

    Von April bis in den Mai hinein erfreuen sich Herz und Sinne an der Obstblüte. Man erwartet – sofern nicht die Spätfrostkeule zuschlägt – hohen Ertrag. Manche machen trotzdem andere Erfahrungen. Da war zum Beispiel eine Gartenbesitzerin, die fragte, warum ihr Kirschbaum seit drei Jahren nicht mehr trägt. Auf die Frage, ob sie wisse, ob sich seither irgendetwas verändert habe, fiel ihr ein: „Ja, mein Nachbar hat seinen Kirschbaum gefällt.“ Das Rätsel war somit gelöst, warum es trotz Blütenreichtum keine Früchte mehr gab.

    Woanders ärgert sich ein Landwirt über Vorschriften hinsichtlich einer Ausgleichspflanzung. Ein Apfelbaum, ein Pflaumen- und ein Birnbaum. Zumindest Letzterem fehlt ein geeigneter Pollenspender in der Nähe, und der Mann möchte ja mit Recht etwas von diesen Obstbäumen haben.

    Warum es so wichtig ist, die richtigen Bäume miteinander zu kombinieren

    Relativ bekannt ist, dass Kirsch- und Birnbäume näher beisammenstehen sollten, um sich gegenseitig zu bestäuben. Besonders bei Birn- und Apfelbäumen kommt erschwerend hinzu, dass es diploide und triploide Sorten gibt, also gute und schlechte Pollenspender. Bei schlechten Pollenspendern eignet sich der Pollen zum Beispiel eines Apfelbaums nicht für eine erfolgreiche Bestäubung anderer Apfelbäume.

    Jakob Fischer, Schöner aus Boskoop, Kaiser Wilhelm, Rheinischer Bohnapfel oder Winterrambur gehören zu diesen Sorten. Sie wachsen kräftig, aber dieses Talentes fehlt ihnen weitgehend. Da können Bienen fliegen, so viele wollen. Es braucht also geeignete Pollenspendersorten wie den Transparent aus Croncels, den Berner Rosenapfel oder die Rote Sternrenette, um nur wenige Beispiele zu nennen.

    Die Vielfalt macht es aus - aber nicht immer

    Zusätzlich muss der Blühzeitraum zusammenpassen. Gerade in einem Jahr, in dem die Bestäuberinsekten witterungsbedingt nicht weit fliegen, ist es äußerst ratsam, die richtigen Bäume miteinander zu kombinieren. Wer also in seinem Garten gerne je einen Kirsch-, Pflaumen-, Apfel- und Birnbaum wünscht, sollte sich überlegen, ob es sinnvoller ist, etwa auf zwei Birnbäume zu setzen, wenn in der Nachbarschaft ein entsprechender Pollenspender fehlt. Dabei sollten beide geeignete Pollenspender für den anderen Baum sein.

    Vor der Pflanzung ist es also gut, sich entsprechend beraten zu lasten. Es gibt auch sehr informative Listen und Zusammenstellungen. Sogar eine politische Partei, von der man es nicht unbedingt vermutet hätte, hat in einem bestimmten Bundesland schon eigens eine entsprechende Liste gebastelt, um zu sehen, welche Sorten zusammenpassen. Es ist in der Natur also wie bei uns Menschen: Wenn sich die Richtigen zusammentun, kann etwas Gutes herauskommen – quantitativ und qualitativ.

    Ein Birnbaum kann sich vielleicht zur Not selbst bestäuben, doch die sogenannten „Jungfernfrüchte“ haben nicht dieselbe Qualität. Ebenso haben die Früchte von Bäumen, die den Pollen von genau der gleichen Sorte erhalten haben, in der Regel schlechte Qualität. Die Vielfalt macht es also aus. Dennoch: Es gibt gerade beim Steinobst Bäume, die sich mit ihren eigenen Pollen begnügen können. Es ist also auch für „Einzelgänger“ Platz, nicht aber für Schwarz-Weiß-Denken.

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