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Ries: Wohin, wenn das Kind am Wochenende ärztlich versorgt werden muss?

Ries

Wohin, wenn das Kind am Wochenende ärztlich versorgt werden muss?

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    Wohin sollen sich Eltern wenden, wenn das Kind am Wochenende plötzlich krank wird?
    Wohin sollen sich Eltern wenden, wenn das Kind am Wochenende plötzlich krank wird? Foto: Annette Riedl, dpa

    Es ist Wochenende, eine Familie aus dem Ries sitzt am Samstagabend gemütlich vor dem Fernseher, als der kleine Sohn plötzlich hohes Fieber bekommt. Die Eltern sind zunehmend besorgt. Was tun? Zum Arzt fahren. Aber wohin? Die nächst gelegenen Kinderambulanzen, in denen ausgebildete Kinderärzte arbeiten, sind in Aalen und Augsburg und damit relativ weit weg. Aber einem kranken Kind diese Entfernung zumuten? Eine weitere Alternative: Vor Ort in die Notaufnahme des Krankenhauses gehen oder die Bereitschaftspraxis am Nördlinger Stiftungskrankenhaus aufsuchen. Oder wäre es Zeit, über einen Kinderbereitschaftsdienst für ganz Nordschwaben nachzudenken?

    Rieser Ärzte meinen: Kindernotdienst lässt sich nicht verwirklichen

    Die niedergelassenen Kinderarztpraxen in der Region haben hierzu eine klare Meinung. Ein „Kindernotdienst“ lässt sich ihrer Ansicht nach im Landkreis Donau-Ries nicht organisieren. Mit großen Städten könne man die Situation nicht vergleichen. Dort gebe es schon wegen der Anzahl an Kindermedizinern eine ganz andere Ausgangsbasis als in ländlich strukturierten Gegenden, heißt es.

    Kinderärztin Dr. Marion Volk-Wiedemann aus Oettingen, die seit Jahrzehnten dort niedergelassen ist, verweist auf frühere Versuche im Landkreis, mit den bestehenden Kinderarztpraxen einen Wochenendnotdienst auf die Beine zu stellen. Dies sei letztlich aus organisatorischen Gründen gescheitert, so Volk-Wiedemann im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wenn wir Kollegen aus dem Raum Donauwörth gefragt haben, ob sie mitmachen würden, kam von dort eine Absage.“ Mitunter an einem Wochenende zu einem Kind ins Nordries zu fahren – dafür sei die Bereitschaft wenig ausgeprägt gewesen.

    Wer jetzt mit seinem Nachwuchs einen Notfall habe, müsse in die Kinderkliniken nach Aalen, Augsburg oder Nürnberg fahren, sagt Volk-Wiedemann. Da bleibe nicht viel anderes übrig. Freilich bestehe grundsätzlich die Möglichkeit, die Notfallpraxis am Stiftungskrankenhaus aufzusuchen. „Wenn dann gerade die Kollegin Scharrer-Bothner Dienst hat, haben Sie Glück.“ Ansonsten könnte es dort mit einem Kind schwierig werden

    Bereitschaftspraxis in Nördlingen kann auch genutzt werden

    Tanja Meyer, langjährige Arzthelferin in der Praxis Dr. Scharrer-Bothner/Dr. Saur in der Nördlinger Polizeigasse, erklärte auf Anfrage, dass die Vorgängerpraxis Dr. Kersten/Dr. Gley früher Wochenendnotdienst angeboten habe. Das sei aber letztlich zu viel geworden und alleine nicht mehr zu bewältigen gewesen. Somit bleibe aktuell nur die Möglichkeit, in die Kinderkrankenhäuser nach Aalen oder Augsburg zu fahren oder die Bereitschaftspraxis in Nördlingen zu nutzen. Wo einem auch weitergeholfen werde, sei die bekannte Nummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung, betonte Tanja Meyer.

    Eine klare Haltung zum Thema Notdienst hat Kinderarzt Dr. Detlef Grunert. Einen solchen in Nordschwaben oder im Landkreis einzurichten, sei für ihn überhaupt kein Thema. „Meiner Ansicht nach ist es für die Eltern ohne Weiteres zumutbar, mit ihren Kindern bei Bedarf an Wochenenden in die Kinderkliniken zu fahren, auch wenn sie weiter entfernt liegen.“ Deshalb brauche es im Ries keinen eigenen Bereitschaftsdienst, ist Dr. Grunert überzeugt. Ihn störe in diesem Zusammenhang „massiv“ die Anspruchshaltung mancher Eltern, vor Ort einen eigenen Notdienst für Kinder in Anspruch nehmen zu wollen. „Ich richte in diesem Zusammenhang den Blick beispielsweise nach Österreich, wo es für Eltern überhaupt keine Frage ist, bei einem Notfall 100 oder 130 Kilometer in eine Kinderklinik zu fahren.“ Das geschehe dort „ohne Murren“ und funktioniere sehr gut, wie er aus eigener Anschauung wisse.

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