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Rieser Kulturrage: Trassabbau prägt Forheim und Kesseltal: Steinbrüche, Männer, Geschichte. Vortrag von Wilhelm Imrich

Forheim

Trassabbau im Kesseltal: Wie ein Gestein Arbeit brachte und plötzlich verschwand

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    Wilhelm Imrich (Vierter von rechts) beleuchtete im Rahmen der Rieser Kulturtage die Geschichte des Trassabbaus im oberen Kesseltal und südlichen Ries. Veranschaulicht wurde sein Vortrag durch eine Fahrt zum ehemaligen Trass-Steinbruch zwischen Bollstadt und Amerdingen.
    Wilhelm Imrich (Vierter von rechts) beleuchtete im Rahmen der Rieser Kulturtage die Geschichte des Trassabbaus im oberen Kesseltal und südlichen Ries. Veranschaulicht wurde sein Vortrag durch eine Fahrt zum ehemaligen Trass-Steinbruch zwischen Bollstadt und Amerdingen. Foto: Helmut Herreiner

    Aufgelassene Steinbrüche im oberen Kesseltal und am südlichen Riesrand sind stumme Zeugen einer Zeit, als der Trassabbau Hunderten von Arbeitern und ihren Familien Lebensgrundlage bot. Diesem Kapitel Heimatgeschichte widmete Wilhelm Imrich einen Vortrag im Landcafè Sima in Forheim.

    Trassgestein prägt das Kesseltal

    Das Trassgestein, auch als „Suevit“ bekannt, ist durch die Ries-Katastrophe entstanden, als verschiedene Gesteine unter ungeheurem Druck miteinander verschmolzen. Lange glaubte man jedoch, der Trass sei vulkanischen Ursprungs. Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Abbau von Trassgestein im oberen Kesseltal und am südlichen Riesrand eine Hochkonjunktur, es war dank seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften zu einem gefragten Baumaterial geworden. Drei große Brüche, die alte Bürg sowie Aufhausen und Amerdingen gehörten der Firma „Deutsche Steinwerke" aus Eltmann am Main. Diese richtete am Nördlinger Bahnhof einen Werkplatz mit 100 Arbeitskräften ein. In den drei Brüchen arbeiteten 120 Männer.

    1919 verlegten die Trasswerke ihren Mahlbetrieb nach Möttingen und errichteten dort eine Fabrikanlage mit Gleisanschluss. Von 1919 bis 1923 wurde das Suevitgestein mit einer eigens erbauten, dampfbetriebenen Kleinbahn von Bollstadt aus über Mönchsdeggingen und Ziswingen nach Möttingen gefahren. Weil sich das jedoch nicht rentierte, wurde diese Schmalspurbahn 1923 durch eine Drahtseilbahn ersetzt.

    Imrich und Bergdolt zeigen historische Bahnkarten im Kesseltal

    Wilhelm Imrich präsentierte, unterstützt von Hans Bergdolt, eine Karte der Eisenbahn und der Drahtseilbahn sowie eine Reihe vergrößerter Fotografien der beiden Bahnen und der Steinbrüche. Den Beginn der 30er Jahre markierte das fast völlige Ende des Trassabbaus im oberen Kesseltal. Die Besitzer der Trasswerke entließen alle Angestellten. „Eine Form von Kapitalismus, die einen heute noch wütend machen könnte, wenn man nachliest, was damals geschah“, zog der Referent sein Fazit.

    Nach dem Vortrag nutzten Zuhörer die Gelegenheit zu einer Exkursion in das ehemalige Abbaugelände südlich von Bollstadt.

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