Saisonfinale in den Fußball-Ligen der Region: Während im Kampf um Auf- und Abstieg bereits einige Entscheidungen gefallen sind, verspricht die Aktion Weiße Weste Donau-Ries Spannung bis zum Schluss. Sechs Mannschaften können sich im Wettbewerb von Rieser Nachrichten, Donauwörther Zeitung und Fürst Wallerstein Brauhaus noch einen Platz unter den ersten Drei sichern und somit einen der begehrten Preise abstauben.
Nach wie vor geht es darum, möglichst viele Partien ohne Gegentor zu spielen. Pro Zu-null-Spiel gibt es einen Kasten Bier oder alkoholfreie Getränke vom Fürst Wallerstein Brauhaus, die drei besten Teams am Ende der Saison bekommen noch größere Preise. Der TSV Rain führt die Rangliste vor dem Finalspieltag mit 13 Zu-null-Spielen an. Die Tillystädter können jedoch nicht mehr in das Geschehen eingreifen, da die Saison der Landesliga Südwest bereits abgeschlossen ist. Einen Rang unter den Top-Drei und die gleichbedeutende Einladung zur Preisverleihung in Wallerstein hat Rain sicher, die Bestplatzierung ist jedoch in Gefahr. Sowohl Riedlingen als auch Monheim stehen bei jeweils zwölf weißen Westen und wären bei einem Gleichstand als unterklassige Mannschaften im Vorteil.
Weiße Weste Donau-Ries: SpVgg Riedlingen mit hervorragender Chance auf einen Preis
Entsprechend heißt es Abwarten und Hoffen für das Team um Abteilungsleiter Michael Haid: „Wir sind gespannt, am Ende will man natürlich immer bestmöglich abschneiden.“ Nach dem Abstieg und dem damit verbundenen Umbruch im vergangenen Sommer schloss Rain die Runde als Tabellendritter ab – auch dank einer stabilen Defensive: „Dafür ist unser Spielertrainer Dominik Bobinger ja bekannt. Eine gute Sache, die sich letztlich auch positiv auf unsere Punktausbeute ausgewirkt hat“, erklärt Haid. „Wir haben eine gute und homogene Truppe, zwischenmenschlich passt es einfach.“
Im Dreikampf um den Gesamtsieg hat die SpVgg Riedlingen als klassenniedrigster Verein ihr Schicksal in der eigenen Hand. Nach der vorzeitigen Meisterschaft in der Kreisklasse Nord II wäre es der zweite große Erfolg binnen kürzester Zeit für die Riedlinger. „Das ist natürlich in den letzten Tagen ein riesiges Thema gewesen. Es ist logischerweise unser Ziel, noch einmal ohne Gegentor zu gewinnen“, berichtet Trainer Thomas Bartl. Extramotivation, die seine Elf trotz frühzeitiger Meisterentscheidung nicht nötig hat: „Mich hat es in den letzten Wochen genervt, wenn es hieß: Bei euch geht es um nichts mehr. Als Fußballer willst du immer gut spielen und siegen.“
Jens Meckerts Monheimer könnten noch die Spitze der Weiße-Weste-Tabelle erklimmen
Sinnbildlich für die steile Entwicklungskurve der Riedlinger – zur Hinrunde der Vorsaison belegte die SpVgg noch den letzten Tabellenplatz der Kreisklasse – ist dabei die stark verbesserte Abwehrarbeit. Nur 21 Gegentore kassierte die Bartl-Truppe bislang, in der Spielzeit 2024/25 waren es mit 51 mehr als doppelt so viele. Grund dafür seien laut Trainer unter anderem eine eingespielte und personell konstante Viererkette sowie der „überragende“ Schlussmann Konstantin Hengstebeck. Bartls Erfolgsrezept ist ebenso kurz wie simpel: „Die Jungs dürfen Fußball nicht als Arbeit sehen, sie müssen Spaß haben.“ Auf Zu-null-Garant Hengstebeck muss der Übungsleiter am letzten Spieltag gegen Höchstädt jedoch verzichten, der Torhüter wurde jüngst operiert.
Falls Riedlingen seinen Kasten nicht sauber hält, könnte sich der TSV Monheim noch die Spitze krallen. Der Tabellenzweite der Kreisliga Nord spielt am kommenden Mittwoch in der Aufstiegsrelegation um die Bezirksliga, trotzdem liegt der Fokus vorher noch auf der Aktion, wie Trainer Jens Meckert verrät: „Das ist eine tolle Sache und sicherlich eine Auszeichnung, nicht nur aufgrund des Bieres. Es ist der Anspruch unserer Mannschaft, gut gegen den Ball zu arbeiten und zu null zu spielen.“
SG HGH, SC D.L.P. und SG Münster/Holzheim lauern auf ihre Chance
Am 26. Spieltag trifft Monheim auf Donaumünster-Erlingshofen. Schonen will Meckert seine Schützlinge jedoch nicht, auch wenn potenziell zwei anstrengende Relegationsspiele vor der Brust stehen: „Davon halte ich gar nichts. Wir wollen unseren Rhythmus beibehalten“, erklärt er und ergänzt: „Einige Spieler fallen diesen Samstag aus. Wir hatten in den letzten Wochen fünf bis sechs Verletzte. Es gilt, den Jungs Spielpraxis zu geben.“ Der zweite Rang sei ohnehin schon ein riesiger Erfolg im zweiten Kreisliga-Jahr, möglich macht das die beste Abwehrreihe der Liga mit nur 22 Gegentreffern. „Im Training haben wir enorm daran gearbeitet, gemeinsam im Verbund gegen den Ball zu arbeiten. Wir sind noch nicht am Ende des Weges“, verspricht der Coach.
Allein fünfmal setzte sich der TSV in der laufenden Saison mit 1:0 durch, davon dreimal in den vergangenen vier Spielen. Ein weiteres Zu-null im letzten Heimspiel würde mindestens Rang zwei bei der Weißen Weste sichern – jedoch ohne den Übungsleiter. Jens Meckert tankt im Urlaub bis Mittwoch Kraft für die Relegation. Genau hinschauen werden derweil die Verfolger im Rennen um die Preise. Sowohl die SG Huisheim/Großsorheim/Hoppingen als auch der Sportclub D.L.P. und die SG Münster/Holzheim stehen bei elf Spielen ohne Gegentor und können noch den Sprung auf das Treppchen schaffen. Grundvoraussetzung: Monheim und/oder Riedlingen dürfen keine weitere Weiße Weste sammeln.
Für A-Klassist SG HGH ist als klassenniedrigste Mannschaft aller Anwärter noch der zweite Rang möglich. Dasselbe gilt für den Sportclub D.L.P.: Bei einem Stechen zwischen Riedlingen und dem D.L.P. – beide belegen Platz eins in ihrer Kreisklasse – würden Letztere aufgrund der insgesamt weniger kassierten Gegentore den Vorzug erhalten. Münster/Holzheim kann als Tabellenzweiter der Kreisklasse Neuburg lediglich an Monheim vorbeiziehen, dafür müssen alle anderen Konkurrenten Gegentore schlucken.
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