Der mutmaßliche Attentäter von Lüttich hat sich selber und drei weitere Menschen getötet. Das bestätigten nun die belgischen Behörden. Demnach sind unter den Opfern zwei Jugendliche im Alter von 15 und 17 Jahren sowie eine 75-jährige Frau. Die Zahl der Verletzten wurde zunächst mit 75 Menschen angegeben, darunter ein Kleinkind.
Der 33-jährige Täter eröffnete an einer Bushaltestelle das Feuer auf eine Menschenansammlung nahe eines Weihnachtsmarktes. Die Motive waren zunächst unklar.
Das Blutbad versetzte die belgische Stadt nahe der deutschen Grenze in einen Schock. Stundenlang kursierten Gerüchte über die Flucht eines möglichen Komplizen, und die Innenstadt wurde weiträumig abgeriegelt.
Es gibt nur einen Täter
"Der Täter hat alleine gehandelt, er war mit Handgranaten und einer Kalaschnikow bewaffnet", zitierte die Zeitung Sudpresse den Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer. Der Mann habe das Feuer eröffnet und sich anschließend selbst mit einer Granate getötet.
Der Täter soll wegen Waffenbesitzes und des Anbaus von Cannabis vorbestraft gewesen sein. Es gebe keinerlei terroristische Hintergründe der Tat, teilte das Innenministerium mit. Zur Versorgung der Verletzten wurden Rettungskräfte aus den Niederlanden angefordert.
Chaotische Zustände
Im Hof des Justizpalastes unweit des Anschlagsortes wurde eine Notversorgungsstelle eingerichtet. "Die Zustände sind chaotisch", sagte der Vater eines verletzten Kindes dem Fernsehsender RTL. "Es war grauenhaft, alle versuchten, sich panisch in Sicherheit zu bringen", schilderte ein Augenzeuge dem Sender die Augenblicke nach der Tat. Auf Fernsehbildern waren Blutlachen zu sehen.
Verfolgungsjagd dementiert
Mehrere Medien berichteten zunächst über eine Verfolgungsjagd mit einem mutmaßlichen Komplizen. Demnach gab es eine Stunde nach dem Anschlag einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Die Polizei dementierte dies aber später. Auch Meldungen, ein mutmaßlicher zweiter Täter habe sich in den Justizpalast geflüchtet, erwiesen sich als falsch. Die Verkäuferin eines nahe gelegenen Geschäfts sagte, sie habe mehrere Explosionen gehört. Eine Kollegin habe einen bewaffneten Mann gesehen. Die Polizei habe den Geschäften angeordnete, die Türen zu verschließen und das Licht auszuschalten. Die Kunden in den Cafés in der Innenstadt durften mehrere Stunden lang nicht nach Hause gehen.